Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Das wahre Problem werden die ETFs sein (Wolfgang Matejka)

Autor:
Wolfgang Matejka

Über 30 Jahre einschlägige Erfahrung im Bankwesen, davon über 15 Jahre in Führungspositionen

  • seit 07/2013 Chief Investment Officer der Wiener Privatbank SE
  • seit 07/2010 Geschäftsführender Gesellschafter der Matejka & Partner Asset Management GmbH
  • 02/2010 - 07/2010 Geschäftsführer der Oscar Investment GmbH Wertpapierfirma
  • seit 10/2009 Geschäftsführer der Matejka Beteiligungs GmbH, Erwerb, Verwaltung, Entwicklung und Veräußerung einer Beteiligung
  • 09/ 2009-10/2009 Vorstand der Q1 Capital Management AG, Unabhängiges Multi-Manager-Investmenthaus mit Sitz in Wien
  • 06 / 2009-10/2010 GF Sparrow GmbH. (Einzelgesellschaft) – Geschäftsgegenstand: Erwerb, Verwaltung und Entwicklung von Beteiligungen
  • 04 / 2006: GF Julius Meinl Investment GmbH
  • 03 / 2004: CIO Meinl Bank AG
  • 05 / 2002: Vst. Bank Vontobel Österreich AG
  • 01 / 1999: GF Allianz Invest KapitalanlagegesmbH.
  • 07 / 1994: Investment & Trust Bank (nunm. Allianz Investment Bank AG)
  • 04 / 1990: Länderbank Capital Markets GmbH.
  • 10 / 1981: Österreichische Länderbank AG
  • Matura (Naturwissenschaftl. Realgymnasium), CEFA, div. Fachseminare

>> Website


>> zur Startseite mit allen Blogs

02.01.2018, 5914 Zeichen

2017 ist geschlagen und es war ein tolles Jahr. Nicht nur Aktienmärkte, sogar die Bondmärkte konnten sich nicht beschweren. Der Globus in ungeteilter Performancefreude. So etwas ist selten. Und es war so gar nicht erwartet worden. Überhaupt nicht. Sämtliche Vorzeichen wurden als potentiell unsicher und überwiegend trügerisch betrachtet. Die Lernkurve lag eindeutig im Erkennen der Moll-Töne. Dur kam erst zur Jahresmitte in die Lernkurve. Jetzt sind wir in 2018 und haben das Problem vielleicht zu blauäugig zu sein, oder bereits den bereits vorhandenen Stolperfallen entgegen zu laufen, oder sind wir noch immer zu kritisch? Wo könnten in 2018 die Ereignisse lauern, die Konjunkturentwicklung, Inflationsentwicklung, Notenbankeinflüsse oder Erkennen politischer Einflusslosigkeit aushebeln? Welche Tretmine hat es in sich, unsere Kapitalmarktwelt ins Negative zu kippen?

Eigentlich schaffen das so ziemlich alle Ereignisse. Es muss nur die Mehrheit der BörsianerInnen daran glauben. Logisch. Aber zumeist setzen sich solche langfristige und kräftige Bewegungen nur aus der Ableitung fundamentaler Veränderungen zusammen, die man zu Beginn nur schwer im Verlaufe aber immer besser erkennen konnte. Das wird die aktuell vor uns stehenden Ereignisse kaum betreffen, denn die Wahlen in Italien, Deutschlands Koalitionsverhandlungen, der schwache US-Dollar, Bitcoin, eine steigende Inflation oder auch langsam unter Kontrolle der EZB steigende Renditen wurden in ihren Szenarien bereits bis zum Exzess durchgekaut. Überraschungsmoment gegen Null.

Was kann es daher sein das ein neues Risiko entstehen lässt? Wo verbirgt sich eine fundamental negative Kettenreaktion?

