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Unzufriedenheit im Job (Sabina Haas)

Autor:
Sabina Haas

Ex-Wiener Börse

Mentaltraining,
Coaching, Karriereberatung, 
Finanzpsychologie, 
Entscheidungswerkstatt

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28.03.2019, 4807 Zeichen
Was machen 685.323 Österreicher falsch?
Und gehörst Du auch zu dieser Gruppe?

Lernraum Karlsplatzpassage:  der Weg zum Ausgang Secession ist getäfelt mit digitalen Informationen. Man bekommt kalt/warm: zuerst die Information wie viele Schnitzel in Wien verzehrt werden, gleich daneben die Anzahl der Landminenopfer weltweit. Vis-à-vis von der Zahl π findet sich auch eine interessante Kennzahl: „Mit ihrem Job Unzufriedene in Österreich 685.323 (Stand 27.März 2019, 12.00 h)

Es stellen sich zuerst legitime Fragen: wie wurde das gemessen? Wer und wie viele Menschen wurden befragt? Wie wurde Unzufriedenheit definiert? Wie viele Menschen arbeiten insgesamt? Gibt’s auch zufriedene?

WIE unzufrieden sind denn die Unzufriedenen? (Coaches kommen in so einem Fall gerne mit einer Skala von 1 bis 10). Aber wir wissen es nicht, diese Information wird uns hier nicht geliefert. Insgesamt stellt sich aber auch die Frage: was will man uns damit sagen?

Wir können also diese Information nicht als seriöse statistische Information behandeln, aber wir können uns über Grundsätzliches inspirieren lassen.

Nach mehr als 9 Jahren Jobcoaching und Karriereberatung und meiner mehr als 20jährigen Business-Erfahrung kann ich ein Lied davon singen. Die Zahl der unzufriedenen, erschöpften, enttäuschten, frustrierten, kranken und verunsicherten Menschen ist groß! Nach meiner subjektiven Meinung ist die Zahl der Betroffenen vielleicht sogar noch viel größer als hier genannt. Aber das ist halt auch die Brille mit der ich als Job-Coach dahin schaue.

Name it as you like: Digitalisierung, VUKA, agiles Arbeiten, … die Buzz Words sind vielfältig, jedes Jahr wird von Experten und Beratern eine andere Sau durchs Dorf getrieben: Die Organisationen müssen sich wieder neuen Herausforderungen stellen, man muss nochmals anders umstrukturieren, es gibt zu wenig Wachstum, zu wenig Innovation, zu wenig Geschwindigkeit. Man braucht New Work und Disruption, Kooperation ist nicht genug, es braucht Kollaboration, besser noch co-Kreation. Sonst noch was?

Wir müssen ständig in Bewegung sein, aber wir kommen nie irgendwo an.

Ein bisschen schwindlig kann einem dabei schon werden: also du brauchst jedenfalls mehr Achtsamkeit, besser noch Mindfulness (weil in Englisch klingt es hipper). Du musst ins Yoga, in den Meditations-Retreat, Du musst Resilienz lernen oder ins Kloster zum Fasten, du brauchst vegane Ernährung und musst Dich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen lassen. Du machst wahrscheinlich am Wochenende zu wenig Sport, gehst zu selten in die Natur oder hast zu wenig kulturellen Ausgleich.

Du hast vielleicht überhaupt das falsche Fach studiert – oder gar nicht studiert. Es hapert an Deiner Einstellung, du hast Burnout oder bist einfach zu alt; oder zu jung, bist Millenial und sowieso nicht zu motivieren. Du bist zu wenig flexibel, innovationsfreudig, zu pessimistisch und insgesamt altmodisch, technologiefeindlich und  änderungsresistent.

Vielleicht war aber auch Deine Ausgangssituation schon mangelhaft: Deine Eltern geschieden, Deine Mutter berufstätig, kein Montessori-Kindergarten und kein Musikunterricht. Hat man Dir Geschichten vorgelesen? Hattest Du ein Haustier? Welche Stellung hattest Du in der Geschwisterreihe? Wahrscheinlich liegt es am Klimawandel.

