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ATX-Trends: Semperit, UBM, Strabag, Marinomed, Bawag, Porr ...

29.05.2019, 10498 Zeichen

Leicht nach unten ging es gestern für die europäischen Börsen. Dieses Mal waren es nicht weitere Befürchtungen um den Handelskrieg zwischen den USA und China, sondern der Wahlerfolg der rechten Lega in Italien schürte Sorgen um eine weitere Verschuldung des Landes. Der EuroStoxx 50 endete mit einer 0,5% tieferen Schlussnotierung, auch in Frankreich und in Deutschland ging es in ähnlichem Ausmaß nach unten. Im Vergleich mit den anderen wichtigen Börsen konnte sich London mit einer Abgabe von 0,1% relativ gut halten, hier stützten starke Minenwerte auf Grund steigender Eisenerzpreise den Index.

Abgeben musste einige Banken, Societe Generale schloss mit einem Abschlag von mehr als 2,0%, Intesa Sanpaolo musste mehr als 1,0% abgeben. Auch in Deutschland waren die Finanztitel schwach, die Commerzbank büßte 2,1% ein, die Deutsche Bank musste 2,2% abgeben, zusätzlich belastet von einer negativen Studie durch das Bankhaus Metzler, das mittelfristig eine risikoadäquate Rendite auf das Eigenkapital bezweifelt. Der französische Medienkonzern Vivendi meldete die Übernahme des in Luxemburg ansässigen Pay-TV-Konzerns M7, diese Nachricht und eine optimistische Studie der Deutschen Bank liessen den Aktienkurs knapp 1,0% steigen. Stark war weiter der Automobilsektor, Continental konnte in Deutschland einen Zugewinn von 1,2% erzielen, auch Volkswagen befestigte sich um 0,5%. Der Solar- und Windparkbetreiber Encavis konnte sich von Minderheitsanteilen trennen und erhöhte den Ausblick auf den weiteren Verlauf des Jahres, dadurch konnte sich der Titel um 4,3% befestigen. Eine Hochstufung der Umsatz- und Gewinnprognosen und eine Kaufempfehlung durch die Commerzbank verhalfen dem Karriere-Netzwerk Xing zu einem Zuwachs von 4,2%.

Auch in Wien gab es am gestrigen Tag leichte Verluste, das heimische Börsenbarometer ging mit einem Abschlag von 0,2% aus dem Handel. Den ganzen Tag über handelte der Index in engen Bahnen, das Handelsvolumen war als eher niedrig zu bezeichnen. Für Impulse sorgten mangels makroökonomischer Daten Unternehmensergebnisse. Semperit konnte dank Sparmaßnahmen und einer Entspannung auf den Rohstoffmärkten wieder einen Gewinn berichten, und obwohl der Umsatz leicht zurückgegangen war konnte der Gummi- und Kautschukproduzent ein Tagesplus von 4,5% erzielen. Das Bauunternehmen Porr ist für den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr durchaus optimistisch, die Verluste konnten dank steigender Umsätze eingedämmt werden, die Investoren beurteilten das Ergebnis aber in Summe negativ und brachten den Titel 0,9% nach unten.

UBM Development berichtete ebenfalls geringere Gewinne, allerdings hatte es im Vorjahr hohe Verkaufserlöse gegeben, die vorgelegten Ergebnisse brachten den Immobilienentwickler 0,7% nach unten. Auch Warimpex legte die Bücher offen, der Gewinn konnte deutlich nach oben gebracht werden, anscheinend wurde bei vielen Anlegern insgeheim mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet und der Titel war mit einem Minus von 2,5% einer der schwächsten im Prime Market. Do&Co musste den heftigen Vortagsgewinnen Tribut zollen, das Cateringunternehmen schloss mit einem Abschlag von 2,3%. Die Banken konnten der europaweiten Sektorenschwäche trotzen, Bawag und Raiffeisenbank International schlossen mit einem Minus von lediglich 0,1%, für die Erste Group ging es auch nur um 0,2% nach unten.

Vollkommen unterschiedlich verlief der Handelstag für die Ölwerte, während OMV ein deutliches Plus von 1,5% erzielen konnte, musste der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann einen Abschlag von 3,1% hinnehmen. Palfinger konnte sich von den Vortagsverlusten eindrucksvoll erholen, für den Kranhersteller ging es 3,9% nach oben. Zumtobel bleibt momentan einer der volatilsten Werte am Wiener Markt, gestern konnte sich der Leuchtenhersteller wieder um 2,9% befestigen. Gesucht war auch Agrana mit einem Aufschlag von 1,9%, auch Strabag war äußerst beliebt und konnte um 2,0% vorrücken.