Können es die viel gefürchteten Autokredite in USA sein deren Schuldnerqualität sich langsam verschlechtert? Kaum, denn es werden auch die Kreditnehmer weniger und die, die übrig bleiben, waren schon immer schlecht. Oder eine plötzlich stark steigende Inflation? Eine die durch Lohnpreisansteige und Energiekosten angeheizt wurde und die Notenbankargumente konterkariert und somit die Rentenmärkte hilflos dem Schicksal der Realrenditen überlässt? Auch nicht wirklich, denn die Notenbanken haben inzwischen bereits so viel an Bonds gekauft, dass der Markt selbst die Kurse allein aufgrund seiner natürlichen Nachfrage treibt. Real bleiben wir daher negativ. Oder gar Bitcoin? Entsteht hier eine Ersatzwährung, die im Verein mit seinen Cybercurrency-Kollegen, die Geldmarktpolitik am Globus ins Hinterzimmer von Computernerds exportiert? Ebenso Fehlanzeige, denn hier besteht noch immer das Nadelöhr der globalen „Gleichzeitigkeit“ weil sämtliche Buchungen, der zugrundeliegenden Blockchain-Regel entsprechend, für alle gleichzeitig sichtbar und erkennbar sein müssen. Selbst der Gedanke an supereffiziente Netze verkümmert vor dem Blick auf den täglichen Gebrauch des Geldes samt der Vorstellung wie ein Pensionist seine Zeitung mit Bitcoins bezahlen würde. Also auch nichts wirklich Bedrohliches. Aus Marktsicht das für mich noch am stärksten wirkende Negativ-Momentum ist, neben den üblichen exogenen Schocks (und da denke ich zumeist an kleine dicke Männer (?) in Asien und große dicke Männer in USA), unser Finanzmarkt selbst.

Unsere Finanzwelt hat sich seit Jahren ein Kind an der Brust genährt, das es mittlerweile in sich hat, seine Mutter zumindest in einen längeren Krankenstand zu kollabieren. Die ETFs. Aber hallo, kann man sagen, was ist an Exchange Traded Funds so schlecht? Eifersucht eines Fondsmanagers, oder was? Natürlich Eifersucht. Wer will denn nicht diese Abermilliarden in den eigenen Fonds verwalten (An manchen Börsen liegen bereits rund 25% der Aktien in „Händen“ von ETFs. Auch die „Tech-Stocks“ in USA an der Nasdaq sprechen die Sprache „ETF“ beispielsweise bereits perfekt)?

Aber es gibt da einen Kern im Pudel. Und der liegt in der derzeitigen Investitionsarchitektur von ETFs. Kauft man einen ETF, dann wird das Geld in den unterliegenden Index gleichgewichtet investiert. Also alle Teilnehmer des Index ihrer Gewichtung entsprechend gekauft. Das tut man mittlerweile aufgrund der vielen ETF-Zuflüsse nicht mehr direkt, sondern behilft sich durch SWAPS oder verbundener Derivate. Es wäre zu kostspielig und auch zu langsam immer die Kassa zu bemühen, an der Börse direkt zu ordern. Ok. Akzeptiert. Und was passiert, wenn man wieder verkaufen möchte? Nun, dann geht das Ding eben die andere Richtung und man verkauft entsprechend den Indexgewichten. Oder eben SWAPS, Derivate, etc … Die Krux liegt aber darin, was passiert, wenn man viel verkaufen möchte. Beispielsweise wenn so ein paar US Pensionsfonds gleichzeitig Europa verkaufen wollen? Oder die Tech-Stocks an der Nasdaq? Dann werden diese ausgetretenen Handelslinien so richtig strapaziert. Und das Übel entsteht wenn irgendwo in der Kette der SWAP oder Derivate-Partner ein Glied bricht. Ein Gegenpart fällt aus, weil er beispielsweise selbst Rückflüsse hat. Nun, dann geht der Verkauf eben direkt in die Kasse und trifft auf den Markt. Bingo. Dann werden eben alle Indexgewichte direkt verkauft und zwar an all Jene, die gerade kaufen wollen. Und jetzt, erraten, was wenn grad keiner kaufen will. Crash. Und das nur, weil man in der angeblich liquidesten Assetklasse im Aktienhimmel ein wenig herumgewichten wollte. Die Überschätzung der Marktliquidität angesichts systematischer Liquiditätsannahmen.

