Ärger über RHI-Magnesita (Wilhelm Rasinger)
10.10.2016, 1311 Zeichen
Der geplanten RHI-Deal birgt für private Aktionäre zahlreiche Risken. Das in Planrechnungen dargestellte Synergiepotential ist keineswegs überzeugend. Die Bewertung der Magnesita ist objektiv nicht nachvollziehbar.
Unverständlich aus Sicht des Streubesitzes auch der Rückzug von der Wiener Börse und die Börsenotiz in London sowie die Verlegung des Sitzes der Konzernspitze in die Niederlande. Die schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit mit ähnlichen Konstruktionen von HEAD, bwin und auch Meinl European Land (Atrium) lassen gravierende wirtschaftliche Nachteile und wesentliche Aushöhlung des Anlegerschutzes befürchten. Besonders ärgerlich ist, dass Magnesita 20 Millionen Euro erhalten soll, falls diese Transaktion nicht zustande kommt.
Daher spricht sich der IVA bereits jetzt mit Vehemenz dagegen aus und empfiehlt, bei den notwendigen Beschlüssen in der geplanten Hauptversammlung dagegen zu stimmen. Da bei einer Verschmelzung über die Grenze auch ein Baroffert an den Streubesitz gelegt werden muss, wird dessen Höhe entscheidend dafür sein, mit welchen Anfechtungsklagen und Überprüfungsverfahren zu rechnen sein wird.
Es ist zu hoffen, dass das im RHI-Corporate-Governance-Bericht postulierte „Bekenntnis zu ethisch verantwortungsvollem Handeln“ und zu „Integrität und Respekt“ keine Leerformel bleibt.
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