Nach unten ging es für die Börsen in den USA, die Zuwächse nach dem langen Wochenende konnten nicht lange gehalten werden. Hier waren es allerdings wieder einmal die alten Handelssorgen, die wieder in Erinnerung gerufen wurden, und den Dow Jones 0,9% nach unten brachten. US-Präsident Donald Trump hatte während seines Staatsbesuchs in Japan betont, die USA seien für einen Handelsdeal mit China noch nicht bereit. Amerikanische Zölle auf chinesische Güter könnten sehr schnell sehr deutlich erhöht werden. Auch eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan wird nach Darstellung Trumps vor den dortigen Wahlen erst einmal nicht zustande kommen.

Der marktbreite S&P 500 musste 0,8% abgeben, der Nasdaq 100 hielt sich im Vergleich dazu mit einem Abschlag von 0,3% noch relativ gut. Hier konnte ein guter Teil der Verluste von AMD abgewendet werden, der Chipkonzern verzeichnete einen Kurssprung von 9,8% da das Unternehmen einige Produkte vorgestellt hatte, die Fachleuten zufolge diejenigen der Konkurrenz bei weitem übertreffen. Fiat Chrysler konnte auf Grund der geplanten Fusion mit Renault auch in den USA gestern 7,2% zulegen. Der Generikahersteller Teva musste auf Grund einer gestrichenen Kaufempfehlung durch UBS eine Einbusse von 12,4% hinnehmen. Im Gegenzug brachte eine positive Meinung von Goldman Sachs den Videospiel-Entwickler Activision Blizzard 2,8% nach oben.

Vorbörslich erwarten wir die europäischen Märkte heute Mittwoch schwächer. Die Börsen in Asien notieren zum größten Teil im Minus. Auf der Makroseite werden heute unter anderem die Arbeitslosenzahlen in Deutschland sowie das BIP in Österreich und Frankreich veröffentlicht. Auf der Unternehmensseite berichten heute EVN , Immofinanz (bereits gestern nach Börseschluss), Marinomed und Strabag (siehe unten).

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

EVN


Das heimische Elektrizitätsversorgungsunternehmen EVN berichtete heute seine Zahlen zum Q2-2018/19. Die Umsatzerlöse der EVN gingen im zweiten Quartal 2018/19 mit 650,1 Mio. Euro um rund 1% zurück (Vorjahr: €656,5 Mio.). Dem lagen gegenläufige Entwicklungen zugrunde: Positive Impulse gingen beispielsweise von Zuwächsen in der erneuerbaren Erzeugung und der Wärmeversorgung aus. Gegenläufig dazu wirkten hingegen geringere Erlöse aus der thermischen Erzeugung, ein preis- und mengenbedingter Rückgang im Segment Netze sowie eine geänderte, wenn auch ergebnisneutrale Verrechnungsmethodik für den sogenannten "Ökostrom-Zuschlag" in Bulgarien. Während das EBITDA um 30,2% auf €167,1 Mio. zurückging, büßte das EBIT 42,3% auf €100,6 Mio. ein. Hierfür waren unter anderem höhere Beschaffungskosten und stichtagsbedingt negative Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften verantwortlich. Das Konzernergebnis ging um 40,4% auf €69,8 Mio. zurück. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 wurde bestätigt: es wird ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von €160 Mio. bis €180 Mio. erwartet.

Q2-2018/19: Umsatzerlöse: €650,1 Mio. (668e), EBITDA: €167,1 Mio. (177e), Konzernergebnis: €69,8 Mio. (94,1e)