Ich mache mir keine Sorgen darum, dass es dann Niemanden geben wird, der die Blue-Chips dieser Welt kaufen wird. Nein, es werden jene Aktien sein, die seitens der ETFs zuvor in den Bewertungshimmel gehoben wurden und sich zu stark von ihrer Bewertungsrelation entfernt haben, die dann nach Unten sausen. Die korrigieren in einem solchen Umfeld am stärksten, denn es werden dann die fundamental orientierten Käufer am Markt sein, die die Preise bestimmen.

Aus Sicht eines aktiven und fundamental gemangten Fonds keine schlechte Perspektive. Und doch fürchte ich sie.


(02.01.2018)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Private Investor Relations Podcast #40: Frequentis - ein Talk mit Geldmeisterin Julia Kistner




 

Bildnachweis

1. Vorsicht, Achtung, Caution, Warnung (Bild: Pixabay/Gaertringen https://pixabay.com/de/vorsicht-anmelden-sicherheit-454360/ )   >> Öffnen auf photaq.com

Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, Rosenbauer, Österreichische Post, Semperit, EuroTeleSites AG, Austriacard Holdings AG, Palfinger, Wienerberger, Zumtobel, FACC, Frequentis, CPI Europe AG, CA Immo, Mayr-Melnhof, Strabag, RBI, AT&S, Kapsch TrafficCom, Marinomed Biotech, Wolford, Warimpex, BKS Bank Stamm, Amag, DO&CO, Porr, Telekom Austria, UBM.


Random Partner

Deutsche Börse
Als internationale Börsenorganisation und innovativer Marktinfrastrukturanbieter sorgt die Deutsche Börse Group für faire, transparente, verlässliche und stabile Kapitalmärkte. Mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Technologien schafft sie Sicherheit und Effizienz für eine zukunftsfähige Wirtschaft.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Österreich-Depots: Etwas schwächerer Wochenstart (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 10.8.: Bitte wieder so wie 2020 (Börse Geschichte) (Börs...

» Nachlese: Julia Kistner (audio cd.at)

» PIR-News zu Kontron (Christine Petzwinkler)

» ATX pendelt seitwärts, AT&S glänzt und Bajaj Mobility sorgt für Rekord-T...

» Wiener Börse Party #1217: ATX unchanged, AT&S top, die 40-Prozent-Woche ...

» Wiener Börse zu Mittag unverändert: AT&S, Telekom Austria und Uniqa gesucht

» ATX-Trends: Post, AT&S, Porr ...

» Wiener Börse Party: ATX schwächer, Bajaj Mobility mit 40 Prozent Wochenp...

» Wiener Börse Party #1216: ATX schwächer, Bajaj Mobility weiter stark, ne...


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: Andritz(1), Österreichische Post(1), OMV(1), Uniqa(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: Porr(1), Palfinger(1), voestalpine(1)
    Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 1.05%, Rutsch der Stunde: CA Immo -1.43%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: OMV(2)
    Star der Stunde: RHI Magnesita 1.13%, Rutsch der Stunde: RBI -1.17%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: AT&S(1)
    Star der Stunde: SBO 0.88%, Rutsch der Stunde: Bajaj Mobility AG -1.39%
    Star der Stunde: Polytec Group 0.84%, Rutsch der Stunde: Wienerberger -1.29%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 14-15: Zumtobel(1)

    Featured Partner Video

    SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcast: Sebastian Sorger gewinnt sich in unsere Top10, neuer Punkterekord auch dank Anastasia Potapova

    Woche 31/2026 brachte die erste Veränderung in unserer Ö-Top10-Zusammensetzung übergreifend ATP und WTA. Sebastian Sorger siegte sich in Bozen erstmals in unsere Top10. Wen er verdrängt hat, erfähr...

