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FMA mit 56 Mio. Euro Budget (Wilhelm Rasinger)

Autor:
Wilhelm Rasinger

ist Präsident des IVA, Honorarprofessor für Betriebswirtschaft und Aufsichtsrat bei Wienerberger, Erste Group Bank AG und S IMMO AG.

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19.11.2014, 2447 Zeichen

Gegenüber Kontrollinstitutionen des Staates sind die Betroffenen in der Öffentlichkeit in ihren Aussagen besonders vorsichtig. Es ist einerseits Furcht und andererseits Vorsicht, aber auch Feigheit, um nicht bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit die Atmosphäre mit den Prüfern zu belasten. Die saftigen Geldstrafen der Finanzmarktaufsicht (FMA) für das Verbund-Top-Management haben viele mitfühlenden Manager empört. Hinter vorgehaltener Hand wird kritisiert, dass die die FMA praxisfremd, kleinkariert, bürokratisch, formalistisch und Gegenargumenten nicht zugänglich agiert. Im konkreten Fall wird von den abgestraften Vorständen die nächsthöhere Instanz zur Klärung bemüht.

Die FMA hat zwei Vorstände, je drei Aufsichtsräte von der Nationalbank und vom Finanzministerium, circa 350 Mitarbeiter (ohne Berücksichtigung jener Mitarbeiter, die als Prüfer für die FMA tätig sind), drei Viertel davon sind Akademiker. Das Jahresbudget, das zum größten Teil von den beaufsichtigten Unternehmen aufzubringen ist, beträgt 56 Mio EUR.

Fakt ist, dass die Einhaltung der Verpflichtungen betreffend Ad-hoc-Mitteilungen bereits eine „höhere Wissenschaft“ geworden ist. Denn der Verhandlungsprozess z.B. über den Kauf oder Verkauf einer großen Beteiligung ist in der Praxis oft langwierig und nicht geradlinig: Verhandlungen werden unterbrochen bzw. sogar beendet, um wenig später nach vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen wieder aufgenommen zu werden, um rasch beendet oder aber auch endgültig zu scheitern. Es gibt fachliche, aber auch zwischenmenschliche Gründe, warum der Verhandlungsprozess sich sehr oft in Schlangenlinien bewegt. Es ist oft eine sogenannte Elfer-Frage, wann der der richtige Zeitpunkt ist, die Öffentlichkeit zu informieren. Die Ansichten der Berater sind nicht immer eindeutig. Im Nachhinein ist es bekanntlich leichter, solche komplexen Situationen zu beurteilen.

Der Kapitalmarkt Österreich entspricht nicht der wirtschaftlichen Bedeutung des Landes. Das Vertrauen der Menschen ist nach unerfreulichen Vorfällen (Hypo Alpe Adria, ÖVAG, Meinl, AvW u.a.) nicht ausreichend gegeben. Als junge Institution ist die FMA noch ziemlich weit vom hohen Ansehen und der öffentlichen Reputation des Rechnungshofs entfernt. Es ist insgesamt eine große Herausforderung, das Vertrauen in einen effizient funktionierenden Kapitalmarkt bei allen Betroffenen, (private wie institutionelle Anleger und Investoren, Emittenten, Management) zu stärken.


(19.11.2014)

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Autor
Wilhelm Rasinger
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