Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





DGUV-Reform 2026: Teams verdrängen Einzelhandwerker ( Finanztrends)

14.03.2026, 7193 Zeichen

Die deutsche Handwerks- und Industriedienstleistungsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neue Sicherheitsvorschriften und schärfere Zeiterfassungsregeln machen den Einsatz mobiler Montageteams zum wirtschaftlichsten und sichersten Modell.

Seit dem 1. Januar 2026 ist die aktualisierte DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Parallel verschärft sich der administrative Druck durch die elektronische Zeiterfassung. Branchenbeobachter sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil für Teamstrukturen. Denn diese erfüllen die komplexen Anforderungen an Sicherheit und Compliance quasi von selbst. Während Unternehmen die erweiterten Unterstützungsmodelle der Reform nutzen, etabliert sich der Team-Einsatz als das komplianteste und effizienteste Betriebsmodell.

Anzeige

Angesichts der gesetzlich verpflichtenden Dokumentation stehen viele Arbeitgeber vor der Herausforderung, Pausen- und Ruhezeiten rechtssicher zu erfassen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Ihnen praktische Tipps und Mustervorlagen für eine gesetzeskonforme Umsetzung. Kostenlosen Ratgeber zur Arbeitszeiterfassung herunterladen

Reform der DGUV Vorschrift 2: Mehr Flexibilität für Teams

Die Neufassung der DGUV Vorschrift 2 bringt entscheidende Erleichterungen. Die wichtigste Änderung: Das vereinfachte Kleinbetriebsmodell gilt nun für Betriebe mit bis zu 20 statt bisher 10 Beschäftigten. Für kleine und mittlere Montageunternehmen sinkt der administrative Aufwand deutlich. Ressourcen können stärker in Teamentwicklung fließen.

Zudem schreibt die Reform für größere Betriebe unter Regelbetreuung fest, dass Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit jeweils mindestens 20 Prozent der erforderlichen Betreuungsstunden leisten müssen. Dies sichert einen interdisziplinären Ansatz.

Ein weiterer Fortschritt ist die offizielle Zulassung der digitalen Beratung (IKT-Beratung). Nach einer Erstbegehung vor Ort darf ein Drittel der Grundbetreuung digital erfolgen. Mobile Teams, die oft auf wechselnden Baustellen im Einsatz sind, profitieren enorm von dieser Flexibilität. Sicherheitsunterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen lassen sich nahtlos in digitale Arbeitsabläufe integrieren – ohne ständige Präsenz der Sicherheitsfachkraft.

Lösung für das Problem der „Alleinarbeit“

Der größte Vorteil mobiler Teams liegt im Umgang mit Gefahrensituationen. Nach DGUV Regel 100-001 und 112-139 ist die Alleinarbeit streng reglementiert. Arbeitet ein Handwerker außerhalb von Sicht- und Rufweite zu anderen Personen, trägt der Arbeitgeber eine erhöhte Verantwortung. Bei Tätigkeiten mit besonderen Risiken – etwa auf Gerüsten, mit Chemikalien oder in engen Räumen – ist Alleinarbeit oft nur mit großem technischen Aufwand erlaubt.

Für Solohandwerker bedeutet Compliance hohe Investitionen. Arbeitgeber müssen Personelle-Notsignal-Anlagen (PNA), Überwachungsprotokolle oder Totmannschalter bereitstellen. Für jeden Alleineinsatz sind zudem spezielle Gefährdungsbeurteilungen zu dokumentieren.

Mobile Montageteams lösen dieses Problem strukturell. Durch den Einsatz zu zweit oder in der Gruppe ist der erforderliche Sicht- und Rufkontakt stets gegeben. Sicherheitsexperten betonen, dass dieses „Vier-Augen-Prinzip“ die tatsächliche Sicherheit und Erste-Hilfe-Bereitschaft vor Ort erhöht. Den Arbeitgebern entfällt der komplexe technische Aufwand für gefährliche Alleinarbeiten, da die Anwesenheit eines zweiten Teammitglieds die Kernanforderung an sofortige Hilfe erfüllt.