Achtung: Fehlerquellen, Krankheitsquellen, Risikoquellen, … Alarmismus, Leistungsdruck und Konformitätsdruck soweit das Auge reicht. Die Welt um uns herum ist schon sehr kompliziert, und sehr anstrengend. Aber nicht minder kompliziert ist die Welt in uns drin. Manchmal hilft entrümpeln und Frühlingsputz, um unnötigen Ballast wieder los zu werden. Im gewonnenen Freiraum kann wieder etwas Neues entstehen. So ist es mit den Dingen, aber auch mit den Gedanken und mit den eigenen Möglichkeiten.

Geschlagen sind nur die, die nicht mehr aufstehen! ((unverifiziertes) russisches Sprichwort – oder von mir gut erfunden.)

Wir können die Unzufriedenheit als unvermeidliche Gegebenheit unserer Zeit hinnehmen.  Wir können uns aber auch jeden Tag wieder dazu entschließen, den eigenen Gestaltungsraum wahrzunehmen: wo kann ich in meinem Bereich Druck rausnehmen? Geschwindigkeit reduzieren? Wie kann ich mich beruflich wieder besser aufstellen? Wovon hängt meine individuelle Lebensqualität sonst noch ab? An welchen Schrauben kann ich persönlich drehen, um meine eigene Zufriedenheit zu erhöhen?

Die gute Nachricht: Irgendwas geht immer!

Und das ist der gute Teil der Nachricht: es finden sich bei jeder Person Schrauben, an denen man immer noch drehen kann, egal wo man steht und was man schon probiert hat. Mach‘ Dich auf die Suche! (ich helfe auch gerne dabei – und bei der Behandlung der blinden Flecken.)

Alles über Jobcoaching und mein 6-Wochen-Jobcoaching-Excellence-Programm findest Du hier!

 

Der Beitrag Unzufriedenheit im Job erschien zuerst auf Sabina Haas.


(28.03.2019)

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    Ein bisschen schwindlig kann einem dabei schon werden: also du brauchst jedenfalls mehr Achtsamkeit, besser noch Mindfulness (weil in Englisch klingt es hipper). Du musst ins Yoga, in den Meditations-Retreat, Du musst Resilienz lernen oder ins Kloster zum Fasten, du brauchst vegane Ernährung und musst Dich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen lassen. Du machst wahrscheinlich am Wochenende zu wenig Sport, gehst zu selten in die Natur oder hast zu wenig kulturellen Ausgleich.

    Du hast vielleicht überhaupt das falsche Fach studiert – oder gar nicht studiert. Es hapert an Deiner Einstellung, du hast Burnout oder bist einfach zu alt; oder zu jung, bist Millenial und sowieso nicht zu motivieren. Du bist zu wenig flexibel, innovationsfreudig, zu pessimistisch und insgesamt altmodisch, technologiefeindlich und  änderungsresistent.

    Vielleicht war aber auch Deine Ausgangssituation schon mangelhaft: Deine Eltern geschieden, Deine Mutter berufstätig, kein Montessori-Kindergarten und kein Musikunterricht. Hat man Dir Geschichten vorgelesen? Hattest Du ein Haustier? Welche Stellung hattest Du in der Geschwisterreihe? Wahrscheinlich liegt es am Klimawandel.

    Achtung: Fehlerquellen, Krankheitsquellen, Risikoquellen, … Alarmismus, Leistungsdruck und Konformitätsdruck soweit das Auge reicht. Die Welt um uns herum ist schon sehr kompliziert, und sehr anstrengend. Aber nicht minder kompliziert ist die Welt in uns drin. Manchmal hilft entrümpeln und Frühlingsputz, um unnötigen Ballast wieder los zu werden. Im gewonnenen Freiraum kann wieder etwas Neues entstehen. So ist es mit den Dingen, aber auch mit den Gedanken und mit den eigenen Möglichkeiten.

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    Wir können die Unzufriedenheit als unvermeidliche Gegebenheit unserer Zeit hinnehmen.  Wir können uns aber auch jeden Tag wieder dazu entschließen, den eigenen Gestaltungsraum wahrzunehmen: wo kann ich in meinem Bereich Druck rausnehmen? Geschwindigkeit reduzieren? Wie kann ich mich beruflich wieder besser aufstellen? Wovon hängt meine individuelle Lebensqualität sonst noch ab? An welchen Schrauben kann ich persönlich drehen, um meine eigene Zufriedenheit zu erhöhen?

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