19.03.2026, 4138 Zeichen
Novo Nordisk hat einen bemerkenswerten Kurswechsel vollzogen: Der dänische Pharmariese hat seine Patentklage gegen den US-Telehealth-Anbieter Hims & Hers fallen gelassen und stattdessen eine Vertriebspartnerschaft geschlossen. Die Aktie von Hims & Hers schoss daraufhin um mehr als 36 % nach oben. Für Novo Nordisk selbst ist der Deal strategisch wichtig — denn das Unternehmen kämpft 2026 mit erheblichem Gegenwind.
Vom Rechtsstreit zur Kooperation
Die Vorgeschichte ist turbulent. Beide Unternehmen hatten bereits im vergangenen Jahr eine ähnliche Vereinbarung, die jedoch im Streit zerbrach. Novo Nordisk warf Hims & Hers illegale Massenherstellung von Nachahmerversionen seiner GLP-1-Medikamente und irreführendes Marketing vor. Anfang dieses Jahres kündigte Hims & Hers sogar eine kompoundierte Version von Wegovy in Pillenform an — bis eine Klage und ein FDA-Eingreifen den Rückzieher erzwangen.
Die neue Vereinbarung räumt diese Konflikte ab. Hims & Hers bietet künftig Zugang zu injizierbarem und oralem Semaglutid — vermarktet als Ozempic und Wegovy — zu denselben Preisen wie andere Telehealth-Plattformen. Eigene kompoundierte GLP-1-Produkte darf das Unternehmen weder verkaufen noch bewerben.
Für Novo Nordisk bedeutet das: Ein bisher unkontrollierbarer Vertriebskanal wird in das eigene Netzwerk eingebunden. Besonders wertvoll ist das für die orale Wegovy-Formulierung, die erst im Januar 2026 auf den Markt kam und bislang über 600.000 verschriebene Rezepte verbucht hat — bevor Konkurrenz entsteht.
Preisdruck belastet die Jahresprognose
Die Partnerschaft kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Novo Nordisk erwartet für 2026 einen Umsatzrückgang von 5 % bis 13 % zu konstanten Wechselkursen — deutlich mehr als Analysten prognostiziert hatten. Zum Vergleich: 2025 wuchs der Umsatz noch um 10 %, auch wenn CEO Mike Doustdar das Jahr als „herausfordernd" bezeichnete.
Der wichtigste Preistreiber ist ein Abkommen mit der US-Regierung. Seit November gilt eine Vereinbarung, die den Monatspreis für Wegovy und Ozempic von über 1.000 Dollar auf 350 Dollar senkt — wenn Patienten über den staatlichen Direktkanal TrumpRx kaufen. Zusätzlich wurden Preisreduktionen für Medicare Part D und Medicaid vereinbart. Im Gegenzug erhält Novo Nordisk eine dreijährige Zollbefreiung und hat sich verpflichtet, 10 Milliarden Dollar in die US-Produktion zu investieren, unter anderem für die Herstellung der oralen Semaglutid-Formulierung.
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Die Bruttomarge sank 2025 bereits auf 81 %, nach 84,7 % im Vorjahr. Der Aktienkurs spiegelt die Neubewertung wider: Die Novo-Nordisk-B-Aktie notiert aktuell bei 236,4 DKK — weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 548,1 DKK.
Volumen soll Preisrückgang ausgleichen
Die Strategie des Unternehmens ist klar: Mehr Patienten erreichen, um sinkende Erlöse je Einheit zu kompensieren. Die Hims-&-Hers-Partnerschaft ist ein direkter Ausdruck davon.
Zusätzliche Impulse erhofft sich Novo Nordisk von seiner Pipeline. CEO Doustdar nannte die Kombinationstherapie CagriSema sowie die Hämophilie-Behandlung Mim8 als besonders vielversprechend. Zudem hat die FDA Wegovy kürzlich für eine vierte Indikation zugelassen: die Behandlung von MASH, einer fortgeschrittenen Lebererkrankung — ein Novum für GLP-1-Wirkstoffe.
Ein wichtiger Termin steht unmittelbar bevor: Am 26. März 2026 findet die Hauptversammlung im Bella Center statt, auf der unter anderem die Fortsetzung des laufenden Aktienrückkaufprogramms zur Abstimmung kommt. Parallel wartet der Markt auf die FDA-Entscheidung zu Eli Lillys oralem GLP-1-Kandidaten Orforglipron — erwartet im zweiten Quartal 2026 — die den Wettbewerbsdruck weiter verschärfen könnte.
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