Anzeige

Gerade bei wechselnden Einsatzorten und Teamstrukturen ist eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung unerlässlich, um Haftungsrisiken zu minimieren. Mit diesen praxiserprobten Checklisten und Vorlagen erfüllen Sie alle gesetzlichen Vorgaben zeitsparend und rechtssicher. Kostenlose Vorlagen für Gefährdungsbeurteilungen sichern

Elektronische Zeiterfassung und Einhaltung der Ruhezeiten

Neben der physischen Sicherheit bieten Teams Vorteile bei der administrativen Compliance, insbesondere bei den Arbeitszeiten. Nach Urteilen des Europäischen Gerichtshofs und Gesetzesentwürfen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) dominiert die Forderung nach verpflichtender elektronischer Zeiterfassung die Compliance-Strategien der Unternehmen.

Eine kritische Hürde im Arbeitszeitgesetz ist die strikte elfstündige ununterbrochene Ruhezeit. Für Solohandwerker, die ihre Einsätze, Kundenkommunikation und Anfahrten selbst organisieren, führt die Dokumentation von Beginn und Ende oft zu lückenhaften Aufzeichnungen. Diese können unbeabsichtigt zu Verstößen führen. Beantwortet ein Alleinarbeiter beispielsweise um 20:15 Uhr eine Kunden-E-Mail, verschiebt sich sein frühester legaler Arbeitsbeginn auf 7:15 Uhr am nächsten Tag – was häufig mit Schichtplänen kollidiert.

Mobile Teams nutzen dagegen meist eine zentralisierte digitale Zeiterfassung. Oft loggt ein Teamleiter die Zeiten für die gesamte Einheit über spezielle Software. Reisezeiten, aktive Arbeit und Pausen werden einheitlich erfasst. Diese zentralisierte Herangehensweise reduziert Dokumentationsfehler erheblich und hilft Personalabteilungen, die Einhaltung von Ruhezeiten und Höchstarbeitszeiten sicherzustellen – ein wirksamer Schutz vor Bußgeldern.

Branchenwandel: Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

Das Zusammentreffen der DGUV-Reform 2026 und schärferer Zeiterfassung markiert eine Zeitenwende. Historisch galt der Einsatz von Solohandwerkern als kostengünstigste Methode für weitläufige Wartungsaufträge. Doch die versteckten Kosten moderner Compliance – von PNA-Geräten bis zum administrativen Aufwand individueller Gefährdungsbeurteilungen – haben diese Rechnung grundlegend verändert.

Mit mobilen Teams wählen Unternehmen eine Betriebsstruktur, die sich nahtlos in moderne Sicherheitsstandards einfügt. Die Ausweitung des Kleinbetriebsmodells fördert die Bildung spezialisierter, eingespielter Teams, die unter vereinfachten Sicherheitsmanagement-Rahmen arbeiten können. Signifikant ist auch, dass die DGUV-Aktualisierung die Qualifikationswege für Sicherheitsfachkräfte (SiFa) um Fächer wie Arbeitspsychologie erweitert hat. Dies spiegelt ein breiteres Branchenverständnis wider: Arbeitssicherheit hängt eng mit Teamdynamik, psychischer Belastung und kollegialer Unterstützung zusammen – Elemente, die dem Solohandwerker naturgemäß fehlen.

Ausblick: Teamarbeit wird zum Standard

Der trend zum team-basierten Einsatz in Handwerk und Industriedienstleistungen dürfte sich beschleunigen. Mit der verschärften Durchsetzung der elektronischen Zeiterfassung und der vollständigen Integration digitaler Beratung werden Unternehmen verstärkt in teamorientierte digitale Management-Tools investieren.

Branchenprognosen deuten auf einen rasch wachsenden Markt für integrierte Softwarelösungen hin, die kollektive Zeiterfassung, digitale Sicherheitsunterweisungen und Teamdisposition vereinen. Solohandwerker bleiben zwar für spezielle, risikoarme Diagnosetätigkeiten oder kleine Reparaturen unverzichtbar. Die Ausführung komplexer, gefährlicher oder großvolumiger Installationen wird jedoch zunehmend die Domäne mobiler Montageteams werden. Diese strukturelle Entwicklung verspricht, sowohl die operative Effizienz als auch die fundamentale Sicherheit der Beschäftigten in Deutschland nachhaltig zu verbessern.


(14.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1125: ATX unverändert, heute ex starke Andritz-Dividende, RBI wird Big Player in Rumänien, CPI Europe stark




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:CA Immo, UBM, Semperit, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Marinomed Biotech, voestalpine, Wienerberger, Zumtobel, Kapsch TrafficCom, Andritz, AT&S, DO&CO, Strabag, RBI, Agrana, FACC, CPI Europe AG, Bajaj Mobility AG, Verbund, Wolford, Oberbank AG Stamm, RHI Magnesita, Amag, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria.