Immofinanz

Das heimische Immobilienunternehmen Immofinanz veröffentlichte gestern nachbörslich seine Zahlen zum Q1/19. Die Mieterlöse verbesserten sich um 10,5% (inklusive der Effekte aus der Erstanwendung IFRS 16) bzw. um 4,1% (bereinigt um IFRS-16-Effekte) auf €65,2 Mio. Das operative Ergebnis stieg um 3,7% auf €36,8 Mio., der nachhaltige FFO 1 aus dem Bestandsgeschäft (vor Steuern) kletterte um 35,0% auf €28,1 Mio. Das Bewertungsergebnis aus Bestandsimmobilien und Firmenwerten drehte auf €7,1 Mio. ins Plus (Q1 2018: €-3,8 Mio.). Dies ist vor allem auf eine Neubewertung der Prager Innenstadtimmobilie Na Prikope zurückzuführen. Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund negativer Bewertungsergebnisse von Derivaten und niedrigerer Ergebnisanteile aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (S Immo) auf €-18,4 Mio. (Q1 2018: €-4,5 Mio.). Der Aufwand für Ertragssteuern ging aufgrund deutlich niedriger latenter Steuern stark zurück und lag nahezu bei 0 (Q1 2018: €-22,9 Mio.).  Dies resultierte in einem Konzernergebnis von €30,4 Mio. was eine signifikante Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet (Q1 2018: €1,0 Mio.). Der EPRA NAV/Aktie erhöhte sich um knapp 2% auf €29,36. Der Ausblick, wonach der FFO 1 im Geschäftsjahr 2019 bei mehr als €100 Mio. zu liegen kommen soll, wurde zudem bestätigt.

Q1/19: Mieterlöse: €65,2 Mio. (Vj. 59,0); Umsatzerlöse: €86,7 Mio. (Vj. 82,6); Operatives Ergebnis: €36,8 Mio. (Vj. 35,5); Konzernergebnis: €30,4 Mio. (Vj. 1,0)

Marinomed

Das heimische biopharmazeutische Unternehmen Marinomed veröffentlichte heute ein Update zum ersten Quartal 2019. Eine positive Umsatzentwicklung in vielen Märkten konnte im ersten Quartal 2019 jedoch die vorübergehend schwächere Nachfrage in zwei Kernmärkten nicht vollständig wettmachen. Die Umsatzerlöse kamen damit bei €0,75 Mio. zu liegen, nach starken €0,92 Mio. im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis (EBIT) war plangemäß negativ und kam insbesondere aufgrund höherer F&E-Aufwendungen und einmaliger Kosten im Zusammenhang mit dem Börsegang bei €2,63 Mio. (1-3/2018: €-1,05 Mio.) zu liegen. Mit dem €22,4 Mio. hohen Emissionserlös des Börsegangs und dem Darlehen der Europäischen Investitionsbank von bis zu €15 Mio. verfügt Marinomed über eine ausgezeichnete Kapitalbasis, um geplante Zukunftsinvestitionen umzusetzen. Mit der Marinosolv-Plattform hat Marinomed den $5 Mrd. schweren Weltmarkt für Cortison-basierte Therapien gegen allergischen Heuschnupfen im Fokus. Marinomed erwartet für das Jahr 2019 eine weiterhin gute Auftrags- und Umsatzentwicklung. Aufgrund der hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind jedoch auch für das Gesamtjahr 2019 operative Verluste zu erwarten.

Strabag

Der heimische Baukonzern Strabag veröffentlichte heute seine Trading Statement für das 1. Quartal 2019. Der Konzern hat die Leistung angesichts des hohen Auftragsbestands und eines erneut sehr guten Bauwetters um 19% auf €3,1 Mrd. erhöht. Der Auftragsbestand stieg um 2% im Jahresvergleich auf €17,9 Mrd. Während er in Deutschland und Tschechien zulegte, ging er in Ungarn und der Slowakei zurück, da hier zahlreiche Großprojekte abgearbeitet wurden. Dank guter konjunktureller Lage in den meisten Kernmärkten und Auswirkungen der in den vergangenen Jahren forcierten Maßnahmen des Risikomanagements hat der Vorstand das Ziel einer Steigerung der EBIT-Marge auf 4% bis 2022 ausgegeben. Für 2019 wurde die Leistungserwartung auf mehr als früher prognostizierten €16,0 Mrd. erhöht, während die Prognose für eine EBIT-Marge von 3,3% bleibt unverändert.


