19.03.2026, 3232 Zeichen
Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin treibt seine europäische Expansion weiter voran. Gestern besiegelte das Unternehmen alle elf industriellen Kooperationsvereinbarungen für das tschechische F-35-Programm. Während das klassische Hardware-Geschäft mit Kampfjets floriert, zwingt ein grundlegender Wandel in der US-Beschaffungspolitik den Konzern zu einer strategischen Anpassung.
F-35 als europäischer Standard
Im Zentrum der jüngsten Entwicklung steht die tschechische Luftwaffe, deren Produktion von 24 F-35A-Kampfjets im Jahr 2027 anlaufen soll. Die nun finalisierten Verträge binden zwölf lokale Unternehmen und Universitäten in die Lieferkette ein, unter anderem für die Fertigung von Kabelbäumen. Dieser Schritt festigt die Position der F-35 als bevorzugtes System der NATO-Staaten. Allein in Europa sind bereits über 700 dieser Maschinen im Einsatz. Für Lockheed Martin zahlt sich diese Dominanz aus: Das Programm machte 2025 rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes aus und verlagert sich zunehmend auf lukrative Wartungsverträge.
Rekordaufträge treffen auf Margendruck
Finanziell steht der Konzern auf einem soliden Fundament. Ein Rekord-Auftragsbestand von 194 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025 sichert die Einnahmen für die kommenden Jahre. Entsprechend optimistisch fällt die Umsatzprognose für 2026 aus, die mit 77,5 bis 80,0 Milliarden US-Dollar die Markterwartungen übertraf. Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Stärke wider: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von gut 32 Prozent und ging am Mittwoch bei 560,00 Euro aus dem Handel. Ein verfehlter Gewinn pro Aktie Ende 2025 deutete jedoch auf leichten Margendruck hin und bremste die rasante Rally der letzten Monate etwas ab. Als Ausgleich winkt Aktionären am 27. März eine Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar je Anteilsschein.
Der Wandel zur Software
Abseits der klassischen Rüstungsproduktion formiert sich ein neues Wettbewerbsumfeld. Das US-Verteidigungsministerium vergibt zunehmend milliardenschwere Verträge an softwaregetriebene Unternehmen wie Palantir oder Anduril. Moderne Kriegsführung stützt sich immer stärker auf Echtzeitdaten, Sensoren und Künstliche Intelligenz. Lockheed Martin reagiert auf diesen Trend und entwickelt aktuell mit Partnern für 26 Millionen US-Dollar einen Prototyp für ein Kommando- und Kontrollsystem der nächsten Generation (NGC2) für die US-Armee.
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Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Rüstungsgiganten hängt künftig von einer doppelten Strategie ab. Einerseits sichern Hardware-Programme wie der tschechische F-35-Deal die Basisumsätze für Jahrzehnte. Andererseits muss Lockheed Martin beweisen, dass sich diese etablierten Plattformen nahtlos in die neuen, softwarezentrierten Ökosysteme des Pentagons integrieren lassen.
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