Random Partner

gettex
gettex ist ein Börsenplatz der Bayerischen Börse AG für alle Investorentypen – vom Retail-Anleger bis zum Vermögensverwalter und institutionellen Anleger. Auf gettex fallen grundsätzlich weder Maklercourtage noch Börsenentgelt an.

>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Österreich-Depots: Etwas stärker (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 30.3.: Extremes zu Erste Group (Börse Geschichte) (Börse...

» ATX tritt auf der Stelle – Raiffeisen Research senkt Prognosen deutlich ...

» Nachlese: Bernd Braunstein Reploid, Publikumswahl ZFA-Award, Emerald Hor...

» PIR-News: Neue Raiffeisen Markt-Prognosen, Research zu Kontron, Porr, Ve...

» Vom Mobilfunk über den Ziegelkonzern bis zum Biotech-Börsengang: Der Kar...

» Wiener Börse Party #1125: ATX unverändert, heute ex starke Andritz-Divid...

» Wiener Börse zu Mittag unverändert: CPI Europe, Porr und Agrana gesucht

» ATX-Trends: UBM, Porr, AT&S ...

» Börsepeople im Podcast S24/07: Bernd Braunstein


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: Kontron(2), EVN(1), Strabag(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: AT&S(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: voestalpine(2), OMV(1)
    BSN MA-Event Agrana
    Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 2.2%, Rutsch der Stunde: FACC -0.62%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Verbund(2), Semperit(1), FACC(1), SBO(1), Kontron(1)
    BSN MA-Event CPI Europe AG
    Star der Stunde: CA Immo 1.49%, Rutsch der Stunde: Frequentis -2.55%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Strabag(1), OMV(1)

    Featured Partner Video

    Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Irre Statistiken zum März-Verfall starring ATX, Mayr-Melnhof, Palfinger, Strabag, Erste - dazu drei Spoiler

    Gestern war März-Verfall: Dazu irre Statistiken mit den Hauptdarstellern Mayr-Melnhof (nicht an der Indexumstellung beteiligt), Palfinger, Strabag (sehr wohl), Erste Group. Aber leider Jahreslow. U...

    Books josefchladek.com

    Pedro J. Saavedra
    Donde el viento da la vuelta
    2023
    Self published

    Marcel Natkin (ed.)
    Le nu en photographie
    1937
    Éditions Mana

    Livio Piatti
    zooreal
    2003
    Kontrast Verlag

    Siri Kaur
    Sistermoon
    2025
    Void

    Olga Ignatovich
    In the Shadow of the Big Brother
    2025
    Arthur Bondar Collection WWII


    14.03.2026, 7193 Zeichen

    Die deutsche Handwerks- und Industriedienstleistungsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neue Sicherheitsvorschriften und schärfere Zeiterfassungsregeln machen den Einsatz mobiler Montageteams zum wirtschaftlichsten und sichersten Modell.

    Seit dem 1. Januar 2026 ist die aktualisierte DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Parallel verschärft sich der administrative Druck durch die elektronische Zeiterfassung. Branchenbeobachter sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil für Teamstrukturen. Denn diese erfüllen die komplexen Anforderungen an Sicherheit und Compliance quasi von selbst. Während Unternehmen die erweiterten Unterstützungsmodelle der Reform nutzen, etabliert sich der Team-Einsatz als das komplianteste und effizienteste Betriebsmodell.

    Anzeige

    Angesichts der gesetzlich verpflichtenden Dokumentation stehen viele Arbeitgeber vor der Herausforderung, Pausen- und Ruhezeiten rechtssicher zu erfassen. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Ihnen praktische Tipps und Mustervorlagen für eine gesetzeskonforme Umsetzung. Kostenlosen Ratgeber zur Arbeitszeiterfassung herunterladen

    Reform der DGUV Vorschrift 2: Mehr Flexibilität für Teams

    Die Neufassung der DGUV Vorschrift 2 bringt entscheidende Erleichterungen. Die wichtigste Änderung: Das vereinfachte Kleinbetriebsmodell gilt nun für Betriebe mit bis zu 20 statt bisher 10 Beschäftigten. Für kleine und mittlere Montageunternehmen sinkt der administrative Aufwand deutlich. Ressourcen können stärker in Teamentwicklung fließen.

    Zudem schreibt die Reform für größere Betriebe unter Regelbetreuung fest, dass Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit jeweils mindestens 20 Prozent der erforderlichen Betreuungsstunden leisten müssen. Dies sichert einen interdisziplinären Ansatz.

