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Commerzbank droht DAX-Abstieg - Wirecard im Höhenflug (Heiko Geiger)

Autor:
Heiko Geiger

Head of Public Distribution, Bank Vontobel Europe AG

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08.08.2018, 6488 Zeichen

Börsianer begrüßen den Verkauf der ETF-Tochter und Teile des früheren Investmentbankings. Doch der DAX-Verbleib der Commerzbank ist trotz erfreulicher Quartalszahlen derzeit ungewiss. Der Zahlungsabwickler Wirecard könnte nun den Platz im DAX einnehmen.

Commerzbank

Für die Commerzbank überwogen in letzter Zeit eher die schlechten Nachrichten. Die Aktie des Finanzinstituts hat seit Jahresbeginn mehr als 25% an Wert verloren. Im Herbst droht das Papier deshalb aus dem Leitindex zu fliegen. Und die von der Bank gesponserte deutsche Fußball-Nationalmannschaft schied bei der WM in Russland schon in der Vorrunde aus und die Werbekampagnen wurden früher als erhofft beendet.

Doch nun hat die Großbank ihre Zahlen für das zweite Quartal am Dienstagmorgen vorgelegt. Aktionäre haben Grund zur Freude: Das Institut hat einen Überschuss von EUR 272 Mio. erzielt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch einen Verlust von EUR 640 Mio. verzeichnet. Grund war vor allem die Restrukturierungsaufwendungen von ca. EUR 800 Mio., die für den geplanten Abbau von mehr als 9500 Stellen verbucht wurden. Die Erträge stiegen im zweiten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8% auf EUR 2,2 Mrd. Für das Geschäftsjahr 2018 plant das Geldhaus eine Dividende von EUR 0,20 je Anteil zu zahlen.

Positiv fällt auf, dass die Bank ihre Erträge im zweiten Quartal ausbauen konnte. Verantwortlich hierfür war insbesondere der Ausbau und die positive Entwicklung im Privatkundengeschäft. Michael Mandel, Privatkundenvorstand findet die Entwicklung angesichts des harten Preiswettbewerbs in der deutschen Bankenlandschaft beachtlich: „Es zeigt, dass unsere Strategie aufgeht. Durch gestiegene Kundenzahlen machen wir die Belastungen durch die EZB-Zinspolitik inzwischen mehr als wett“, so Mandel gegenüber dem Handelsblatt.

Negativ fällt hingegen auf, dass das Firmenkundengeschäft auch aufgrund des hohen Margendrucks nach wie vor das Sorgenkind des Geldhauses bleibt. Das operative Ergebnis ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9% auf EUR 212 Mio. zurückgegangen. In der Firmenkundensparte leidet das Institut unter dem sich verschärfenden Wettbewerb um deutsche Unternehmen. Einige internationale Banken, die im Zuge des Brexits ohnehin ihre Präsenz in Deutschland ausbauen, haben bei der Gelegenheit auch ihr Werben um deutsche Konzerne verstärkt.

 

Wirecard

Trotz des allumfassenden Digitalisierungsprozesses wirkt die knapp 150 Jahre alte Commerzbank im Gegensatz zum erst 1999 gegründeten Fintech-Unternehmen Wirecard eher unattraktiv auf Anleger. Die Aktie des Zahlungsabwicklers aus Aschheim bei München hat in den letzten zwei Jahren einen rasanten Kursanstieg hinlegen können. Während das Papier der Commerzbank seit Beginn dieses Jahres an Wert einbüßte, legte die Wirecard-Aktie seit Jahresanfang um über 50% zu..

Die zwischenzeitlichen Zins- und Inflationsängste sowie der andauernde Handelsstreit sorgen nicht gerade für ein ideales Börsenumfeld. Doch Wirecard scheint diese Faktoren offenbar wenig zu stören. Bereits heute ist das Unternehmen, gemessen am Börsenwert, vor den großen Konzernen wie thyssenkrupp, RWE, oder Lufthansa einzuordnen. Zumal Wirecard zuletzt auch beim wichtigen Kriterium Handelsumsatz aufgeholt hat.

Das Unternehmen Wirecard profitiert derzeit vom boomenden Online-Handel. In Zukunft sollen neue Bezahlmöglichkeiten für noch mehr Wachstum sorgen. Wirecard ist Spezialist, wenn es darum geht, Bezahlsysteme von morgen zu entwickeln. Dementsprechend optimistisch und selbstbewusst äußerte sich Wirecard-Chef Markus Braun im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ (29. Juli): „Das Wirecard-Wachstum der nächsten zehn Jahre wird das der vergangenen zehn Jahre deutlich in den Schatten stellen.“ Hintergrund für diesen Optimismus stellt u.a. der Umstand dar, dass aktuell lediglich 1,5% aller Zahlungstransaktionen weltweit voll digital seien. Dabei überzeugt Wirecard bereits jetzt mit starken Wachstumszahlen. Gemäß Unternehmensangaben vom 25. Juli stieg der Umsatz im zweiten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40% auf ca. EUR 477 Mio. Angesichts dieser positiven Zahlen dürfte jedoch auch der Druck auf Wirecard wachsen, diese Ergebnisse in Zukunft zu wiederholen und zu verbessern.

