05.08.2020, 3531 Zeichen
"Goldfinger" müsste man heißen, besser noch sein. Die Notierung des wohl beliebtesten Edelmetalls hat nun erstmals in der Neuzeit die Marke von USD 2.000,- überschritten - ein klares Zeichen für anhaltende Krisenstimmung bzw. Zukunftsangst, aber auch für die überbordende Liquidität in den Märkten. Begünstigt wird dieser "Homerun" durch einen weiterhin schwächelnden US-Dollar, der nach wie vor angezählt wirkt. Kein Wunder, bei anhaltend dramatisch hohen Corona-Infektionszahlen und einer schwer gebeutelten Wirtschaft. Nach wie vor wird vor allem hinter den Kulissen des Kongresses und den Tapetentüren des Weißen Hauses an einem neuen Hilfspaket getüftelt, das längst in Kraft treten hätte sollen, jedoch weiter auf sich warten lässt. So knapp vor der Präsidentschaftswahl im November wahrlich keine leichte Übung. Für die Donalds kommt es derzeit richtig knüppeldick. Der blondierte Donald versucht verzweifelt, von seinen innenpolitischen Defiziten abzulenken, während der aus Entenhausen den ersten Quartalsverlust seit 2001 vermelden musste. Fast USD 5 Mrd. Verlust fuhr die Walt Disney Company im zweiten Quartal ein, was hauptsächlich auf geschlossene Kinos und Freizeitparks zurückzuführen ist. Da dürfte der Pegel in Onkel Dagoberts Geldspeicher wohl kräftig sinken...
In unterschiedliche Richtungen bewegen sich heute die Leitindizes an den Börsen Asiens. Ein Hauptthema ist ein Bericht des Wall Street Journal, demzufolge die USA und China über die Probleme mit dem sogenannten Phase-Eins-Deal sprechen wollen, dem Handelsabkommen vom Januar. Laut dem Bericht wollen sich hochrangige Vertreter beider Länder am 15. August treffen, um über umstrittene Themen zu sprechen. China hat die Verpflichtungen zur Abnahme von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA nicht erfüllt. Zudem dürfte Peking die Sorge über die amerikanischen Attacken auf chinesische Technologieunternehmen anführen.
Bei den chinesischen Dienstleistern hat sich die Geschäftsaktivität im Juli verlangsamt. Der von Caixin Media Co und dem Researchinstitut Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Servicesektor verringerte sich auf 54,1 (Juni: 58,4) Punkte. Der Index basiert auf einer Umfrage unter rund 400 Unternehmen, wobei auch kleinere, in Privatbesitz befindliche Firmen, stärker berücksichtigt sind.
Nachdem sich die US-Aktienmärkte gestern über weite Strecken uneinheitlich zeigten, hat es am Ende doch für ein neuerliches Plus gereicht. Der Nasdaq-Composite erreichte sogar ein neues Rekordhoch. Beobachter erklärten die neuerlichen Kursgewinne mit der bislang überzeugenden Bilanzsaison und der Hoffnung auf ein neues Corona-Hilfspaket. Die leicht zurückgehenden Fallzahlen bei den Neuinfektionen in den USA ließen die Anleger zwar aufatmen, versetzten sie angesichts weiter sehr hoher Werte aber nicht in Kauflaune.
Erdöl drehte gestern nach anfänglichen Verlusten ins Plus, nachdem es im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut zu einer schweren Explosion gekommen war. Der Fasspreis für US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte in Reaktion auf die Nachricht um 1,7 % auf USD 41,70, die europäische Referenzsorte Brent verteuerte sich um 1,2 % auf USD 44,43.
Während die Aktienindizes überwiegend nur kleinere Bewegungen nach oben oder unten vollziehen, ist Gold der eigentliche Star an den Märkten. Gestern war der Preis für die Feinunze bis auf USD 2.020 Dollar gestiegen, womit der fast zehn Jahre alte Rekord übertroffen wurde. Heute früh schnellte der Preis bis auf USD 2.031 Dollar in die Höhe, bevor er wieder etwas nachgab.
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Börsepeople im Podcast S23/05: Tatjana Aubram
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