    Ein weiterer Fortschritt ist die offizielle Zulassung der digitalen Beratung (IKT-Beratung). Nach einer Erstbegehung vor Ort darf ein Drittel der Grundbetreuung digital erfolgen. Mobile Teams, die oft auf wechselnden Baustellen im Einsatz sind, profitieren enorm von dieser Flexibilität. Sicherheitsunterweisungen und Gefährdungsbeurteilungen lassen sich nahtlos in digitale Arbeitsabläufe integrieren – ohne ständige Präsenz der Sicherheitsfachkraft.

    Lösung für das Problem der „Alleinarbeit“

    Der größte Vorteil mobiler Teams liegt im Umgang mit Gefahrensituationen. Nach DGUV Regel 100-001 und 112-139 ist die Alleinarbeit streng reglementiert. Arbeitet ein Handwerker außerhalb von Sicht- und Rufweite zu anderen Personen, trägt der Arbeitgeber eine erhöhte Verantwortung. Bei Tätigkeiten mit besonderen Risiken – etwa auf Gerüsten, mit Chemikalien oder in engen Räumen – ist Alleinarbeit oft nur mit großem technischen Aufwand erlaubt.

    Für Solohandwerker bedeutet Compliance hohe Investitionen. Arbeitgeber müssen Personelle-Notsignal-Anlagen (PNA), Überwachungsprotokolle oder Totmannschalter bereitstellen. Für jeden Alleineinsatz sind zudem spezielle Gefährdungsbeurteilungen zu dokumentieren.

    Mobile Montageteams lösen dieses Problem strukturell. Durch den Einsatz zu zweit oder in der Gruppe ist der erforderliche Sicht- und Rufkontakt stets gegeben. Sicherheitsexperten betonen, dass dieses „Vier-Augen-Prinzip“ die tatsächliche Sicherheit und Erste-Hilfe-Bereitschaft vor Ort erhöht. Den Arbeitgebern entfällt der komplexe technische Aufwand für gefährliche Alleinarbeiten, da die Anwesenheit eines zweiten Teammitglieds die Kernanforderung an sofortige Hilfe erfüllt.

    Anzeige

    Gerade bei wechselnden Einsatzorten und Teamstrukturen ist eine rechtssichere Gefährdungsbeurteilung unerlässlich, um Haftungsrisiken zu minimieren. Mit diesen praxiserprobten Checklisten und Vorlagen erfüllen Sie alle gesetzlichen Vorgaben zeitsparend und rechtssicher. Kostenlose Vorlagen für Gefährdungsbeurteilungen sichern

    Elektronische Zeiterfassung und Einhaltung der Ruhezeiten

    Neben der physischen Sicherheit bieten Teams Vorteile bei der administrativen Compliance, insbesondere bei den Arbeitszeiten. Nach Urteilen des Europäischen Gerichtshofs und Gesetzesentwürfen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) dominiert die Forderung nach verpflichtender elektronischer Zeiterfassung die Compliance-Strategien der Unternehmen.

    Eine kritische Hürde im Arbeitszeitgesetz ist die strikte elfstündige ununterbrochene Ruhezeit. Für Solohandwerker, die ihre Einsätze, Kundenkommunikation und Anfahrten selbst organisieren, führt die Dokumentation von Beginn und Ende oft zu lückenhaften Aufzeichnungen. Diese können unbeabsichtigt zu Verstößen führen. Beantwortet ein Alleinarbeiter beispielsweise um 20:15 Uhr eine Kunden-E-Mail, verschiebt sich sein frühester legaler Arbeitsbeginn auf 7:15 Uhr am nächsten Tag – was häufig mit Schichtplänen kollidiert.

    Mobile Teams nutzen dagegen meist eine zentralisierte digitale Zeiterfassung. Oft loggt ein Teamleiter die Zeiten für die gesamte Einheit über spezielle Software. Reisezeiten, aktive Arbeit und Pausen werden einheitlich erfasst. Diese zentralisierte Herangehensweise reduziert Dokumentationsfehler erheblich und hilft Personalabteilungen, die Einhaltung von Ruhezeiten und Höchstarbeitszeiten sicherzustellen – ein wirksamer Schutz vor Bußgeldern.

