14.03.2026, 3012 Zeichen
Der offizielle Geschäftsbericht für 2025 bestätigt, was die Deutsche Bank bereits vorläufig gemeldet hatte — und liefert zugleich einige Details, die über das reine Zahlenwerk hinausgehen. Neue Zivilklagen ehemaliger Mitarbeiter und ein merklicher Rückzug eines Großinvestors sorgen für Gesprächsstoff.
Stärkstes Ergebnis der jüngeren Geschichte
Mit einem Vorsteuergewinn von 9,7 Milliarden Euro erreichte das Frankfurter Institut 2025 den höchsten Wert seit Jahren. Unter dem Strich blieben 7,1 Milliarden Euro Nettogewinn. Die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital kletterte auf 10,3 Prozent — ein Wert, den das Management lange als Zielmarke kommuniziert hatte. Gleichzeitig sanken die Kosten um zehn Prozent auf 20,7 Milliarden Euro, was die Aufwand-Ertrag-Relation auf 64 Prozent drückte.
Begleitend stiegen die Vergütungen: Der Bonustopf wuchs um knapp sieben Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Vorstandschef Christian Sewing erhält eine Gesamtvergütung von 10,5 Millionen Euro.
Private Credit und neue Rechtsrisiken
Im Bereich Private Credit weist der Bericht ein Portfolio von rund 26 Milliarden Euro aus — gegenüber 24,5 Milliarden im Vorjahr. Auffällig: 15,8 Milliarden Euro davon entfallen auf den Technologiesektor. Trotz der wachsenden Aufmerksamkeit für dieses Segment plant die Bank weiteres selektives Wachstum.
Auf der Rechtseite gibt es ein gemischtes Bild. Der BGH beendete den jahrelangen Streit mit ehemaligen Postbank-Aktionären endgültig — die verbleibenden Zahlungsverpflichtungen von rund 112 Millionen Euro sind durch Rückstellungen gedeckt. Neu hinzugekommen sind jedoch Zivilklagen ehemaliger Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Banca Monte dei Paschi di Siena. Sie fordern Schadensersatz von über 600 Millionen britischen Pfund sowie in einem separaten Verfahren 152 Millionen Euro vor dem Landgericht Frankfurt. Die Bank weist die Forderungen als unbegründet zurück.
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Capital Group zieht sich zurück
Parallel zum Geschäftsbericht wurde eine spürbare Verschiebung in der Aktionärsstruktur bekannt: Die US-Fondsgesellschaft Capital Group, bislang zweitgrößter institutioneller Anteilseigner, halbierte ihre Beteiligung nahezu — von 4,94 Prozent auf 2,93 Prozent. Das Aktienrückkaufprogramm läuft unterdessen planmäßig weiter: Bis Anfang März erwarb die beauftragte Handelsbank bereits über 5,8 Millionen Aktien.
Die Aktie notiert aktuell rund 25 Prozent unterhalb ihres Jahreshochs vom Januar — das starke operative Jahr 2025 hat sich im Kurs bislang nicht gehalten.
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