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Gute Zahlen, schwache Aktie: Hypoport im Fokus (Andreas Kern)

Bild: © Aussender, Hypoport Standort in Berlin (Bild: Hypoport, https://www.hypoport.de/presse/download-center/ )

31.10.2016, 3507 Zeichen

Nachdem der Finanzdienstleister Hypoport vor zehn Tagen erste Indikationen zu seinen Quartalszahlen veröffentlichte hatte, reagierten die Marktteilnehmer trotz gestiegener Umsätze und Gewinne arg verschnupft. Bis vergangenen Freitag fiel der Kurs des SDAX-Wertes in der Spitze um mehr als 13%, bevor es dann innerhalb weniger Stunden plötzlich um 10% nach oben ging. Heute Morgen wurde das vorläufige Zahlenwerk der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres dann offiziell präsentiert. Abweichungen gegenüber den Vorab-Ergebnissen gab es dabei nicht. Trotzdem verliert die Aktie in den frühen Handelsstunden erneut an Wert. Dabei hat der Vorstand angekündigt, im Gesamtjahr und auch 2017 wieder zweistellig bei Umsatz und Ergebnis wachsen zu wollen. Bei den Analysten kommt das gut an. Die Kursziele liegen hier deutlich über der aktuellen Notierung der Aktie. Und auch die Trader bei wikifolio.com haben Hypoport bei relativ hohen Umsätzen in den vergangenen Tagen überwiegend auf ihrer Kaufliste gehabt. Robert Brack („Wosab“) hat die Aktie am Donnerstagmittag in sein wikifolio „Darvas Trading“ aufgenommen und mit einem Depotanteil von fast 10% auch relativ hoch gewichtet. Seine Einschätzung „Gute Einstiegschance bei Hypoport nach der Korrektur“ bestätigte sich schon am Folgetag, wodurch die Position schnell mit gut 3 Prozent im Plus lag. Aktuell pendelt die Aktie um seinen Einstandskurs. Bei dem aktuell aus 15 Einzelwerten bestehenden Portfolio setzt der Trader auf eine „Momentumstrategie des legendären ungarischen Tänzers Nicolas Darvas, der in den 50er- und 60er-Jahren die Wall Street aufmischte und innerhalb von eineinhalb Jahren aus wenigen Tausend US-Dollar 2 Millionen US-Dollar machte“. Seit Eröffnung des wikifolios im Mai 2013 konnte so bei einem Maximalverlust von 23 Prozent eine Performance von gut 51 Prozent erzielt werden. Das im Juni 2013 emittierte wikifolio-Zertifikat liegt ebenfalls mit 51 Prozent im Plus. Nach einem guten Start und einer langwierigen Seitwärtskonsolidierung kam es ab dem Herbst 2015 zu einer rund zwölf Monate andauernden Erfolgsphase, die Anlegern einen Zuwachs von über 30 Prozent bescherte. Seit dem Allzeithoch ging es zuletzt wieder etwas bergab. Etwas unglücklich verlaufen ist die Geschichte mit Hypoport bei dem wikifolio „Regel Nr. 1: Kein Geld verlieren“ von Gert Odenius („WorldwideValue“). Nach den vorläufigen Zahlen hatte er sich für die im März aufgenommene Aktie zunächst weiter optimistisch gezeigt: „Hypoport meldet deutliche Verbesserung bei Umsatz und Ertrag. Der Wert bleibt m.E. sehr interessant“. Am Freitag griff dann aber der zur Gewinnsicherung im Markt liegende Stoppkurs des Traders, so dass die Position mit einem Plus von 9,2 Prozent automatisch aufgelöst wurde. Der Verkaufskurs von 70,73 Euro lag dabei nur knapp über dem Tagestief. Trotz dieses ärgerlichen Verlaufs notiert das wikifolio fast auf Allzeithoch. Bei einem maximalen Drawdown von 17,5 Prozent wurde seit der Eröffnung im Mai 2013 ein Plus von rund 64 Prozent generiert. Das seit Oktober 2014 handelbare wikifolio-Zertifikat hat sich bislang um 18 Prozent verteuert, auf Jahressicht beträgt der Zuwachs allerdings nur 4 Prozent. Bei seinem Handelsansatz agiert der fundamental orientierte Trader nach dem Motto „Bezahle nur maximal 50 Cent für eine Aktie, die mindestens 1,00 Euro wert ist“. Aktuell umfasst das Portfolio acht Einzelwerte sowie 35 Prozent Liquiditätspolster.

 

Im Original hier erschienen: Gute Zahlen, schwache Aktie: Hypoport im Fokus


(31.10.2016)

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