08.11.2015, 3476 Zeichen
“Nie mehr schwach” ist das Motto der Stunde. Dabei litten Anleger an der Wall Street vor kurzem noch unter schweren Depressionen. Wie sich Angst anfühlt ist längst vergessen, und dass wir sie hatten, ist rückblickend “natürlich” vollkommen unverständlich. Nun ist es also wieder die Gier, die das Börsenruder fest im Griff hat.
Seit dem Tief am 24. August konnte der Dow Jones unglaubliche 2500 Punkte oder rund 16 Prozent zulegen. Allein seit Ende September kletterte der Index um fast 2000 Punkte. Der Oktober war somit der zehnt-beste Monat der letzten 28 Jahre! Und da Weihnachten bald vor der Tür steht, muss es zwingend und unweigerlich so weitergehen…
Doch aufgepasst, denn historisch betrachtet konzentrieren sich im November die meisten Gewinne auf die erste Handelswoche. Im weiteren Monatsverlauf geht es entweder kaum mehr bergauf und nicht selten kommt es zu Gewinnmitnahmen. Blinde Gier hat mich jedenfalls in die Flucht geschlagen. “Es gibt keine Alternative zu Aktien”, wird bei mir auf Facebook nun wieder oft getrommelt. Im Kern richtig, es sei denn die Kurse brechen ein. Dann ist Geld so scheu wie ein Reh!
Den weiteren Jahresverlauf richtig einzuschätzen ist schwierig geworden. Es stellt sich die Frage, was die Rallye angefacht hat? War es die übertriebene Angst, gepaart mit der Hoffnung einer vertagten Zinswende, könnten wir ein Problem haben. Denn aus Angst wurde mittlerweile Gier, und der Dollar, wie auch die steigenden Renditen der US-Staatsanleihen signalisieren eine mögliche Zinswende am 16. Dezember. Das kann gut aber auch schlecht für Aktien sein.
Positiv betrachtet kann man durchaus auch zu einem erfreulichen Ergebnis kommen: Der Aktienmarkt steigt einhergehend mit dem Dollar und den Renditen, weil die Zinswende eine erholte Wirtschaft signalisiert. Doch ist dem so? Morgan Stanley erwartet eine miese Weihnachtszeit für den Einzelhandel. Das BIP soll im vierten Quartal nur um 1,9 Prozent wachsen, mahnt die Notenbank von Atlanta. Fazit zur Wirtschaftslage: Alles geht, nichts muss! Nichts genaues weiss man nicht.
Technisch gesehen ist der Aktienmarkt ausgesprochen überhitzt. Es sind vor allem die Aktien der grossen Konzerne, die den S&P 500 und Nasdaq hoch halten. Doch diese Werte bewegen sich so hoch über dem 50-Tagedurchschnitt wie seit über vier Jahren nicht mehr. Obwohl wir unweit neuer Rekorde notieren, liegen nur magere 40 Prozent aller Aktien im S&P 500 über dem 200-Tagedurchschnitt, der den langfristigen Trend signalisiert. Zudem hat der Dow Jones Jones Transport Index die Rallye im S&P 500 nicht bestägt.
Was tun? Ich habe Cash aufgebaut und rechne mit bald wieder höheren Schwankungen. Auch Goldman Sachs ist der Meinung, dass der VIX Index der Optionsbörse in Chicago zu schnell und zu tief abgetaucht ist. Weder die Wirtschaftsrisiken, noch das Risiko einer Zinswende sind eingepreist. Obgleich mit hohen Risiken verbunden, setze ich auf ETF’s, die von zunhemender Volatilität profitieren.
Ein Beitrag von Markus Koch.
Er ist das Gesicht der Wall Street. Im Jahr 1996 berichtete Markus Koch erstmals fürs Fernsehen von der New Yorker Aktienbörse. Seitdem steigt seine Bekanntheit und Beliebtheit stetig. Sein Themenspektrum umfasst weit mehr als nur die Wall Street und Börse. Auch die übergeordneten Themen aus internationaler Wirtschaft und Politik bezieht er in seine Beiträge ein.
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Bildquelle: Markus Koch / Dirk Eusterbrock
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