31.07.2020, 2929 Zeichen
Eigentlich hielt man sie schon fast für ausgestorben, doch in den letzten Wochen fanden für diese besondere Gattung unter den Anlegern regelrechte Festspiele statt. Die Rede ist von den Goldbugs.
Seit Anfang des Jahres hat das gelbe Metall um rund 400 US-Dollar je Feinunze zugelegt – allein seit Anfang Juli stiegen die Notierungen in der Spitze um rund 250 Dollar und damit um etwa 15 Prozent. Noch steiler verlief der Anstieg bei Silber: Von rund 17,95 US-Dollar stieg das Edelmetall auf ein Zwischenhoch von 24,50 US-Dollar – ein Kursgewinn von satten 35 Prozent. Spätestens, als Gold Anfang dieser Woche über das bisherige Allzeithoch aus dem Jahr 2011 kletterte, war klar, dass der Bullenmarkt im Gold zurück ist. Ein wichtiger Grund für das fulminante Comeback dürfte in der aktuellen Dollarschwäche liegen, aber die Ursachen gehen tiefer.
Billiges Geld, teures Gold
Der Kursverlauf des US-Dollar ist praktisch konträr zum Gold: Seit Mai dieses Jahres ist der Greenback deutlich unter die Räder gekommen. Die immer wieder aufflackernden, teils gewalttätigen Proteste in den USA haben, ebenso wie das – vorsichtig formuliert – bescheidene Management der Corona-Krise, Vertrauen gekostet. Unabhängig davon dürfte ein schwacher US-Dollar sogar im Interesse der Trump-Regierung liegen, ist dies doch ein Weg, die Konjunktur zu stimulieren und so Rückenwind für die Wahl im November zu bekommen. Zudem setzen derzeit die Regierungen weltweit auf massive Staatshilfen, um die Auswirkungen der Corona-Lockdowns abzufedern. Das Geld dafür stammt in den meisten Fällen mehr oder weniger direkt aus den elektronischen Druckerpressen der Notenbanken. Viel billiges Geld bedeutet aber auch anhaltende Unterstützung für Edelmetalle.
Gute Miene zu guten Minen
Eine Einschätzung, die offenbar auch Andre Domaschke ( Fuchs2014 ) teilt. Zumindest hat er in seinem wikifolio Chancen übergreifend in jede Menge Goldminen wie Harmony , Golden Star oder IamGold investiert. Darüber hinaus hält er auch noch eine ordentliche Position an Xetra-Gold und hat einen ETF auf Junior Goldminen erst gestern mit ansehnlichem Gewinn verkauft. Dabei hat er sich mit seinem wikifolio keineswegs von Haus aus auf den Minensektor spezialisiert. Vielmehr will er einfach an den jeweils vorherrschenden Trends partizipieren. Dafür wird das komplette zur Verfügung stehende Anlageuniversum genutzt – nur Hebelprodukte bleiben außen vor. Für die eigentlichen Anlageentscheidungen greift Domaschke dann auf bewährte Methoden zurück: Fundamentalanalyse, Nachrichten und Finanzforen. Damit beweist er ganz nebenbei auch, dass hinter nachhaltigem Erfolg nicht unbedingt der jeweils letzte Schrei der Analystenszene stecken muss. Eine hervorragende Jahresperformance von 22,2 Prozent lässt genauso wenige Wünsche offen wie die seit Oktober 2014 erzielte Gesamtperformance von knapp 340 Prozent.
Zum vollständigen Bericht: Schwerpunkt der Woche: Goldbugs feiern Renaissance
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