(29.05.2019)

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Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1099: Wiener Börse zum Februar-Verfall fester, aber mit kleiner Enttäuschung, positive Spannungsmomente bei der Porr




Agrana
Akt. Indikation:  11.50 / 11.60
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.43%
Letzter SK:  11.50 ( 0.00%)

Bawag
Akt. Indikation:  134.90 / 136.10
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.15%
Letzter SK:  135.30 ( 0.97%)

Commerzbank
Akt. Indikation:  34.26 / 34.47
Uhrzeit:  17:19:37
Veränderung zu letztem SK:  -0.36%
Letzter SK:  34.49 ( 1.11%)

Continental
Akt. Indikation:  73.10 / 73.72
Uhrzeit:  17:19:37
Veränderung zu letztem SK:  -0.01%
Letzter SK:  73.42 ( 0.47%)

Deutsche Bank
Akt. Indikation:  30.93 / 31.09
Uhrzeit:  17:19:37
Veränderung zu letztem SK:  -0.14%
Letzter SK:  31.05 ( 2.10%)

Dow Inc.
Akt. Indikation:  25.80 / 26.00
Uhrzeit:  17:20:03
Veränderung zu letztem SK:  3.60%
Letzter SK:  25.00 ( -2.77%)

Dow Jones Letzter SK:  25.00 ( 0.47%)
EVN
Akt. Indikation:  29.00 / 29.15
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  -0.43%
Letzter SK:  29.20 ( 1.21%)

Goldman Sachs
Akt. Indikation:  781.80 / 783.40
Uhrzeit:  17:20:03
Veränderung zu letztem SK:  0.73%
Letzter SK:  776.90 ( 0.61%)

Immofinanz
Akt. Indikation:  16.26 / 16.39
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.03%
Letzter SK:  16.32 ( 0.74%)

Marinomed Biotech Letzter SK:  16.32 ( -0.28%)
Nasdaq Letzter SK:  16.32 ( 0.00%)
OMV
Akt. Indikation:  55.15 / 55.55
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  1.10%
Letzter SK:  54.75 ( -1.97%)

Palfinger
Akt. Indikation:  39.70 / 39.95
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  -0.31%
Letzter SK:  39.95 ( 1.40%)

Porr
Akt. Indikation:  40.20 / 40.60
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  -0.62%
Letzter SK:  40.65 ( 2.52%)

S Immo Letzter SK:  40.65 ( 0.00%)
S&P 500 Letzter SK:  40.65 ( 0.69%)
Semperit
Akt. Indikation:  12.96 / 13.04
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.00%
Letzter SK:  13.00 ( -2.26%)

Societe Generale
Akt. Indikation:  73.42 / 73.58
Uhrzeit:  17:18:44
Veränderung zu letztem SK:  -0.35%
Letzter SK:  73.76 ( 1.96%)

Strabag
Akt. Indikation:  93.10 / 94.00
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  -0.27%
Letzter SK:  93.80 ( 3.76%)

UBM
Akt. Indikation:  19.50 / 19.85
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.90%
Letzter SK:  19.50 ( -1.52%)

UBS
Akt. Indikation:  35.83 / 36.06
Uhrzeit:  17:19:31
Veränderung zu letztem SK:  0.18%
Letzter SK:  35.88 ( 0.28%)

Vivendi
Akt. Indikation:  2.20 / 2.21
Uhrzeit:  17:18:44
Veränderung zu letztem SK:  -0.14%
Letzter SK:  2.21 ( 0.87%)

Volkswagen
Akt. Indikation:  102.20 / 103.00
Uhrzeit:  17:19:37
Veränderung zu letztem SK:  -0.39%
Letzter SK:  103.00 ( 0.29%)

Warimpex Letzter SK:  103.00 ( 0.40%)
Xing
Akt. Indikation:  340.50 / 343.00
Uhrzeit:  22:59:51
Veränderung zu letztem SK:  -0.39%
Letzter SK:  0.00 ( 0.00%)

Zumtobel
Akt. Indikation:  4.16 / 4.25
Uhrzeit:  13:04:20
Veränderung zu letztem SK:  0.00%
Letzter SK:  4.20 ( 1.94%)



 

Bildnachweis

1.

Aktien auf dem Radar:Kapsch TrafficCom, Strabag, Agrana, Bajaj Mobility AG, Addiko Bank, Austriacard Holdings AG, Amag, Rosgix, DO&CO, Porr, FACC, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Reploid Group AG, Josef Manner & Comp. AG, UBM, CA Immo, EuroTeleSites AG, EVN, Flughafen Wien, CPI Europe AG, OMV, Österreichische Post, Telekom Austria, Verbund, Fresenius Medical Care, Allianz, HeidelbergCement, Deutsche Post, Scout24, Bayer.


