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Inbox: Analysten: Moderate Preisanstiege historisch meist guter Nährboden für Aktienmärkte


28.02.2021

Zugemailt von / gefunden bei: Raiffeisen Research (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

Aus dem Wöchentlichen Marktausblick von Raiffeisen Research:  Der Renditeanstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen bescherte den US-Aktienmärkten nicht nur eine rabenschwarze Handelswoche, sondern sorgte auch für den größten Verlusttag an der NASDAQ seit rund 4 Monaten. Die Versteilung der Kurve, welche auf den erwarteten starken Wirtschaftsaufschwung und die damit einhergehenden Inflationssorgen zurückzuführen ist, veranlasste Anleger folglich in Scharen dazu ihre Gewinne aus den vergangenen Monaten zu realisieren.

Es ist dabei nicht verwunderlich, dass hierbei vorwiegend jene Sektoren betroffen sind, welche zu den "Gewinnern" der Coronakrise zählten und deren starkes Momentum in ausufernden Kursfantasien und Bewertungen resultierten. So musste allen voran der Growth-Bereich deutliche Verluste verbuchen, was auch an den jüngsten Entwicklungen der Leitindizes ersichtlich ist.

Der mit "New Economy"-Werten hoch gewichtete US-Aktienmarkt schnitt in den vergangenen fünf Tagen deutlich schlechter ab als der Value lastige europäische Aktienmarkt. Diese Entwicklung ist bei genauer Betrachtung jedoch keine neue Erscheinung, sondern kann bereits seit Jahreswechsel beobachtet werden. Während beispielsweise der NASDAQ 100 eine negative YTD-Performance in der Höhe von -0,5 % vorweist, kann auch der marktbreite S&P 500 nur einen Anstieg von +1,9 % verbuchen. In Europa hingegen kann der Euro STOXX 50 mit +3,7 % aufwarten. Das Maß aller Dinge in unserer Coverage ist und bleibt jedoch ausgerechnet der heimische Aktienmarkt. So sehr die Sektorkomposition des ATX in der Vergangenheit lähmend war, kommt diese im derzeitigen Marktumfeld zu tragen. Dementsprechend kann der ATX in dieser turbulenten Woche nicht nur ein sattes Plus vorweisen, sondern führt mit +10,5 % seit Jahresbeginn die Liste der von uns gecoverten Märkte mit Respektsabstand an.

Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Entwicklung an den Aktienmärkten keineswegs überraschend kommt und eine Korrektur in Anbetracht des zuletzt überbordenden Sentiments und der hohen Bewertungsniveaus im Technologie-Sektor überfällig erschien. Wie wir aber in unseren jüngsten Aussendungen stets betonten, sehen wir eine solche Korrektur durchaus als gesund an und fühlen uns in Anbetracht der jüngsten Entwicklungen in unserem Basisszenario bestätigt.

Die Sektorroation, welche wir bereits im letzten Jahr im Hinblick auf die schrittweise konjunkturelle Erholung prognostizierten und die sich in unseren Kurszielen widerspiegelt, sollte sich weiter fortsetzen. Eine höhere, aber mittelfristig gedämpfte Inflation, wie sie von unseren Ökonomen erwartet wird, sollte diese Entwicklung sogar unterstützen. Schließlich fiel die Value-Prämie in den USA, also die Differenz der annualisierten Performance zwischen Value- und Growth-Aktien, im historischen Vergleich dann am höchsten aus, wenn sich die Inflation in einem moderaten Bereich über der 2 %-Marke befand. Gemäßigte Preissteigerungen sollten aber auch allgemein für den breiten Markt keine großen Hürden darstellen, da Unternehmen diese in der Regel ohne größere Schwierigkeiten an Kunden weitergeben können, solange die Anstiege nicht allzu intensiv und sprunghaft ausfallen.

Derartige Übergangsphasen sind zumeist von hoher Volatilität geprägt und es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die Schwäche im Tech-Sektor auch den breiten Markt weiter belastet. Zumindest auf Sentimentebene wäre noch einiges an Potenzial für weitere Rücksetzer vorhanden. So deuten Indikatoren wie die Put/Call-Ratio oder das Handelsvolumen bei Penny Stocks ebenso auf ein hohes Maß an Optimismus hin wie die neuerlichen Kurskapriolen bei GameStop. Wenngleich also unser Bild auf die kommenden zwölf Monate weiterhin bullish ist, können zwischenzeitlich hohe Preisschwankungen nicht ausgeschlossen werden.

Anlässlich der jüngsten Verwerfungen spielten Unternehmensdaten nur mehr eine untergeordnete Rolle. Während in Europa in der kommenden Woche noch einige Big Player ihr Zahlenwerk vorlegen werden, kann die Berichtssaison in den USA mehrheitlich als beendet angesehen werden. In Anbetracht der eingangs niedrigen Erwartungshaltung kann hierzu durchaus ein erfreuliches Fazit gezogen werden. Im S&P 500 haben rund 93 % der Unternehmen ihr Zahlenwerk vorgelegt, wovon mehr als 80 % die in sie gestellten Gewinnerwartungen übertreffen konnten. Das aggregierte Gewinnwachstum fällt mit +3,8 % durchaus erfreulich aus.


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(BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

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    Es ist dabei nicht verwunderlich, dass hierbei vorwiegend jene Sektoren betroffen sind, welche zu den "Gewinnern" der Coronakrise zählten und deren starkes Momentum in ausufernden Kursfantasien und Bewertungen resultierten. So musste allen voran der Growth-Bereich deutliche Verluste verbuchen, was auch an den jüngsten Entwicklungen der Leitindizes ersichtlich ist.

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