01.02.2022, 4047 Zeichen
Die beste Aktie im ATX war im Jänner Do&Co. Der Aktienturnier-Champ hat das am letzten Handelstag geschafft. Die insgesamt stärkste Aktie kommt aber aus dem direct market-Plus: Kostad mit 60 Prozent Plus. Kostad-CEO Günter Köstenberger freut sich über das große Interesse an seiner Aktie. Im Cheftalk sprachen wir vor zwei Wochen wir über die Themen Peer Group, Lieferketten und Kurzarbeit.
Lieber Herr Köstenberger, ausgehend von einem Referenzkurs von 2,4 Euro im Dezember hat die Kostad-Aktie Anfang Jänner bis zu 36 Euro erreicht und wurde so auch nach Marktkapitalisierung zum größten Titel im direct market plus. Ich denke, Sie können mit dem Start im Vienna MTF zufrieden sein …
Günter Köstenberger: Wir sind mit dieser Entwicklung mehr als zufrieden. Einerseits natürlich über die imposante Entwicklung des Kurses, aber vor allem über die durchwegs positive Resonanz am Markt. Es freut uns sehr, wie groß das Interesse von potenziellen Investoren in unsere Branche und in unser Unternehmen ist. Gerade die letzten Wochen waren geprägt von Auslandsreisen und Geschäftsterminen wodurch bemerkbar wird, dass der Börsengang der Kostad AG durchaus auch international Wellen geschlagen hat.
Wieviel IR-Arbeit hatten Sie im vergangenen Monat zu erledigen?
Wie schon erwähnt, wurde darauf in letzter Zeit verstärkt der Fokus gelegt. Wir haben viel in diesem Bereich gemacht und haben auch vor in den nächsten Monaten einiges an Ressourcen in diesem Gebiet zu investieren. Dabei muss man aber auch erwähnen, dass wir mit unseren Capital Market Coach Gregor Rosinger bestens betreut sind. Es ist eine enorme Unterstützung, jemanden mit dieser Erfahrung im Boot zu haben, der sich so für Kostad einsetzt. In naher Zukunft planen wir auch unsere erste Kapitalerhöhungsrunde, wo noch einiges an Arbeit auf uns zukommt, wir aber voller Vorfreude darauf hinarbeiten.
In Deutschland notiert seit wenigen Wochen ebenfalls ein Ladesäulenanbieter: Compleo Charging. Sehen Sie dieses Unternehmen als ihre Peer Group?
Compleo Charging ist ein starker Player am deutschen Markt und zählt wie Fastned zu unserer Peer Group. Auch Alfen, bei denen der Bereich Ladestationen aber nur eines von mehreren Geschäftsfeldern ist, könnte man zu unserer erweiterten Peer Group zählen.
Gilt das auch für die niederländische EVBox, die ja ebenfalls an eine Börse möchte?
Ja, das beobachten wir auch schon seit längerem. EVBox hat sich schon seit einigen Jahren sehr breit aufgestellt. Generell ist davon auszugehen, dass im Bereich Ladeinfrastruktur und Elektromobilität noch einige Unternehmen folgen werden. Die Nachfrage nach hochwertigen Produkten ist groß und das wollen viele für sich nutzen. Für uns als österreichisches, langjährig etabliertes Unternehmen ist es essenziell,diese Entwicklungen im Auge zu behalten, wir sind jedoch überzeugt, von dem was wir tun und sind global bereits gut verankert. Unser Fokus liegt darauf, Innovation weiter auszubauen und dabei unsere hohen Qualitätsansprüche zu halten.
Vor kurzem haben Sie mitgeteilt, Kurzarbeit vorzubereiten. Wie ist hier der Status?
Seit Monaten herrscht eine extrem hohe Nachfrage, der wir mit allen Mitteln nachkommen wollen. Leider werden wir aktuell durch Lieferengpässe etwas ausgebremst. Diese sind auf den Halbleitermangel zurückzuführen, der die gesamte Branche beeinträchtigt - aktuell auch zu sehen bei den unterschiedlichsten Automobilherstellern, die teilweise horrende Lieferzeiten auf Neuwägen haben. Um auf diese Situation bestmöglich vorbereitet zu sein, haben wir präventiv Kurzarbeit für die nächsten Monate angemeldet, da es möglich ist, dass wir unsere Produktionskapazitäten kurzfristig runterfahren müssen. Nichtsdestotrotz haben wir 2022 einiges vor, von Produktinnovationen über internationale Messen bis hin zum weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur.
Fragen: Christian Drastil
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(Der Input von Christian Drastil für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 01.02.)
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