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    Void

    Alessandra Calò
    Ctonio
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    29.05.2019, 10498 Zeichen

    Leicht nach unten ging es gestern für die europäischen Börsen. Dieses Mal waren es nicht weitere Befürchtungen um den Handelskrieg zwischen den USA und China, sondern der Wahlerfolg der rechten Lega in Italien schürte Sorgen um eine weitere Verschuldung des Landes. Der EuroStoxx 50 endete mit einer 0,5% tieferen Schlussnotierung, auch in Frankreich und in Deutschland ging es in ähnlichem Ausmaß nach unten. Im Vergleich mit den anderen wichtigen Börsen konnte sich London mit einer Abgabe von 0,1% relativ gut halten, hier stützten starke Minenwerte auf Grund steigender Eisenerzpreise den Index.

    Abgeben musste einige Banken, Societe Generale schloss mit einem Abschlag von mehr als 2,0%, Intesa Sanpaolo musste mehr als 1,0% abgeben. Auch in Deutschland waren die Finanztitel schwach, die Commerzbank büßte 2,1% ein, die Deutsche Bank musste 2,2% abgeben, zusätzlich belastet von einer negativen Studie durch das Bankhaus Metzler, das mittelfristig eine risikoadäquate Rendite auf das Eigenkapital bezweifelt. Der französische Medienkonzern Vivendi meldete die Übernahme des in Luxemburg ansässigen Pay-TV-Konzerns M7, diese Nachricht und eine optimistische Studie der Deutschen Bank liessen den Aktienkurs knapp 1,0% steigen. Stark war weiter der Automobilsektor, Continental konnte in Deutschland einen Zugewinn von 1,2% erzielen, auch Volkswagen befestigte sich um 0,5%. Der Solar- und Windparkbetreiber Encavis konnte sich von Minderheitsanteilen trennen und erhöhte den Ausblick auf den weiteren Verlauf des Jahres, dadurch konnte sich der Titel um 4,3% befestigen. Eine Hochstufung der Umsatz- und Gewinnprognosen und eine Kaufempfehlung durch die Commerzbank verhalfen dem Karriere-Netzwerk Xing zu einem Zuwachs von 4,2%.

    Auch in Wien gab es am gestrigen Tag leichte Verluste, das heimische Börsenbarometer ging mit einem Abschlag von 0,2% aus dem Handel. Den ganzen Tag über handelte der Index in engen Bahnen, das Handelsvolumen war als eher niedrig zu bezeichnen. Für Impulse sorgten mangels makroökonomischer Daten Unternehmensergebnisse. Semperit konnte dank Sparmaßnahmen und einer Entspannung auf den Rohstoffmärkten wieder einen Gewinn berichten, und obwohl der Umsatz leicht zurückgegangen war konnte der Gummi- und Kautschukproduzent ein Tagesplus von 4,5% erzielen. Das Bauunternehmen Porr ist für den weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr durchaus optimistisch, die Verluste konnten dank steigender Umsätze eingedämmt werden, die Investoren beurteilten das Ergebnis aber in Summe negativ und brachten den Titel 0,9% nach unten.

    UBM Development berichtete ebenfalls geringere Gewinne, allerdings hatte es im Vorjahr hohe Verkaufserlöse gegeben, die vorgelegten Ergebnisse brachten den Immobilienentwickler 0,7% nach unten. Auch Warimpex legte die Bücher offen, der Gewinn konnte deutlich nach oben gebracht werden, anscheinend wurde bei vielen Anlegern insgeheim mit einem noch besseren Ergebnis gerechnet und der Titel war mit einem Minus von 2,5% einer der schwächsten im Prime Market. Do&Co musste den heftigen Vortagsgewinnen Tribut zollen, das Cateringunternehmen schloss mit einem Abschlag von 2,3%. Die Banken konnten der europaweiten Sektorenschwäche trotzen, Bawag und Raiffeisenbank International schlossen mit einem Minus von lediglich 0,1%, für die Erste Group ging es auch nur um 0,2% nach unten.

