06.03.2026, 3079 Zeichen
Der Schweizer Energiekonzern BKW greift nach einer Mehrheit am französischen Erneuerbare-Energien-Spezialisten Volterres. Während der Aktienkurs seit Jahresbeginn deutlich Federn lassen musste, signalisiert das Management mit diesem Schritt eine konsequente Fortsetzung seiner internationalen Wachstumsstrategie. Kann dieser strategische Zukauf die nötige Trendwende einleiten?
BKW verhandelt derzeit exklusiv über den Erwerb von 65 Prozent der Anteile an Volterres. Verkäufer ist der französische Infrastrukturkonzern Eiffage, der die Anteile über seine Tochtergesellschaft Sun’R hält. Ein Sprecher der BKW bestätigte die Gespräche, betonte jedoch, dass der Konzern bislang noch nicht an dem Unternehmen beteiligt ist. Ziel ist es, den Deal nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen noch im ersten Halbjahr 2026 abzuschließen.
Strategie trifft auf Marktdruck
Die geplante Akquisition fügt sich nahtlos in die „Solutions 2030“-Strategie ein, mit der BKW ihre Präsenz bei Wind- und Solarkraft europaweit ausbaut. Erst kürzlich nahm das Unternehmen den Windpark Cerignola in Italien in Betrieb. Trotz dieser operativen Fortschritte steht der Titel an der Börse unter Druck: Mit einem Minus von 11,24 Prozent seit Jahresbeginn blieb die Performance zuletzt hinter den Erwartungen zurück.
Interessant für Anleger: Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist mit einem Wert von 15,2 in einen tief überverkauften Bereich gefallen. Dies deutet darauf hin, dass die jüngsten Kursabgaben fundamental übertrieben sein könnten und die Aktie technisch reif für eine Gegenbewegung ist.
Quartalszahlen als nächster Impuls
Zusätzliche Dynamik dürfte am kommenden Mittwoch, den 11. März 2026, entstehen. Dann veröffentlicht BKW die Finanzergebnisse für das vierte Quartal 2025. Diese Zahlen werden zeigen, wie wetterfest das Geschäftsmodell im aktuellen Marktumfeld tatsächlich ist. Analysten zeigen sich für die mittelfristige Entwicklung durchaus zuversichtlich und prognostizieren für das Gesamtjahr 2025 einen Gewinn von etwa 7,00 CHF je Aktie.
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Für das Geschäftsjahr 2026 stellen Experten zudem eine Dividende von rund 3,65 CHF in Aussicht. Damit bleibt die Aktie trotz der jüngsten Volatilität für einkommensfokussierte Investoren ein Thema, sofern die Expansion in Frankreich die erhofften Synergien liefert.
Die kommenden Tage sind für die kurzfristige Richtung entscheidend. Sollten die Quartalszahlen am 11. März die Gewinnprognosen bestätigen, könnte die Aktie den Boden im Bereich des 52-Wochen-Tiefs von 156,30 € nachhaltig festigen. Gelingt dies nicht, rückt der 50-Tage-Durchschnitt bei 170,64 € als wichtiges Erholungsziel in weite Ferne.
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