14.08.2020, 5991 Zeichen
Auch die Wiener Börse hat am Donnerstag den Handel schwächer beendet.
Der heimische Leitindex ATX gab nach den jüngsten Zuwächsen 0,82 Prozent auf 2.268,74 Punkte ab, nachdem er zuvor vier Gewinntage in Folge absolviert hatte. Der breiter gefasste ATX Prime reduzierte sich am Berichtstag um 0,78 Prozent auf 1.158,96 Einheiten.
Am heimischen Markt rückten auf Unternehmensebene neue Analystenmeinungen ins Blickfeld. Die Experten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben ihr Kursziel für die Aktien von Andritz von 42,00 auf 36,00 Euro gekappt. Das Anlagevotum wurde mit "Buy" bestätigt. Die Andritz-Papiere verbuchten ein Minus von 1,7 Prozent auf 29,92 Euro.
Wienerberger-Titel bauten hingegen ein klares Plus von 4,4 Prozent auf 22,58 Euro. Die Experten von der Deutschen Bank erhöhten nach der gestrigen Zahlenvorlage des weltgrößten Ziegelherstellers ihr Kursziel für die Titel von 23,00 auf 25,00 Euro. Zudem wurde die Kaufempfehlung "Buy" bekräftigt. Bereits zur Wochenmitte hat die Aktie in Reaktion auf den erhöhten Ausblick auf das Gesamtjahr bei der Präsentation der Halbjahreszahlen um mehr als vier Prozent zugelegt.
SBO gingen nach vorläufiger Zahlenpräsentation mit plus 1,9 Prozent aus dem Handelstag. Eine Abwertung von Vermögen bei Töchtern in Nordamerika drückt beim Ölfeldausrüster das Halbjahresergebnis ins Minus. Statt positiven 12 Mio. Euro werde das Betriebsergebnis (EBIT) mit 9 Mio. Euro negativ sein, teilte das niederösterreichische Unternehmen mit. Der Halbjahresumsatz habe sich im Jahresabstand von 236,2 Mio. auf 185 Mio. Euro verringert. Die endgültigen Zahlen kommen wie geplant am 27. August.
Die Berichtssaison geht zum Wochenausklang mit der Publikation von Zahlen von Semperit und Rosenbauer weiter. Für die am morgigen Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Ergebnisse zum zweiten Quartal 2020 des heimischen Feuerwehrausstatters Rosenbauer erwarten die Finanzexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB) und der Baader Bank leicht rückläufige Umsätze. Der Gewinn nach Zinsen und Steuern (EBIT) soll deutlicher zurückgehen. Im Vorfeld schlossen die Rosenbauer-Anteilsscheine mit einem Kursverlust von 1,8 Prozent.
Die Analysten der Erste Group und Raiffeisen Centrobank (RCB) erwarten für die Zahlenvorlage zum 2. Quartal 2020 von Semperit ein leichtes Umsatzminus verbunden mit klaren Anstiegen bei den Ergebniskennzahlen. Vor allem die Erholung in der Medizin-Sparte dürfte das Zahlenwerk des Gummi- und Kautschukherstellers stützen. Semperit-Titel schlossen mit 1,1 Prozent höher.
Kursverluste mussten die Bankentitel verbuchen. Bawag verbilligten sich um 2,5 Prozent. Die Aktien von der Erste Group fielen um 1,1 Prozent und Raiffeisen Bank International gaben 1,2 Prozent nach. Bei der schwergewichteten OMV-Aktie gab es ein Minus von 2,6 Prozent zu sehen.
Schoeller-Bleckmann
Auf Grund des von COVID-19 stark beeinflussten globalen Wirtschaftsumfelds hat Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) nicht zahlungswirksame Wertminderungen von Vermögenswerten bei Tochtergesellschaften in Nordamerika durchgeführt. Das Betriebsergebnis (EBIT) vor Einmaleffekten im ersten Halbjahr 2020 beträgt €12 Mio. (1-6/2019: €38,9 Mio.) und wird durch Wertminderungen in der Höhe von rund MEUR 20 belastet, womit das EBIT nach Einmaleffekten bei €-9 Mio. liegt. Das Ergebnis nach Steuern kommt auf €-12 Mio. (1-6/2019: €17,2 Mio.). Der Halbjahresumsatz beläuft sich auf €185 Mio. (1-6/2019: €236,2 Mio.).
Semperit
Das heimische Unternehmen der Gummiindustrie Semperit veröffentlichte heute seine Zahlen zum Q2/20. Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang von 2,0% auf €219,9 Mio. im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Sektor Industrie ging der Umsatz um 13,8% zurück, der Sektor Medizin konnte hingegen eine Steigerung von 20,7% verzeichnen. Der Sektor Industrie war einerseits durch den bereits in 2019 einsetzenden konjunkturellen Abschwung und andererseits durch die negative Wirkung der Corona-Krise geprägt. Die Umsatzsteigerung im Sektor Medizin, also dem Segment Sempermed, beruht auf den Faktoren Anstieg der abgesetzten Mengen, die insbesondere durch die verbesserte Kapazitätsauslastung aufgrund höherer Produktionsmengen erreicht werden konnten, und auf einer außergewöhnlich hohen Nachfrage nach Handschuhen infolge der Corona-Pandemie und damit einhergehend auf der Erhöhung der Marktpreise. Das EBITDA konnte infolge des guten Ergebnisses des Sektors Medizin, zusätzlich verstärkt durch die erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen um 79,3% auf €40,7 Mio. gesteigert werden. Aufgrund der im zweiten Quartal 2020 erfolgten Wertaufholung im Segment Sempermed (€88,8 Mio.) und der Wertminderung im Segment Sempertrans (€-20,0 Mio.) verbesserte sich das EBIT im zweiten Quartal auf €102,5 Mio. (zweites Quartal 2019: €13,1 Mio.) und die EBIT-Marge auf 46,6% nach 5,8% im zweiten Quartal 2019. In Summe ergab sich ein Konzernergebnis im zweiten Quartal von €100,7 Mio. gegenüber €0,8 Mio. im zweiten Quartal 2019. Für eine allfällige Dividendenentscheidung 2020 muss laut Unternehmen Klarheit über die finalen Corona-Effekte bestehen. In Summe ist derzeit auf Basis aktueller Zahlen davon auszugehen, dass das EBITDA der Semperit-Gruppe auf Gesamtjahres-Sicht signifikant über dem Wert des Vorjahres (2019: €67,8 Mio.) liegen wird. Die derzeit nicht absehbare Dauer der Corona-Krise und deren Folgen für die Weltwirtschaft erschweren dabei allerdings zuverlässige Prognosen über finanzielle Auswirkungen auf die Semperit-Gruppe. Angesichts der dargestellten Entwicklungen wurden Anhaltspunkte geprüft und eine Wertaufholung im Segment Sempermed bzw. Wertminderung im Segment Sempertrans Ende des zweiten Quartals 2020 festgestellt. Dies berücksichtigend ist aktuell von einem EBIT der Semperit-Gruppe von €110 bis 160 Mio. (2019: €−16,5 Mio.) für das Gesamtjahr 2020 auszugehen.
Q2/20: Umsatz €219,8 Mio. (Vj. 224,4), EBITDA: €40,7 Mio. (Vj. 22,7), EBIT: €102,5 Mio. (Vj. 13,1), Konzernergebnis: €100,7 Mio. (Vj. 0,8)
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