03.08.2021, 4887 Zeichen
Im ersten Artikel dieser Blogserie „Effiziente BIM-Projekte durch cloudbasiertes Arbeiten“ ging ich der Frage nach, wie sich Bauprojekte durch Building Information Modeling (BIM) beschleunigen lassen. Im Folgebeitrag „Bauzeiten und Kosten durch BIM-Dimensionen 3D, 4D und 5D reduzieren“ behandelte ich die Bedeutung des BIM-Modells für größere Bauvorhaben. In diesem abschließenden Artikel stelle ich die Dimensionen 6D (Nachhaltigkeit) und 7D (Facility-Management) vor und gebe einen Ausblick auf die Zukunft des BIM-Modells.
6D – die effiziente und nachhaltige Entwicklung von Bauobjekten
6D-BIM erweitert die Dimensionen des 3D-Objekt-Modells (3D), der zeitlichen Planungsdaten (4D) sowie der Kostenentwicklung (5D) um die Faktoren Effizienz und Nachhaltigkeit. Das bedeutet für die Beteiligten, dass neben dem Zeit- und Kostenplan vor allem Ziele in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung eines Bauprojektes in den Vordergrund rücken.
Dabei unterstützt die sechste Dimension ab der ersten Planungsphase durch Analysen des Energieverbrauchs und hilft somit bei der Vorhersage der Gesamtkosten. Letztendlich gilt es herauszufinden, welche Bereiche sich für Investitionen eignen, um Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz zu erreichen.
7D – das ganzheitliche Facility-Management
Die siebte Dimension fügt zusätzlich relevante Daten bezüglich Wartung und Instandhaltung eines Bauprojekts hinzu. Das umfasst sämtliche Informationen, die notwendig sind, um den laufenden Betrieb eines Gebäudes sicherzustellen. Darunter fallen technische Spezifikationen, Wartungs- und Betriebsanleitungen, Gewährleistungen oder Herstellerinformationen.
Das BIM-basierte Facility-Management sorgt für eine Verbesserung der Leistungserbringung während des gesamten Bau-Lebenszyklus. Auf diese Weise ist auch nach Abschluss der Planungs- und Errichtungsphase maximale Qualität gegeben.
Abbildung: Beim BIM-Modell kommt in jeder Dimension eine weitere Komponente hinzu.
nD – weitere Dimensionen durch steigenden Informationsbedarf
Theoretisch lässt sich ein BIM-Modell noch um zusätzliche Dimensionen ergänzen, welche die ständig wachsenden Informationsbedürfnisse abdecken, die im Zuge moderner Bauobjekte anfallen.
So ist es beispielsweise möglich, Sicherheitsaspekte als achte Dimension in den Planungs- und Errichtungsprozess eines Gebäudes miteinzubeziehen. Dank fortschreitender digitaler Projektabwicklungen sind den Optionen bezüglich neuer Informationsquellen praktisch keine Grenzen gesetzt.
Digitalisierung schöpft volles Potenzial des BIM-Modells aus
Ein ganzheitliches BIM-Modell, das alle relevanten Dimensionen umfasst, unterstützt in sämtlichen Phasen eines Bauprojektes, angefangen von der Planung, über die Errichtung, bis hin zum eigentlichen Betrieb eines Gebäudes. Dabei ergeben sich für die Teilnehmer eine Reihe von Vorteilen: Eine Verbesserung der ortsunabhängigen Kommunikation, eine reduzierte Fehleranfälligkeit durch frühzeitige Analysen, eine höhere Planungssicherheit bei komplexen Vorhaben, ein effizientes Informationsmanagement sowie nicht zu unterschätzende Zeit- und Kosteneinsparungen.
Das gesamte Potenzial von BIM entfaltet sich allerdings erst durch eine vollständige Digitalisierung bis zu den Baustellen selbst. Das gelingt durch die Implementierung eines technischen Daten- und Dokumentationsmanagements auf Cloudbasis wie Fabasoft Approve. Diese Lösung bietet dank einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) die Möglichkeit, auch externe Personen (Lieferanten usw.) aktiv miteinzubeziehen. Auf diese Weise entsteht ein vernetzter Informationsfluss im gesamten Bauprojekt, bei dem alle Beteiligten zu jedem Zeitpunkt über denselben Wissensstand verfügen.
Quo vadis, BIM?
Das Building Information Modeling gewinnt seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung, was nicht zuletzt daran zu erkennen ist, dass immer mehr Auftraggeber im Großanlagenbau den Einsatz von BIM voraussetzen. Dazu kommen die erweiterten Verpflichtungen zu BIM wie jene in Deutschland für öffentlich ausgeschriebene Infrastrukturprojekte.
Diesen Aufwind unterstreicht auch eine PWC-Studie aus dem Jahr 2019. In der durchgeführten Befragung gaben 79 % der Bauunternehmen an, in den nächsten Jahren BIM nutzen zu wollen. Darüber hinaus berichteten 60 % der Befragten, dass BIM in den vergangenen zwölf Monaten bereits eine Anforderung in Ausschreibungen war.
Abschließend lässt sich festhalten, dass ein ganzheitliches BIM-Modell in Kombination mit einer cloudbasierten Lösung für das technische Daten- und Dokumentationsmanagement zu einer effizienteren Abwicklung und damit zu einer Verkürzung der Errichtungszeiten beiträgt. Insbesondere im Großanlagenbau werden BIM-Projekte daher in naher Zukunft noch wichtiger. Diese digitale Unterstützung über alle Bauphasen hinweg rückt die vollumfänglich vernetzte Baustelle somit in greifbare Nähe.
Im Original hier erschienen: Mit BIM in Richtung ganzheitlich vernetzter Bauprojekte
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