22.03.2026, 4709 Zeichen
Die Diskussion um Steuererleichterungen in Deutschland hat Ende März 2026 eine neue Dynamik erreicht. Nach den jüngsten Landtagswahlen steht die Bundesregierung unter Druck, versprochene Entlastungen für Bürger und Unternehmen umzusetzen. Doch Experten warnen: Viele Maßnahmen werden von steigenden Sozialbeiträgen aufgefressen.
Anzeige
Ob Einkommensteuer oder Unternehmenssteuern – wer die aktuellen Freibeträge und Regelungen kennt, kann seine Steuerlast deutlich senken. Dieser Gratis-Leitfaden unterstützt Sie dabei, Ihre Steuererklärung fehlerfrei und zeitsparend digital einzureichen. So sparen Sie Zeit und Geld bei Ihrer Steuererklärung mit MeinElster
Politische Versprechen und der Druck der Wähler
Die politische Batte erreichte nach der knappen Wahlschlappe der Union in Baden-Württemberg einen neuen Höhepunkt. Fraktionsvize Steffen Bilger betonte die Dringlichkeit, durch spürbare Wirtschaftspolitik Vertrauen zurückzugewinnen. Der Kernstreitpunkt ist die Umsetzung der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Steuersenkungen.
Aktuell drängen Abgeordnete auf eine schnelle Entlastung bei der Einkommensteuer für Gering- und Mittelverdiener. Parallel fordern Wirtschaftsverbände eine Senkung der Unternehmenssteuern, um den Standort Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen. Die Koalition hat signalisiert, die Gesamtbelastung für Unternehmen bei 25 Prozent deckeln zu wollen. Wie und wann dies finanziert werden soll, ist jedoch noch völlig offen.
Diese Entlastungen gelten bereits 2026
Trotz der Zukunftsdebatten sind bereits mehrere steuerliche Anpassungen in Kraft. Der Grundfreibetrag stieg auf 12.348 Euro. Das Kindergeld erhöhte sich auf 259 Euro monatlich, der Kinderfreibetrag auf 6.828 Euro jährlich.
Auch am Arbeitsmarkt gab es Änderungen: Der Mindestlohn liegt seit Januar bei 13,90 Euro. Die Grenze für Minijobs wurde auf 603 Euro angehoben. Dauerhaft gesenkt wurde zudem die Mehrwertsteuer in der Gastronomie auf 7 Prozent. Pendler profitieren von einem dauerhaft festgeschriebenen Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer.
Die Netto-Illusion: Sozialbeiträge fressen Steuervorteile
Doch bringen diese Maßnahmen auch mehr Geld in der Tasche? Eine Analyse des Lohnsteuer-Dienstleisters Datev zeichnet ein ernüchterndes Bild. Viele Arbeitnehmer werden 2026 kaum mehr Nettoeinkommen haben als im Vorjahr.
Der Grund: Gleichzeitig mit den Steuererleichterungen stiegen die Sozialversicherungsbeiträge. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung kletterte um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Zudem wurden die Beitragsbemessungsgrenzen deutlich angehoben.
Anzeige
Während die Sozialabgaben steigen, bleiben viele steuerliche Optimierungspotenziale bei Abschreibungen oft ungenutzt. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie durch das Wachstumschancengesetz Ihre Liquidität spürbar verbessern können. Wachstumschancengesetz 2024: So holen Sie sich mit degressiver AfA mehr Liquidität zurück
Laut Datev werden bei Beschäftigten mit einem Bruttogehalt bis 5.500 Euro die Steuervorteile fast vollständig durch die höheren Abgaben aufgefressen. Bei manchen Ehepaaren in niedrigen Steuerklassen könnte das Nettoeinkommen sogar leicht sinken. Experten sprechen von einer Entlastungs-Illusion.
Akutmaßnahmen: Diskussion um Spritpreis und Luftverkehrsteuer
Aktuell dominieren Verbrauchsteuern die Schlagzeilen. Wegen geopolitischer Spannungen und hoher Energiepreise überschritten Diesel und Benzin die Zwei-Euro-Marke. Die Bundesregierung prüft nun massive, kurzfristige Steuersenkungen an der Tankstelle. Diese Notmaßnahmen sollen noch vor den Osterreisen in Kraft treten.
