11.11.2022, 5681 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Die Wiener Börse hat am Donnerstag in einem sehr starken internationalen Börsenumfeld fester, aber mit unterdurchschnittlichen Gewinnen geschlossen, der ATX konnte ein Plus von 1,1% erzielen. Bei den Einzelwerten stand weiterhin die laufende Berichtssaison im Fokus, Wienerberger und Polytec legten Zahlen vor. Der Ziegelriese hatte in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres seine Ergebnisse trotz eines herausfordernden und volatilen Marktumfelds gegenüber dem Vorjahr massiv gesteigert, Analysten bewerteten die Zahlen für das dritte Jahresviertel als stark und über den Erwartungen, zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr angehoben, die Aktie konnte um 3,6% zulegen. Der Autozulieferer Polytec hatte in den ersten drei Quartalen dieses Jahres weniger produziert als im Vorjahr, durch die teilweise Weitergabe der Mehrkosten aber den Umsatz um 3,6 Prozent auf 430,7 Millionen Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis schmolz von 7,0 Millionen auf 0,24 Millionen Euro zusammen, unter dem Strich blieb ein Verlust von 1,9 Millionen Euro, nach einem Nettogewinn von 3,6 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahlen wurden allgemein als eher schwach, aber im Rahmen der Prognosen eingeschätzt, die Aktie beendete den Handel ohne prozentuelle Veränderung. Die Deutsche Bank setzte das Kursziel für voestalpine von 29,0 Euro auf 31,0 Euro nach oben, die Einschätzung wurde bei „Hold“ belassen, der Stahlkonzern konnte 2,9% zulegen. Die Erste Group stufte Lenzing von „Accumulate“ auf „Hold“ zurück, das Kursziel wurde von 94,5 Euro auf 72,5 Euro nach unten revidiert, der Titel reagierte mit einem Abschlag von 2,6%. Um 2,4% nach oben ging es für Mayr-Melnhof, nachdem Raiffeisen Research zwar das Kursziel von 209,0 Euro auf 180,0 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung aber beibehalten hatte. An die Spitze der Kursübersicht konnte sich Immofinanz mit einem Anstieg von 6,8% setzen, auch AT&S war gut nachgefragt und konnte um 5,8% vorrücken. Mit einem Plus von 5,5% ging es auch für Agrana weiter nach oben und der Verbund konnte ebenfalls deutlich zulegen und 5,1% fester schliessen.
Österreichische Post
Die Österreichische Post präsentierte heute ihre Ergebnisse zum Q3/22, die über den Analystenschätzungen lagen. In den ersten drei Quartalen 2022 lagen die Umsatzerlöse des Konzerns bei 1.815,9 Mio EUR (–1,0%), im dritten Quartal betrug der Umsatzanstieg 5,7% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das Paketgeschäft in der Türkei zeigt sich aktuell nach einem außerordentlich erfolgreichen Jahr 2021 durch Inflation und Währungseffekte stark beeinträchtigt. Exklusive dem Türkei-Geschäft ist der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2022 um 1,9% gestiegen. Die Division Brief & Werbepost verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang von 0,7%, die Division Paket & Logistik einen Rückgang von 4,5%, exklusive dem Türkei-Geschäft betrug der Umsatzanstieg 1,2%. Positiv entwickelte sich die Division Filiale & Bank mit einem Umsatzplus von 62,2% auf €85,2 Mio. in den ersten neun Monaten 2022. Die Ergebniskennzahlen lagen im Q3/22 unter dem Vorjahr und waren geprägt vom aktuell herausfordernden Marktumfeld. Das EBITDA reduzierte sich um 4,0% auf €78,6 Mio. und das EBIT entwickelte sich von €40,6 Mio. auf €34,4 Mio. (–15,5%). Das Periodenergebnis stieg hingegen aufgrund eines positiven Steuereffekts um 14,1% auf €30,0 Mio. Gemäß aktuellen Einschätzungen geht das Unternehmen davon aus, dass die kurzfristige Visibilität gewährleistet ist und für das Gesamtjahr 2022 mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres von €2,5 Mrd. zu rechnen ist. Unter der Voraussetzung einer weiterhin berechenbaren Energieversorgung prognostiziert die Österreichische Post ein Ergebnis zumindest in der Mitte der bereits kommunizierten Bandbreite (EBIT 2021: €205 Mio., EBIT 2020: €161 Mio.). Das angepeilte Ziel des Unternehmens für 2023 ist es, mit einem Umsatzwachstum dem Kostenauftrieb zu begegnen und ein möglichst stabiles Ergebnis zu erzielen.
Q3/22: Umsatzerlöse: €604,1 Mio. (576,0e); EBITDA: €78,6 Mio. (75,0e); EBIT: €34,3 Mio. (29,6e); Periodenergebnis: €30,0 Mio. (21,9e)
Zumtobel Group
Zumtobel gab ein vorläufiges Halbjahresergebnis für das Geschäftsjahr 2022-23 bekannt. Mit €627,8 Mio. (Vorjahr: €567,4 Mio.) liegt der Umsatz 10,6% über dem Vorjahreszeitraum. Das EBIT der Zumtobel Group beträgt €50,8 Mio., was einer EBIT-Marge von 8,1% entspricht (Vorjahr: €35,0 Mio.; EBIT-Marge 6,2 %). Die Gründe hierfür sind – neben einer besseren Verfügbarkeit von Komponenten sowie teilweise höherer Verkaufsvolumen – vor allem höhere erzielte Verkaufspreise sowie positive Effekte aus der Entwicklung der Wechselkurse. Des Weiteren wurde das Periodenergebnis um 46,8% auf €33,7 Mio. (Vorjahr: €23,0 Mio.) gesteigert. Aufgrund der positiven Entwicklung im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2022/23 und den vorläufigen Halbjahreszahlen erwartet der Vorstand der Zumtobel Group nun ein Umsatzwachstum zwischen 4 % bis 8 % (bisher: 3 % bis 6 %) sowie eine EBIT-Marge von 4 % bis 6 % (bisher: 4 % bis 5 %) für das Geschäftsjahr 2022/23. Dieser Ausblick bedingt, dass in einem sehr herausfordernden Marktumfeld Europa weiterhin ausreichend mit Gas versorgt wird, die Energiepreise sich einpendeln und die Verfügbarkeit von Vorprodukten für die Produktion von Leuchten und Komponenten sich nicht weiter verschlechtert. Die oben genannten Zahlen sind noch vorbehaltlich der prüferischen Durchsicht vom Wirtschaftsprüfer zu verstehen. Der vollständige Halbjahresfinanzbericht sowie Details über das zum 31. Oktober 2022 abgeschlossene Halbjahr werden gemäß Finanzkalender am 7. Dezember 2022 veröffentlicht.
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