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Bank of Japan schmähstad (Willibald Katzenschlager, LLB Österreich)

28.04.2020, 3065 Zeichen

Die Woche der Zentralbanken wird heute mit der Sitzung der Schwedischen Riksbank fortgesetzt, von der erwartet wird, dass sie dem Druck Zinsen zu senken wiederstehen wird. Immerhin hatte sie zu Beginn des Jahres auf die nachweislich nur mangelhafte Wirkung von Negativzinsen hingewiesen. Aber damals war Corona ja auch nur ein dünnflüssiges Bier... Auch die Fed beginnt heute mit ihrem tourlichen Meeting, das morgen Abend in einem offiziellen Statement gipfeln wird. Ob die US-Notenbank die hochgesteckten Erwartungen hinsichtlich vermehrter, auch unkonventioneller, Maßnahmen bereits morgen erfüllen kann, bleibt abzuwarten. Die Bank of Japan, die in den letzten Jahren oft als Impulsgeber aufgetreten war, hatte sich gestern jedenfalls recht "schmähstad" (für unsere Leser im Westen: einfallslos, uninspiriert) gezeigt. Am Donnerstag ist dann noch die EZB gefordert, ehe wir uns in ein verlängertes Wochenende zurückziehen dürfen. Wem die Wartezeit auf Lockerungsmaßnahmen oder Marktveränderungen zu lange dauert, der könnte den heutigen internationalen Tag der Superhelden zum Anlass nehmen, um dem US-Präsidenten, also dem "Donald Man", ein Glückwunsch-Mail zu schreiben oder sich als "Bicycle Repair-Man" verdingen - Monty Python sei Dank! Auch der "International Blueberrry Pie Day" bietet wohl einige Gestaltungsmöglichkeiten...

An den asiatischen Börsen lässt sich heute Morgen keine einheitliche Tendenz feststellen. Nach den Aufschlägen zum Wochenauftakt werden mancherorts Gewinne mitgenommen.

Zentrales Thema bei den Anlegern ist nach wie vor die Coronavirus-Krise. Hoffnungen, dass die Kontaktbeschränkungen gelockert oder gar aufgehoben werden und die Wirtschaft wieder hochgefahren werden kann, wechseln sich ab mit der Angst vor den konjunkturellen Folgen der Pandemie. Daneben läuft die Bilanzsaison auf Hochtouren. Das ist für viele Anleger Grund genug, sich momentan zurückzuhalten.

Die Wall Street hat gestern mit Aufschlägen auf die Entspannung in der Corona-Krise reagiert. Einige US-Bundesstaaten erlaubten die Öffnung von Einzelhändlern, Restaurants und anderen Ladengeschäften wieder. Selbst im hart getroffenen Bundesstaat New York wurde über Lockerungsmaßnahmen nachgedacht. Die Warnungen von Medizinern über ein zu forsches Vorgehen bei der Lockerung der Auflagen wurde in den USA überhört. Finanzminister Steven Mnuchin stellte bereits eine Konjunkturerholung ab Juni in Aussicht.

Das Ifo-Beschäftigungsbarometer hat im April wegen der Corona-Krise einen Rekordrückgang verzeichnet. Die deutsche Kennzahl stürzte von 93.4 Punkten im März auf 86.3 Punkte ab. Dies ist ein historisches Tief, der Rückgang des Barometers war noch nie so stark.

Die Ölpreise geben heute Morgen nach dem Preissturz vom Wochenstart weiter nach. Neben dem seit Mitte März anhaltenden Druck durch Nachfrageschwäche und Angebotsschwemme, belasten sinkende Lagerkapazitäten und Verkäufe großer Ölfonds die Notierungen. Der Preis für US-Öl fiel daher im asiatischen Handel zeitweise unter die Marke von USD 11. Die Lage am Rohölmarkt bleibt daher unverändert kritisch.


(28.04.2020)

Disclaimer:
Dieses Dokument dient ausschließlich Informationszwecken und berücksichtigt nicht die besonderen Umstände des Empfängers bzw. Lesers. Es stellt keine Anlageberatung dar. Die Inhalte dieses Dokuments sind nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von in diesem Dokument genannten Wertpapieren beabsichtigt und dienen nicht als Grundlage oder Teil eines Vertrages oder einer Verpflichtung irgendeiner Art. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die von dem Verfasser als zuverlässig und korrekt erachtet werden. Der Verfasser sowie die Liechtensteinischen Landesbank (Österreich) AG übernehmen keine Garantie oder Gewährleistung im Hinblick auf Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck. Insbesondere behalten sich der Verfasser sowie die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG Satz- und Druckfehler sowie Irrtümer vor. Alle Meinungen oder Einschätzungen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Die hierin zum Ausdruck gebrachten Meinungen spiegeln jene des Verfassers und nicht zwangsläufig auch die Meinungen der Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG wieder. Die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG ist nicht dazu verpflichtet dieses Dokument zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen oder deren Empfänger bzw. Leser auf andere Weise zu informieren, wenn sich ein in diesem Dokument genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme oder Schätzung ändert oder unzutreffend wird. Die in der Vergangenheit gezeigte Kursentwicklung von Finanzinstrumenten erlaubt keine verlässliche Aussage über deren zukünftigen Verlauf. Eine Gewähr für den positiven Anlageertrag einer in diesem Dokument beschriebenen Einschätzung kann daher weder von dem Verfasser noch von der Liechtensteinischen Landesbank (Österreich) AG übernommen werden.

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    (28.04.2020)

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