    Books josefchladek.com

    Yusuf Sevinçli
    Oculus
    2018
    Galerist & Galerie Filles du Calvaire

    Fritz Kühn
    Kompositionen in Schwarz und Weiß
    1959
    F. Bruckmann

    Karl Blossfeldt
    Wundergarten der Natur. Neue Bilddokumente schöner Pflanzenformen
    1932
    Verlag für Kunstwissenschaft

    JH Engström
    CDG / JHE
    2008
    Steidl

    Ralph Gibson
    The Somnambulist
    1970
    Lustrum Press


    02.01.2018, 5914 Zeichen

    2017 ist geschlagen und es war ein tolles Jahr. Nicht nur Aktienmärkte, sogar die Bondmärkte konnten sich nicht beschweren. Der Globus in ungeteilter Performancefreude. So etwas ist selten. Und es war so gar nicht erwartet worden. Überhaupt nicht. Sämtliche Vorzeichen wurden als potentiell unsicher und überwiegend trügerisch betrachtet. Die Lernkurve lag eindeutig im Erkennen der Moll-Töne. Dur kam erst zur Jahresmitte in die Lernkurve. Jetzt sind wir in 2018 und haben das Problem vielleicht zu blauäugig zu sein, oder bereits den bereits vorhandenen Stolperfallen entgegen zu laufen, oder sind wir noch immer zu kritisch? Wo könnten in 2018 die Ereignisse lauern, die Konjunkturentwicklung, Inflationsentwicklung, Notenbankeinflüsse oder Erkennen politischer Einflusslosigkeit aushebeln? Welche Tretmine hat es in sich, unsere Kapitalmarktwelt ins Negative zu kippen?

    Eigentlich schaffen das so ziemlich alle Ereignisse. Es muss nur die Mehrheit der BörsianerInnen daran glauben. Logisch. Aber zumeist setzen sich solche langfristige und kräftige Bewegungen nur aus der Ableitung fundamentaler Veränderungen zusammen, die man zu Beginn nur schwer im Verlaufe aber immer besser erkennen konnte. Das wird die aktuell vor uns stehenden Ereignisse kaum betreffen, denn die Wahlen in Italien, Deutschlands Koalitionsverhandlungen, der schwache US-Dollar, Bitcoin, eine steigende Inflation oder auch langsam unter Kontrolle der EZB steigende Renditen wurden in ihren Szenarien bereits bis zum Exzess durchgekaut. Überraschungsmoment gegen Null.

    Was kann es daher sein das ein neues Risiko entstehen lässt? Wo verbirgt sich eine fundamental negative Kettenreaktion?

    Können es die viel gefürchteten Autokredite in USA sein deren Schuldnerqualität sich langsam verschlechtert? Kaum, denn es werden auch die Kreditnehmer weniger und die, die übrig bleiben, waren schon immer schlecht. Oder eine plötzlich stark steigende Inflation? Eine die durch Lohnpreisansteige und Energiekosten angeheizt wurde und die Notenbankargumente konterkariert und somit die Rentenmärkte hilflos dem Schicksal der Realrenditen überlässt? Auch nicht wirklich, denn die Notenbanken haben inzwischen bereits so viel an Bonds gekauft, dass der Markt selbst die Kurse allein aufgrund seiner natürlichen Nachfrage treibt. Real bleiben wir daher negativ. Oder gar Bitcoin? Entsteht hier eine Ersatzwährung, die im Verein mit seinen Cybercurrency-Kollegen, die Geldmarktpolitik am Globus ins Hinterzimmer von Computernerds exportiert? Ebenso Fehlanzeige, denn hier besteht noch immer das Nadelöhr der globalen „Gleichzeitigkeit“ weil sämtliche Buchungen, der zugrundeliegenden Blockchain-Regel entsprechend, für alle gleichzeitig sichtbar und erkennbar sein müssen. Selbst der Gedanke an supereffiziente Netze verkümmert vor dem Blick auf den täglichen Gebrauch des Geldes samt der Vorstellung wie ein Pensionist seine Zeitung mit Bitcoins bezahlen würde. Also auch nichts wirklich Bedrohliches. Aus Marktsicht das für mich noch am stärksten wirkende Negativ-Momentum ist, neben den üblichen exogenen Schocks (und da denke ich zumeist an kleine dicke Männer (?) in Asien und große dicke Männer in USA), unser Finanzmarkt selbst.

