10.12.2020, 3623 Zeichen
Die Wiener Börse hat am Mittwoch klare Aufschläge eingefahren. Der österreichische Leitindex ATX steigerte sich um 1,31 Prozent auf 2.669,98 Punkte. Nach noch deutlicheren ATX-Verlaufsgewinnen von fast zwei Prozent, ließ die aktuell gestoppte Rekordjagd an der Wall Street auch an den europäischen Aktienbörsen die Kurszuwächse etwas abschmelzen.
Mangels Bekanntgabe fundamentaler Konjunkturnachrichten standen international die weiterhin ergebnisoffenen Brexit-Verhandlungen der EU mit Großbritannien im Fokus. Hingegen gibt es im Streit um die Blockade des EU-Haushalts durch Polen und Ungarn laut Medienberichten einen konkreten Lösungsvorschlag.
Am heimischen Markt gestaltete sich die Meldungslage auf Unternehmensseite sehr dünn. Die Analysten von der Berenberg Bank meldeten sich mit neuen Einschätzungen zum Verbund und OMV. Die Wertpapierexperten haben ihr Kursziel für die Aktien des heimischen Versorgers Verbund deutlich von 40,00 auf 68,00 Euro nach oben revidiert. Zudem wurde die Kaufempfehlung "Buy" bekräftigt. Die Verbund-Titel gewannen 1,4 Prozent auf 59,70 Euro. Für die OMV haben die Analysten der Berenberg Bank ebenfalls ihr Anlagevotum "Buy" bestätigt. Das Kursziel für die Aktien des heimischen Öl- und Gaskonzerns wurde gleichzeitig von 34,0 auf 38,0 Euro nach oben angepasst. Die OMV-Papiere reagierten mit einem deutlichen Zuwachs von 2,2 Prozent auf 32,84 Euro.
Die OMV-Tochter Borealis erwartet ein "ordentliches" viertes Quartal, wurde zudem bekannt. Schon im dritten Quartal sei es "steil nach oben" gegangen, sagte Firmenchef Alfred Stern im "Kurier".
Die schwergewichteten Banken zeigten einheitlich positive Vorzeichen. Die Aktionäre der Erste Group konnten einen Kursgewinn in Höhe von 1,8 Prozent verbuchen. BAWAG verteuerten sich um 1,0 Prozent und bei der Raiffeisen Bank International gab es ein Plus von 1,2 Prozent zu sehen.
Eine Kursschwäche gab es hingegen bei Schoeller-Bleckmann zu beobachten. Die Titel des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters rutschten 3,5 Prozent tiefer. Im Immobilienbereich verbilligten sich s Immo um 2,3 Prozent.
Unternehmensnachrichten
Mayr-Melnhof
Die Mayr-Melnhof Gruppe hat eine Vereinbarung getroffen, Kotkamills Group Oyj ("Kotkamills") von den bisherigen Eigentümern zu einem Unternehmenswert von rund €425 Mio. zu erwerben; dies entspricht ca. dem 7,8-fachen EBITDA der letzten zwölf Monate. Durch die Übernahme von Kotkamills wird MM Karton die Position auf dem attraktiven Markt für Frischfaserkarton (FBB) und Food Service Board (FSB) ausbauen und die etablierte Marktposition bei Recyclingkarton ergänzen. Die geplante Transaktion wird sich unmittelbar ertragssteigernd auswirken. Kotkamills beschäftigt ca. 500 Mitarbeiter und erwirtschaftete in den letzten zwölf Monaten bei einem Umsatz von ca. €380 Mio. ein EBITDA von ca. €55 Mio. Der Kaufpreis wird aus zugesagten Kreditlinien finanziert. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Abschlussbedingungen und der Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2021 erwartet.
Flughafen Wien
Der Flughafen Wien präsentierte heute seine Verkehrsergebnisse für November 2020. Die Covid-19-Pandemie wirkt sich weiterhin massiv auf die Luftfahrt aus: Im November 2020 lag das Passagieraufkommen der Flughafen-Wien-Gruppe (Flughafen Wien, Malta Airport und Flughafen Kosice) mit 222.554 Reisenden um 92,3% unter den Zahlen vom November 2019. Der Standort Flughafen Wien verzeichnete einen Rückgang um 92,4% auf 181.115 Reisende. Kumuliert von Jänner bis November 2020 ging das Passagieraufkommen am Standort Flughafen Wien um 74,0% auf 7.586.101 Reisende zurück.
Zertifikate Party Österreich: Frank Weingarts, ZFA-Vorstandschef und -Evergreen: Thema SRI (noch 10 Tage bis zum 20. Zertifikate Award 2026)
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Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Mayr-Melnhof, AT&S, Amag, Zumtobel, Agrana, Semperit, Flughafen Wien, Reploid Group AG, Lenzing, FACC, Frauenthal, RBI, SW Umwelttechnik, VIG, voestalpine, Polytec Group, BTV AG, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria.
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