Schon im September ist eine Aufnahme in den DAX möglich. Die Überprüfung durch die Deutsche Börse tagt am 5. September. Doch auch die Commerzbank könnte Glück haben: Wenn sie im Börsenwert noch am Konsumgüterhersteller Beiersdorf vorbeizieht oder falls Anleger die Aktien vom DAX-Aspirant Wirecard deutlich weniger häufig handeln, dann würde alles beim Alten bleiben.

 

Die Aktien im Überblick

Die Commerzbank Aktie wird aktuell bei EUR 8,75 (07.08.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 13,82 (26.01.2018), das Jahrestief bei EUR 7,91 (27.06.2018). Bei Bloomberg setzen 8 Analysten die Aktie auf Kaufen, 15 auf Halten und 6 Analysten auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 10,87.

Die Wirecard Aktie wird aktuell bei EUR 166,35 (07.08.2018) gehandelt. Das Jahreshoch lag bei EUR 169,35 (07.08.2018), das Jahrestief bei EUR 63,79 (09.08.2017). Bei Bloomberg setzen 18 Analysten die Aktie auf Kaufen, 10 auf Halten und ein Analyst auf Verkaufen. Bloomberg Analysten setzen aktuell ein zwölf-Monats-Kursziel von EUR 150,69.

Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.

 

 

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Im Original hier erschienen: Commerzbank droht DAX-Abstieg - Wirecard im Höhenflug


(08.08.2018)

Hinweis: Diese Produktwerbung ist keine Finanzanalyse i.S.d. § 34b WpHG und genügt daher auch nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit der Finanzanalyse und unterliegt keinem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Um ausführliche Informationen, insbesondere zur Struktur und zu den mit einer Investition in die derivativen Finanzinstrumente verbundenen Risiken, zu erhalten, sollten potentielle Anleger den Basisprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Angebotsbedingungen und etwaigen Nachträgen zu dem Basisprospekt auf der Internetseite des Emittenten www.vontobel-zertifikate.de veröffentlicht ist. Darüber hinaus werden der Basisprospekt, etwaige Nachträge zu dem Basisprospekt sowie die Endgültigen Angebotsbedingungen beim Emittenten, Vontobel Financial Products GmbH, Bockenheimer Landstraße 24, 60323 Frankfurt am Main, zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten.Anleger werden gebeten, die bestehenden Verkaufsbeschränkungen zu beachten.
Näheres über Chancen und Risiken einer Anlage in derivative Finanzinstrumente erfahren Sie in der Broschüre "Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren", welche Ihr Anlageberater Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung stellt. Im Zusammenhang mit dem öffentlichen Angebot und dem Verkauf der derivativen Finanzinstrumente können Gesellschaften der Vontobel-Gruppe direkt oder indirekt Provisionen in unterschiedlicher Höhe an Dritte (z.B. Anlageberater) zahlen. Solche Provisionen sind im Finanzinstrumentspreis enthalten. Weitere Informationen erhalten Sie auf Nachfrage bei Ihrer Vertriebsstelle. Ohne Genehmigung darf diese Produktwerbung nicht vervielfältigt bzw. weiterverbreitet werden.

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    Für die Commerzbank überwogen in letzter Zeit eher die schlechten Nachrichten. Die Aktie des Finanzinstituts hat seit Jahresbeginn mehr als 25% an Wert verloren. Im Herbst droht das Papier deshalb aus dem Leitindex zu fliegen. Und die von der Bank gesponserte deutsche Fußball-Nationalmannschaft schied bei der WM in Russland schon in der Vorrunde aus und die Werbekampagnen wurden früher als erhofft beendet.

    Doch nun hat die Großbank ihre Zahlen für das zweite Quartal am Dienstagmorgen vorgelegt. Aktionäre haben Grund zur Freude: Das Institut hat einen Überschuss von EUR 272 Mio. erzielt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch einen Verlust von EUR 640 Mio. verzeichnet. Grund war vor allem die Restrukturierungsaufwendungen von ca. EUR 800 Mio., die für den geplanten Abbau von mehr als 9500 Stellen verbucht wurden. Die Erträge stiegen im zweiten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8% auf EUR 2,2 Mrd. Für das Geschäftsjahr 2018 plant das Geldhaus eine Dividende von EUR 0,20 je Anteil zu zahlen.

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