Parallel hat die Koalition Pläne zur Senkung der Luftverkehrsteuer finalisiert. Ab 1. Juli 2026 soll der Satz für Langstreckenflüge von 70 auf 58 Euro sinken. Verkehrspolitiker erhoffen sich mehr Wettbewerbsfähigkeit für deutsche Flughäfen. Kritiker befürchten jedoch, dass vor allem die Gewinnmargen der Airlines steigen – nicht aber die Entlastung der Passagiere.
Ausblick: Von der Akuthilfe zur Strukturreform
Die Debatte wird sich von kurzfristigen Notmaßnahmen hin zu grundlegenden Reformen verlagern. Die große Herausforderung bleibt die Finanzierung aller Vorhaben unter Einhaltung der Schuldenbremse.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 werden intensive Verhandlungen zur Unternehmensbesteuerung erwartet. Geplante stufenweise Senkungen der Körperschaftsteuer sollen 2028 starten. Auch die Diskussion um die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags dürfte mit dem nächsten Bundeshaushalt wieder aufflammen. Am Ende wird der Erfolg der Politik daran gemessen werden, ob die Gesamtbelastung für Haushalte und Unternehmen spürbar sinkt – ohne die Sozialsysteme und Zukunftsinvestitionen zu gefährden.
Börsepeople im Podcast S24/09: Bernadette Händlhuber
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:UBM, Agrana, CA Immo, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Polytec Group, Frequentis, Rosgix, EVN, Uniqa, Österreichische Post, AT&S, Rosenbauer, Lenzing, Addiko Bank, Frauenthal, SBO, Verbund, BTV AG, Athos Immobilien, Oberbank AG Stamm, Amag, Flughafen Wien, CPI Europe AG, Semperit, Telekom Austria, Münchener Rück, RWE, Allianz, DAIMLER TRUCK HLD..., Fresenius Medical Care.
Random Partner
Marinomed
Marinomed hat die Vision, das Leben von Patienten, die an Krankheiten mit unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten leiden, in zwei wichtigen therapeutischen Bereichen nachhaltig zu verbessern: Virologie und Immunologie.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. AT&S, RBI, Edda Vogt und Bernadette Hän...
» Von der Apotheke zur Optionshändlerin: Wie eine Wienerin ihren Weg an di...
» LinkedIn-NL: Wer will mein(e) Nachbar(in) in 1090 Wien werden?
» Börsepeople im Podcast S24/09: Bernadette Händlhuber
» Österreich-Depots: Osterbilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 2.4.: Extremes zu RBI (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Thomas Winkler, Dorothee Bauer (audio cd.at)
» News zu Andritz, Wiener Börse und ein Spoiler zum börsefreien Karfreitag...
» ATX am Gründonnerstag im Minus – AT&S feiert All-Time-High und die Börse...
» Wiener Börse Party #1128: ATX am Gründonnerstag rot, Extremes zu AT&S un...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- ATX charttechnisch: Trendwende könnte sich bald b...
- Fazits zu AT&S, Wienerberger, DO & CO, CA Immo, AMAG
- Buying the Dip bei wikifolio 03.04.26: Schlumberger
- wikifolio Champion per ..: Michael Bichlmeier mit...
- Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. AT&S, RBI, Edda ...
- Von der Apotheke zur Optionshändlerin: Wie eine W...
Featured Partner Video
SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcast: Lilli Tagger und Sebastian Sorger jeweils Karrierehoch, Rekorde in unseren Rankings, neue Nr. 1
Weitere neue 2026er-Rekorde in unseren Platzziffer- und Punkte-Rankings von mumak.me. Lilli Tagger ist nach dem Sieg gegen Ella Seidel und dem neuen Karrierehoch win2day-Spielerin der Woche. Auch S...
Books josefchladek.com
Tehching Hsieh
One Year Performance 1978–1979
2025
Void
Marcel Natkin (ed.)
Le nu en photographie
1937
Éditions Mana
Daido Moriyama
A Hunter (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
Pedro J. Saavedra
Donde el viento da la vuelta
2023
Self published
Olga Ignatovich
In the Shadow of the Big Brother
2025
Arthur Bondar Collection WWII
