20.05.2015, 2768 Zeichen
Am 8.6.2015 ist es soweit - die Bene-Hauptversammlung soll einen vor allem für die zahlreichen Privataktionäre schmerzhaften Kapitalschnitt beschließen. Die wirtschaftliche Lage ist sehr ernst. Durch einen Nachlass der Banken und eine Kapitalzufuhr von 18 Millionen EUR der Investoren Grossnig-Bartenstein soll das negative Eigenkapital von 38,9 Millionen EUR um 53,4 Millionen EUR wieder ins Plus gebracht und die Voraussetzung für eine Weiterführung geschaffen werden. Durch den Kapitalschnitt ist die Aktie rechnerisch nur mehr 0,08 EUR wert und mehr soll auch der Streubesitz nicht erhalten. Somit beträgt der Verlust über 98 Prozent (berechnet auf Basis des seinerzeitigen Ausgabekurses von 5,50). Durch den Ausschluss des Bezugsrechtes wird dem Streubesitz auch die Möglichkeit genommen, an den Sanierungserfolgen mitzupartizipieren. Eigentlich kann es nur mehr bergauf gehen, obwohl die Sanierer viel Arbeit zu erledigen haben werden.
Manfred Bene, der all die Jahre das Unternehmen dominierte und sich auch in den Jahren des Niedergangs üppige Honorare als Aufsichtsrat auszahlen ließ, hat eine moralische Verpflichtung gegenüber den Aktionären. Der Börsegang hat zwar einigen Kurzzeitinvestoren schöne Gewinne gebracht, war aber aus heutiger Sicht unfair und unangemessen. Alle Profiteure von Bene sollten ernsthaft über einen Solidaritätsbeitrag nachdenken.
Eine Zustimmung des Streubesitzes sollte davon abhängig sein, ob eine rasche Verbesserung der Ergebnisse erreicht werden kann, die durch die vorzulegende Unternehmensplanung dokumentiert wird.
Jetzt geht es darum, den Sanierern den Weg ins Unternehmen zu ebnen. Die Stunde der Wahrheit ist aber erst das bereits angekündigte Squeeze-Out-Verfahren, das sicher noch heuer eingeleitet wird. Unverständlich ist, wenn Manfred Bene, der die Aktien (circa 40 Prozent) in einer Privatstiftung geparkt hat, indirekt profitieren würde. Die Aktien seiner Privatstiftung sollten zur Gänze um 1 EUR an die Sanierer übergeben werden, wodurch das Abfindungsangebot an den Streubesitz aufgebessert werden könnte.
Es ist ärgerlich, wenn zwar viele, wie etwa Banken und Mitarbeiter, einen nicht unerheblichen Beitrag leisten, der aber weitem nicht den Beitrag des Streubesitzes von 98 Prozent (!) erreicht. Es kann nicht sein, dass der Privatanleger als „nützlicher Idiot“ behandelt und belehrt wird, dass die Aktie eben ein Risikowertpapier ist, und achselzuckend sein Vertrauen in klingende Namen der Wirtschaft bitter enttäuscht wird.
Der IVA hat die Stimmrechtsvertretung für die Hauptversammlung am 8.6.2015 übernommen: Wenn Sie nicht selbst nach Waidhofen an der Ybbs fahren wollen oder können, melden Sie sich über Ihre Depotbank an und schicken uns Ihre Vollmacht. Nähere Informationen dazu auch unter www.bene.com .
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