15.03.2026, 2860 Zeichen
BioNTech steht vor einem doppelten Einschnitt: Die Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das Unternehmen bis Ende 2026 — und der Umsatzausblick für das laufende Jahr enttäuschte die Märkte erheblich. Die Aktie reagierte mit einem zweistelligen Kursverlust und notiert aktuell rund 25% unter ihrem Jahreshoch von 105,90 Euro.
Schwacher Ausblick belastet
Das vierte Quartal 2025 schloss BioNTech mit einem Umsatz von 907 Millionen Euro ab, der Nettoverlust belief sich auf 305 Millionen Euro. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,33 Euro — deutlich über der Analystenerwartung von 0,21 Euro. Für das Gesamtjahr 2025 standen 2,87 Milliarden Euro Umsatz einem Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro gegenüber.
Noch schwerer wiegt der Ausblick: Für 2026 erwartet das Management lediglich 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht einem Rückgang von 20 bis 30 Prozent gegenüber 2025 — ein Spiegelbild des nachlassenden COVID-Geschäfts, das BioNTech einst groß gemacht hat.
Gründer gründen neu
Der Abgang von CEO Sahin und Chief Medical Officer Türeci ist eng mit der Gründung eines neuen mRNA-Startups verknüpft. BioNTech hat einer vorläufigen Vereinbarung zugestimmt, ausgewählte mRNA-Rechte und Kerntechnologien an das neue Unternehmen zu übertragen — im Gegenzug erhält BioNTech eine Minderheitsbeteiligung. Die bindenden Verträge sollen bis Ende des ersten Halbjahres 2026 abgeschlossen werden. Kapital für das neue Venture stellt BioNTech nicht bereit.
Einige institutionelle Investoren haben ihre Positionen bereits reduziert, da der Weggang der Gründer das Ausführungsrisiko erhöht.
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Onkologie als Zukunftspfad
Trotz des Führungswechsels hält BioNTech an seiner Transformation zum Onkologie-Unternehmen fest. Bis Ende 2026 sollen 15 laufende Phase-3-Studien in der Krebsmedizin aktiv sein, sechs davon mit erwarteten Spätphasendaten im Jahresverlauf. Für Forschung und Entwicklung sind 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro eingeplant.
Als stabilisierender Faktor gilt die Bilanz: BioNTech verfügte Ende 2025 über rund 17,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln. Analysten halten trotz allem mehrheitlich an einer Kaufempfehlung fest, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 132 US-Dollar. Ob die erwarteten Studiendaten aus der Onkologie-Pipeline ausreichen, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen, wird sich spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2026 zeigen.
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