02.10.2019, 3623 Zeichen
Die adidas-Aktie hat ihre kurzfristige Schwächeperiode überwunden. Das Papier peilt neue Rekordstände an. Allerdings könnte dem größten europäischen Sportartikelhersteller auch einiges an Gegenwind entgegenwehen.
Nachdem die adidas-Aktie Anfang August bei knapp 297 Euro einen neuen Höchststand erreicht hatte, nahm sich der DAX-Wert eine kleine Auszeit. Während Marktteilnehmer die Marktunsicherheiten für Gewinnmitnahmen nutzten, freuten sich andere Investoren über eine günstige Einstiegsgelegenheit. Auch deshalb hat sich die adidas-Aktie in den vergangenen Wochen aufgemacht, die zeitweise unterbrochene Rekordjagd fortzusetzen. Dabei dürfte endlich auch die Marke von 300 Euro in den Fokus geraten. Zudem könnten Anleger damit die Enttäuschung über die nicht erfolgte Aufnahme in den Stoxx Europe 50 vergessen.
Neben einigen Schnäppchenjägern, die den zwischenzeitlichen Rücksetzer der adidas-Aktie für einen günstigen Einstieg nutzten, kam den Anteilsscheinen des Sportartikelherstellers auch die allgemeine Beruhigung an den Börsen zugute. Darüber hinaus profitierte die adidas-Aktie von den am Markt positiv aufgenommenen Geschäftszahlen des adidas-Konkurrenten Nike. Dieser hatte die Ergebnisse zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende August) am 24. September präsentiert.
Konzernweit wuchsen die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 7 Prozent auf 10,7 Mrd. US-Dollar. In Nordamerika lag das Umsatzplus bei 4 Prozent. adidas hatte seinerseits im zweiten Quartal (Ende Juni) laut Unternehmensangaben vom 8. August in Nordamerika sogar ein Umsatzplus von 6 Prozent erzielt. Dabei konnte die Marke Reebok um 10 Prozent zulegen. Allerdings konnte adidas Marktteilnehmer mit dem konzernweiten Umsatzwachstum in Höhe von 5 Prozent (währungsbereinigt: 4 Prozent) nicht überzeugen.
Das adidas-Management stellt für die zweite Jahreshälfte jedoch eine Belebung des Geschäfts in Aussicht. Schließlich wird für das Gesamtjahr 2019 ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 5 bis 8 Prozent angepeilt. Angesichts der Rezessionsängste in einigen Teilen der Welt könnten diese Ziele zu ambitioniert sein. Davon ließ sich adidas bisher jedoch nicht beirren. Zumal das Unternehmen zuletzt in anhaltenden Wachstumsmärkten wie China und den USA Stärke zeigte. Außerdem treibt das immer wichtiger werdende Online-Geschäft das Unternehmenswachstum weiter an.
Zudem konnte adidas jüngst trotz des schwierigen Marktumfelds auf der Ergebnisseite überzeugen. Die jüngsten Effizienzmaßnahmen haben Wirkung gezeigt. Im Juni-Quartal wuchs das Betriebsergebnis (+9 Prozent) stärker als der Umsatz, so dass sich die operative Marge um 0,4 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent (Prognose für 2019: 11,3 bis 11,5 Prozent) verbesserte. Trotzdem stellt sich die Frage, ob die adidas-Aktie die positive Entwicklung seit Jahresbeginn fortsetzen kann. Zumal die positiven Aussichten bereits eingepreist sein könnten. Schließlich ist das Papier alles andere als günstig. Gemessen am FactSet-Konsens liegt das für das Jahr 2020 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 25. Außerdem könnte auch adidas unter einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Stimmung leiden.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der adidas-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DC4G9W) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,15, die Barriere bei 225,10 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC5J7X, aktueller Hebel 3,86, Barriere bei 339,40 Euro) auf fallende Kurse der adidas-Aktie setzen.
Stand: 01.10.2019
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