    Unsere Finanzwelt hat sich seit Jahren ein Kind an der Brust genährt, das es mittlerweile in sich hat, seine Mutter zumindest in einen längeren Krankenstand zu kollabieren. Die ETFs. Aber hallo, kann man sagen, was ist an Exchange Traded Funds so schlecht? Eifersucht eines Fondsmanagers, oder was? Natürlich Eifersucht. Wer will denn nicht diese Abermilliarden in den eigenen Fonds verwalten (An manchen Börsen liegen bereits rund 25% der Aktien in „Händen“ von ETFs. Auch die „Tech-Stocks“ in USA an der Nasdaq sprechen die Sprache „ETF“ beispielsweise bereits perfekt)?

    Aber es gibt da einen Kern im Pudel. Und der liegt in der derzeitigen Investitionsarchitektur von ETFs. Kauft man einen ETF, dann wird das Geld in den unterliegenden Index gleichgewichtet investiert. Also alle Teilnehmer des Index ihrer Gewichtung entsprechend gekauft. Das tut man mittlerweile aufgrund der vielen ETF-Zuflüsse nicht mehr direkt, sondern behilft sich durch SWAPS oder verbundener Derivate. Es wäre zu kostspielig und auch zu langsam immer die Kassa zu bemühen, an der Börse direkt zu ordern. Ok. Akzeptiert. Und was passiert, wenn man wieder verkaufen möchte? Nun, dann geht das Ding eben die andere Richtung und man verkauft entsprechend den Indexgewichten. Oder eben SWAPS, Derivate, etc … Die Krux liegt aber darin, was passiert, wenn man viel verkaufen möchte. Beispielsweise wenn so ein paar US Pensionsfonds gleichzeitig Europa verkaufen wollen? Oder die Tech-Stocks an der Nasdaq? Dann werden diese ausgetretenen Handelslinien so richtig strapaziert. Und das Übel entsteht wenn irgendwo in der Kette der SWAP oder Derivate-Partner ein Glied bricht. Ein Gegenpart fällt aus, weil er beispielsweise selbst Rückflüsse hat. Nun, dann geht der Verkauf eben direkt in die Kasse und trifft auf den Markt. Bingo. Dann werden eben alle Indexgewichte direkt verkauft und zwar an all Jene, die gerade kaufen wollen. Und jetzt, erraten, was wenn grad keiner kaufen will. Crash. Und das nur, weil man in der angeblich liquidesten Assetklasse im Aktienhimmel ein wenig herumgewichten wollte. Die Überschätzung der Marktliquidität angesichts systematischer Liquiditätsannahmen.

    Ich mache mir keine Sorgen darum, dass es dann Niemanden geben wird, der die Blue-Chips dieser Welt kaufen wird. Nein, es werden jene Aktien sein, die seitens der ETFs zuvor in den Bewertungshimmel gehoben wurden und sich zu stark von ihrer Bewertungsrelation entfernt haben, die dann nach Unten sausen. Die korrigieren in einem solchen Umfeld am stärksten, denn es werden dann die fundamental orientierten Käufer am Markt sein, die die Preise bestimmen.