    Vollkommen unterschiedlich verlief der Handelstag für die Ölwerte, während OMV ein deutliches Plus von 1,5% erzielen konnte, musste der Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann einen Abschlag von 3,1% hinnehmen. Palfinger konnte sich von den Vortagsverlusten eindrucksvoll erholen, für den Kranhersteller ging es 3,9% nach oben. Zumtobel bleibt momentan einer der volatilsten Werte am Wiener Markt, gestern konnte sich der Leuchtenhersteller wieder um 2,9% befestigen. Gesucht war auch Agrana mit einem Aufschlag von 1,9%, auch Strabag war äußerst beliebt und konnte um 2,0% vorrücken.

    Nach unten ging es für die Börsen in den USA, die Zuwächse nach dem langen Wochenende konnten nicht lange gehalten werden. Hier waren es allerdings wieder einmal die alten Handelssorgen, die wieder in Erinnerung gerufen wurden, und den Dow Jones 0,9% nach unten brachten. US-Präsident Donald Trump hatte während seines Staatsbesuchs in Japan betont, die USA seien für einen Handelsdeal mit China noch nicht bereit. Amerikanische Zölle auf chinesische Güter könnten sehr schnell sehr deutlich erhöht werden. Auch eine umfassende Handelsvereinbarung zwischen den USA und Japan wird nach Darstellung Trumps vor den dortigen Wahlen erst einmal nicht zustande kommen.

    Der marktbreite S&P 500 musste 0,8% abgeben, der Nasdaq 100 hielt sich im Vergleich dazu mit einem Abschlag von 0,3% noch relativ gut. Hier konnte ein guter Teil der Verluste von AMD abgewendet werden, der Chipkonzern verzeichnete einen Kurssprung von 9,8% da das Unternehmen einige Produkte vorgestellt hatte, die Fachleuten zufolge diejenigen der Konkurrenz bei weitem übertreffen. Fiat Chrysler konnte auf Grund der geplanten Fusion mit Renault auch in den USA gestern 7,2% zulegen. Der Generikahersteller Teva musste auf Grund einer gestrichenen Kaufempfehlung durch UBS eine Einbusse von 12,4% hinnehmen. Im Gegenzug brachte eine positive Meinung von Goldman Sachs den Videospiel-Entwickler Activision Blizzard 2,8% nach oben.

    Vorbörslich erwarten wir die europäischen Märkte heute Mittwoch schwächer. Die Börsen in Asien notieren zum größten Teil im Minus. Auf der Makroseite werden heute unter anderem die Arbeitslosenzahlen in Deutschland sowie das BIP in Österreich und Frankreich veröffentlicht. Auf der Unternehmensseite berichten heute EVN , Immofinanz (bereits gestern nach Börseschluss), Marinomed und Strabag (siehe unten).

    UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

    EVN


    Das heimische Elektrizitätsversorgungsunternehmen EVN berichtete heute seine Zahlen zum Q2-2018/19. Die Umsatzerlöse der EVN gingen im zweiten Quartal 2018/19 mit 650,1 Mio. Euro um rund 1% zurück (Vorjahr: €656,5 Mio.). Dem lagen gegenläufige Entwicklungen zugrunde: Positive Impulse gingen beispielsweise von Zuwächsen in der erneuerbaren Erzeugung und der Wärmeversorgung aus. Gegenläufig dazu wirkten hingegen geringere Erlöse aus der thermischen Erzeugung, ein preis- und mengenbedingter Rückgang im Segment Netze sowie eine geänderte, wenn auch ergebnisneutrale Verrechnungsmethodik für den sogenannten "Ökostrom-Zuschlag" in Bulgarien. Während das EBITDA um 30,2% auf €167,1 Mio. zurückging, büßte das EBIT 42,3% auf €100,6 Mio. ein. Hierfür waren unter anderem höhere Beschaffungskosten und stichtagsbedingt negative Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften verantwortlich. Das Konzernergebnis ging um 40,4% auf €69,8 Mio. zurück. Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2018/19 wurde bestätigt: es wird ein Konzernergebnis in einer Bandbreite von €160 Mio. bis €180 Mio. erwartet.

