01.08.2017, 5178 Zeichen
Der EUR/USD startet kaum verändert. Für Bullen und Bären gleichermaßen. Dabei hat es die aktuelle Handelswoche in sich. Natürlich sind die NFP-Zahlen kein unbekanntes Ereignis und sorgen bei den meisten Marktteilnehmern wohl kaum noch für hohen Blutdruck, doch die jüngsten Wirtschaftszahlen aus den USA könnten für eine ziemlich positive Überraschung sorgen.
Die Kombination aus einem unfassbar hohen Verbrauchervertrauen, das das letzte Mal vor 16 Jahren so gut ausfiel, den sehr guten Umsatzberichten des 2. Quartals und die nach oben korrigierte Arbeitsmarktzahlen und April und Mai, könnte der US-Dollar durchaus beflügelt werden.
Schließlich deuten die genannten Parameter auf einen sehr robusten Arbeitsmarkt hin. Mit entsprechenden Konsequenzen für den EUR/USD. Doch wie immer gilt für uns:
So lang es keine entsprechenden Handelssignale gibt, werden wir uns keinem ominösen Bauchgefühl hingeben, sondern uns lediglich gut vorbereiten.
Korrelationen sind nicht zu unterschätzen
Für den USD-Index bedeutet das weiterhin:
Erholung? Ja. Im Kontext einer technischen Gegenbewegung durch die Berührung der vermeintlich starken Wochen- und Monatsunterstützung bei rund 93.000 USD.
Kommt es zu einer ausgedehnten Rallye? Darüber ist noch keine Angabe möglich, da es schlicht noch keinen Bruch wichtiger Widerstände und damit auch keinen Bruch des vorherrschenden Abwärtstrends gab.
Trennen sich die Bullen hier von ihren Hörnern?
Aufgrund der ausgeprägten negativen Korrelation, nun der Blick auf den EUR/USD und die damit verbundene Chartanalyse.
Stark übergeordnete Situation im Monatschart:
Erreichen der Barriere in Form 38.2er Fibonacci Retracement der letzten großen Talfahrt, ein weicher Widerstand liegt bei rund 1.17900 und Monthly 55er EMA.
Wenn eine deutliche technische Gegenbewegung startet, dann wahrscheinlich hier.
Übergeordnete Situation im Wochenchart:
Jüngst massive Widerstände rund um 1.14450 durchbrochen. Bislang kein Retest.
Weekly 233er EMA erreicht.
Mutmaßliche bullishe Kursziele, die sich auf Basis der durchbrochenen abwärtsgerichteten Flagge ableiten ließen, erreicht.
Aus Bulle wird Bär. Bitte nicht ohne Signale
Deshalb short?
In meinen Augen ein klares Nein.
Absicherungen sind sicherlich angebracht, bspw. Hedgen an sinnvollen Punkten, Stopp Loss nachziehen etc., aber bislang liegt kein Bruch wichtiger Unterstützungen vor.
Deshalb betrachte ich Korrekturen im Wochenchart, evtl. bis zum 8er und 13 er EMA bzw. in Form eines Retests der genannten ehemaligen Widerstandsbereiche, als potentielle neue Long-Chance.
Untergeordnete Situation Tageschart:
Aufwärtstrend meiner Meinung nach völlig intakt.
Keine relevanten Unterstützungen durchbrochen.
Fundamentale Rahmenbedingungen und das Erreichen des primären Kursziels der aufwärtsgerichteten Flagge, könnten temporäre Korrektur begünstigen.
Ein Grund zu shorten?
In meinen Augen auf keinen Fall, denn es gibt keine entsprechenden Signale. Short würde nur auf einem Bauchgefühl basieren.
Neue Long-Chancen
Mögliche neue Long-Chance im Zuge Retest der Oberseite der besagten Flagge oder im etwas hartnäckigeren Unterstützungsbereich rund um 1.14450, was gleichzeitig den zuletzt durchbrochenen Widerstand auf Monats-, Wochen- und Tagesbasis darstellt.
Kommt es nicht zu solch einer Korrektur agieren wir weiter Trendfolgend auf Basis des 8er, 13er und 21er EMAs im Tageschart, bis zum angepeilten nächsten Kursziel bei rund 1.19600.
Stark untergeordnete Situation h6-Chart:
Ich hatte in der jüngsten Analyse vor einer kurzfristigen Korrektur gewarnt, dass anhand der Bollinger Bands eine deutliche bullishe Überreizung erkennbar wurde. Es kam zur entsprechenden Korrektur, aber, mangels Durchbruch einer Unterstützung, zu einer zügigen Erholung.
Das Long-Setup aus dem Forex Signal Service bzw. die Reste sind weiterhin intakt.
Nahe Kursziele und Barrieren
Das Kursziel, basierend auf der verlassenen aufwärtsgerichteten Flagge und dem aktuellen Weekly R1 Pivot Point, wird bis rund 1.18260 erweitert. Neue akute Long-Chancen sehe ich am aktuellen Weekly Pivot Point und den beiden aufwärtsgerichteten Trendlinien bei ca. 1.17150.
Die etwas nachhaltigeren Unterstützungen zwischen 1.16730 und 1.16950 sowie 1.16300 gefallen mir jedoch noch etwas besser. Deshalb möchte ich nichts überstürzen und warte die entsprechenden Korrekturen respektive Tests ab.
Der jüngste Durchbruch über den kleinen potentiellen Widerstand bei ca. 1.17460, bestärkte mich in meiner weiterhin bullishen Ansicht.
Im kompletten Analysevideo können die einzelnen Details noch einmal in Ruhe angeschaut werden.
Ich wünsche einen guten Start in die neue Handelswoche!
Peter Seidel
(Bildquelle: Gregor B./pixelio.de)
Dieser Beitrag von Peter Seidel wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.
Peter Seidel ist freiberuflicher Trader, Trading-Coach und Gründer der Analyseplattform www.forexhome.de. – dabei liegen seine Schwerpunkte im Forexhandel auf einer Kombinationsstrategie mehrerer klassischer Analysetools.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
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