    Aus Sicht eines aktiven und fundamental gemangten Fonds keine schlechte Perspektive. Und doch fürchte ich sie.


    (02.01.2018)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Private Investor Relations Podcast #40: Frequentis - ein Talk mit Geldmeisterin Julia Kistner




     

    Bildnachweis

    1. Vorsicht, Achtung, Caution, Warnung (Bild: Pixabay/Gaertringen https://pixabay.com/de/vorsicht-anmelden-sicherheit-454360/ )   >> Öffnen auf photaq.com

    Aktien auf dem Radar:Bajaj Mobility AG, Rosenbauer, Österreichische Post, Semperit, EuroTeleSites AG, Austriacard Holdings AG, Palfinger, Wienerberger, Zumtobel, FACC, Frequentis, CPI Europe AG, CA Immo, Mayr-Melnhof, Strabag, RBI, AT&S, Kapsch TrafficCom, Marinomed Biotech, Wolford, Warimpex, BKS Bank Stamm, Amag, DO&CO, Porr, Telekom Austria, UBM.


    Random Partner

    Deutsche Börse
    Als internationale Börsenorganisation und innovativer Marktinfrastrukturanbieter sorgt die Deutsche Börse Group für faire, transparente, verlässliche und stabile Kapitalmärkte. Mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Technologien schafft sie Sicherheit und Effizienz für eine zukunftsfähige Wirtschaft.

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Österreich-Depots: Etwas schwächerer Wochenstart (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 10.8.: Bitte wieder so wie 2020 (Börse Geschichte) (Börs...

    » Nachlese: Julia Kistner (audio cd.at)

    » PIR-News zu Kontron (Christine Petzwinkler)

    » ATX pendelt seitwärts, AT&S glänzt und Bajaj Mobility sorgt für Rekord-T...

    » Wiener Börse Party #1217: ATX unchanged, AT&S top, die 40-Prozent-Woche ...

    » Wiener Börse zu Mittag unverändert: AT&S, Telekom Austria und Uniqa gesucht

    » ATX-Trends: Post, AT&S, Porr ...

    » Wiener Börse Party: ATX schwächer, Bajaj Mobility mit 40 Prozent Wochenp...

    » Wiener Börse Party #1216: ATX schwächer, Bajaj Mobility weiter stark, ne...


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: Andritz(1), Österreichische Post(1), OMV(1), Uniqa(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: Porr(1), Palfinger(1), voestalpine(1)
      Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 1.05%, Rutsch der Stunde: CA Immo -1.43%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: OMV(2)
      Star der Stunde: RHI Magnesita 1.13%, Rutsch der Stunde: RBI -1.17%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: AT&S(1)
      Star der Stunde: SBO 0.88%, Rutsch der Stunde: Bajaj Mobility AG -1.39%
      Star der Stunde: Polytec Group 0.84%, Rutsch der Stunde: Wienerberger -1.29%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 14-15: Zumtobel(1)

      Featured Partner Video

      SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcast: Sebastian Sorger gewinnt sich in unsere Top10, neuer Punkterekord auch dank Anastasia Potapova

      Woche 31/2026 brachte die erste Veränderung in unserer Ö-Top10-Zusammensetzung übergreifend ATP und WTA. Sebastian Sorger siegte sich in Bozen erstmals in unsere Top10. Wen er verdrängt hat, erfähr...

      Books josefchladek.com

      Dimitri Bogachuk
      Atlantic
      2025
      form.

      Robert Frank
      The Lines of My Hand
      1972
      Yūgensha

      Karl Blossfeldt
      Wundergarten der Natur. Neue Bilddokumente schöner Pflanzenformen
      1932
      Verlag für Kunstwissenschaft

      Dag Alveng
      Asylum
      1987
      Koks Forlag & Preus Fotomuseum

      Fritz Kühn
      Kompositionen in Schwarz und Weiß
      1959
      F. Bruckmann