30.01.2019, 3521 Zeichen
Netflix lehrt Hollywood und die gesamte Filmindustrie das Fürchten. Das heißt jedoch nicht, dass die traditionellen Branchenvertreter im Wettbewerb mit dem führenden Video-on-Demand-Anbieter vollkommen machtlos wären. Bald dürfte es zum Showdown kommen.
Am 24. Februar findet die diesjährige Oscarverleihung in Los Angeles statt. Es ist bereits die 91. Ausgabe der „Academy Awards“. In diesem Jahr wird schon anhand der Nominierungen deutlich, wie sehr sich die Filmindustrie in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Netflix konnte insgesamt 15 Oscarnominierungen für seine Produktionen einheimsen. Zu verdanken hat dies der Streamingdienst vor allem dem Drama „Roma“. Der Film des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón erhielt allein zehn Nominierungen. Darunter in wichtigen Kategorien wie „Bester Film“, „Bester Hauptdarsteller“ oder „Beste Hauptdarstellerin“.
Damit wird noch einmal sehr deutlich, wie sehr Netflix inzwischen die Filmindustrie aufmischt. Im Schlussquartal 2018 war es wiederum der Film „Bird Box“ mit Hollywood-Superstar Sandra Bullock, der Netflix neue Rekorde beim Wachstum der Nutzerzahlen beschert hatte. Auch die zu Weihnachten anziehenden Verkäufe von Smartphones und Tablets halfen Netflix dabei, zwischen Oktober und Dezember 2018 weltweit etwa 8,8 Millionen neue Kunden hinzuzugewinnen. Dies teilte das Unternehmen am 17. Januar mit. Die Zahl der Netflix-Abonnenten lag damit Ende Dezember bei rund 139 Millionen. Laut Prognose des Managements sollen im laufenden ersten Quartal 2019 noch einmal etwa 8,9 Millionen neue Netflix-User hinzukommen.
Trotz dieser Erfolge fielen die ersten Marktreaktionen nach Bekanntgabe der neuesten Quartalsergebnisse stark negativ aus. Die Netflix-Aktie geriet kräftig unter Druck. Netflix hatte mit seinem Ausblick enttäuscht. Vor allem nach den zuletzt in den USA erhöhten Preisen hatten sich Analysten offenbar mehr versprochen. Dass der Kurs der Netflix-Aktie kräftig hin und her springt, ist wiederum nichts Ungewöhnliches.
In den vergangenen Jahren wechselte die Anlegerstimmung gleich mehrfach in kurzer Zeit von Euphorie angesichts der Wachstumsaussichten für Netflix, hin zu Sorgen, dass der Video-on-Demand-Anbieter dem immensen Konkurrenzdruck nicht standhalten könnte. Entsprechend sind immer wieder auch sehr deutliche Kursbewegungen der Netflix-Aktie zu beobachten. Diese dürften uns noch eine Weile begleiten. Schließlich setzt Netflix alles auf eine Karte.
Mithilfe hoher Investitionen in eigene Serien und Filme sollen die Zuschauer gebunden werden, bevor sie zu den vielen bereits existierenden und angekündigten Konkurrenzangeboten wechseln können. Gleichzeitig sind die Risiken ebenfalls enorm hoch. Der hohe finanzielle Einsatz, die schwache Gewinnsituation und die hohe Verschuldung könnten irgendwann zum Problem werden. Gleichzeitig hat es Netflix mit einer sehr zahlungskräftigen Konkurrenz zu tun. Insbesondere der US-Medienkonzern Walt Disney will sich nicht im Wettbewerb mit Streamingportalen geschlagen geben.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Netflix-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DS4XSV, Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 14,76. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DS722W, aktueller Hebel 11,79; Laufzeit bis zum 18.12.2019) auf fallende Kurse der Netflix-Aktie setzen.
Stand: 28.01.2019
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Börsepeople im Podcast S24/16: Andreas Wölfl
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