    Q2-2018/19: Umsatzerlöse: €650,1 Mio. (668e), EBITDA: €167,1 Mio. (177e), Konzernergebnis: €69,8 Mio. (94,1e)

    Immofinanz

    Das heimische Immobilienunternehmen Immofinanz veröffentlichte gestern nachbörslich seine Zahlen zum Q1/19. Die Mieterlöse verbesserten sich um 10,5% (inklusive der Effekte aus der Erstanwendung IFRS 16) bzw. um 4,1% (bereinigt um IFRS-16-Effekte) auf €65,2 Mio. Das operative Ergebnis stieg um 3,7% auf €36,8 Mio., der nachhaltige FFO 1 aus dem Bestandsgeschäft (vor Steuern) kletterte um 35,0% auf €28,1 Mio. Das Bewertungsergebnis aus Bestandsimmobilien und Firmenwerten drehte auf €7,1 Mio. ins Plus (Q1 2018: €-3,8 Mio.). Dies ist vor allem auf eine Neubewertung der Prager Innenstadtimmobilie Na Prikope zurückzuführen. Das Finanzergebnis verschlechterte sich aufgrund negativer Bewertungsergebnisse von Derivaten und niedrigerer Ergebnisanteile aus nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen (S Immo) auf €-18,4 Mio. (Q1 2018: €-4,5 Mio.). Der Aufwand für Ertragssteuern ging aufgrund deutlich niedriger latenter Steuern stark zurück und lag nahezu bei 0 (Q1 2018: €-22,9 Mio.).  Dies resultierte in einem Konzernergebnis von €30,4 Mio. was eine signifikante Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet (Q1 2018: €1,0 Mio.). Der EPRA NAV/Aktie erhöhte sich um knapp 2% auf €29,36. Der Ausblick, wonach der FFO 1 im Geschäftsjahr 2019 bei mehr als €100 Mio. zu liegen kommen soll, wurde zudem bestätigt.

    Q1/19: Mieterlöse: €65,2 Mio. (Vj. 59,0); Umsatzerlöse: €86,7 Mio. (Vj. 82,6); Operatives Ergebnis: €36,8 Mio. (Vj. 35,5); Konzernergebnis: €30,4 Mio. (Vj. 1,0)

    Marinomed

    Das heimische biopharmazeutische Unternehmen Marinomed veröffentlichte heute ein Update zum ersten Quartal 2019. Eine positive Umsatzentwicklung in vielen Märkten konnte im ersten Quartal 2019 jedoch die vorübergehend schwächere Nachfrage in zwei Kernmärkten nicht vollständig wettmachen. Die Umsatzerlöse kamen damit bei €0,75 Mio. zu liegen, nach starken €0,92 Mio. im Vorjahresquartal. Das operative Ergebnis (EBIT) war plangemäß negativ und kam insbesondere aufgrund höherer F&E-Aufwendungen und einmaliger Kosten im Zusammenhang mit dem Börsegang bei €2,63 Mio. (1-3/2018: €-1,05 Mio.) zu liegen. Mit dem €22,4 Mio. hohen Emissionserlös des Börsegangs und dem Darlehen der Europäischen Investitionsbank von bis zu €15 Mio. verfügt Marinomed über eine ausgezeichnete Kapitalbasis, um geplante Zukunftsinvestitionen umzusetzen. Mit der Marinosolv-Plattform hat Marinomed den $5 Mrd. schweren Weltmarkt für Cortison-basierte Therapien gegen allergischen Heuschnupfen im Fokus. Marinomed erwartet für das Jahr 2019 eine weiterhin gute Auftrags- und Umsatzentwicklung. Aufgrund der hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind jedoch auch für das Gesamtjahr 2019 operative Verluste zu erwarten.

    Strabag

    Der heimische Baukonzern Strabag veröffentlichte heute seine Trading Statement für das 1. Quartal 2019. Der Konzern hat die Leistung angesichts des hohen Auftragsbestands und eines erneut sehr guten Bauwetters um 19% auf €3,1 Mrd. erhöht. Der Auftragsbestand stieg um 2% im Jahresvergleich auf €17,9 Mrd. Während er in Deutschland und Tschechien zulegte, ging er in Ungarn und der Slowakei zurück, da hier zahlreiche Großprojekte abgearbeitet wurden. Dank guter konjunktureller Lage in den meisten Kernmärkten und Auswirkungen der in den vergangenen Jahren forcierten Maßnahmen des Risikomanagements hat der Vorstand das Ziel einer Steigerung der EBIT-Marge auf 4% bis 2022 ausgegeben. Für 2019 wurde die Leistungserwartung auf mehr als früher prognostizierten €16,0 Mrd. erhöht, während die Prognose für eine EBIT-Marge von 3,3% bleibt unverändert.


    (29.05.2019)

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    Deutsche Bank
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