    Branchenwandel: Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

    Das Zusammentreffen der DGUV-Reform 2026 und schärferer Zeiterfassung markiert eine Zeitenwende. Historisch galt der Einsatz von Solohandwerkern als kostengünstigste Methode für weitläufige Wartungsaufträge. Doch die versteckten Kosten moderner Compliance – von PNA-Geräten bis zum administrativen Aufwand individueller Gefährdungsbeurteilungen – haben diese Rechnung grundlegend verändert.

    Mit mobilen Teams wählen Unternehmen eine Betriebsstruktur, die sich nahtlos in moderne Sicherheitsstandards einfügt. Die Ausweitung des Kleinbetriebsmodells fördert die Bildung spezialisierter, eingespielter Teams, die unter vereinfachten Sicherheitsmanagement-Rahmen arbeiten können. Signifikant ist auch, dass die DGUV-Aktualisierung die Qualifikationswege für Sicherheitsfachkräfte (SiFa) um Fächer wie Arbeitspsychologie erweitert hat. Dies spiegelt ein breiteres Branchenverständnis wider: Arbeitssicherheit hängt eng mit Teamdynamik, psychischer Belastung und kollegialer Unterstützung zusammen – Elemente, die dem Solohandwerker naturgemäß fehlen.

    Ausblick: Teamarbeit wird zum Standard

    Der trend zum team-basierten Einsatz in Handwerk und Industriedienstleistungen dürfte sich beschleunigen. Mit der verschärften Durchsetzung der elektronischen Zeiterfassung und der vollständigen Integration digitaler Beratung werden Unternehmen verstärkt in teamorientierte digitale Management-Tools investieren.

    Branchenprognosen deuten auf einen rasch wachsenden Markt für integrierte Softwarelösungen hin, die kollektive Zeiterfassung, digitale Sicherheitsunterweisungen und Teamdisposition vereinen. Solohandwerker bleiben zwar für spezielle, risikoarme Diagnosetätigkeiten oder kleine Reparaturen unverzichtbar. Die Ausführung komplexer, gefährlicher oder großvolumiger Installationen wird jedoch zunehmend die Domäne mobiler Montageteams werden. Diese strukturelle Entwicklung verspricht, sowohl die operative Effizienz als auch die fundamentale Sicherheit der Beschäftigten in Deutschland nachhaltig zu verbessern.


    (14.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1125: ATX unverändert, heute ex starke Andritz-Dividende, RBI wird Big Player in Rumänien, CPI Europe stark




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:CA Immo, UBM, Semperit, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Flughafen Wien, Marinomed Biotech, voestalpine, Wienerberger, Zumtobel, Kapsch TrafficCom, Andritz, AT&S, DO&CO, Strabag, RBI, Agrana, FACC, CPI Europe AG, Bajaj Mobility AG, Verbund, Wolford, Oberbank AG Stamm, RHI Magnesita, Amag, EVN, Österreichische Post, Telekom Austria.


    Random Partner

    gettex
    gettex ist ein Börsenplatz der Bayerischen Börse AG für alle Investorentypen – vom Retail-Anleger bis zum Vermögensverwalter und institutionellen Anleger. Auf gettex fallen grundsätzlich weder Maklercourtage noch Börsenentgelt an.

    >> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Österreich-Depots: Etwas stärker (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 30.3.: Extremes zu Erste Group (Börse Geschichte) (Börse...

    » ATX tritt auf der Stelle – Raiffeisen Research senkt Prognosen deutlich ...

    » Nachlese: Bernd Braunstein Reploid, Publikumswahl ZFA-Award, Emerald Hor...

    » PIR-News: Neue Raiffeisen Markt-Prognosen, Research zu Kontron, Porr, Ve...

    » Vom Mobilfunk über den Ziegelkonzern bis zum Biotech-Börsengang: Der Kar...

    » Wiener Börse Party #1125: ATX unverändert, heute ex starke Andritz-Divid...

    » Wiener Börse zu Mittag unverändert: CPI Europe, Porr und Agrana gesucht

    » ATX-Trends: UBM, Porr, AT&S ...

    » Börsepeople im Podcast S24/07: Bernd Braunstein


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 20-21: Kontron(2), EVN(1), Strabag(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: AT&S(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: voestalpine(2), OMV(1)
      BSN MA-Event Agrana
      Star der Stunde: Bajaj Mobility AG 2.2%, Rutsch der Stunde: FACC -0.62%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Verbund(2), Semperit(1), FACC(1), SBO(1), Kontron(1)
      BSN MA-Event CPI Europe AG
      Star der Stunde: CA Immo 1.49%, Rutsch der Stunde: Frequentis -2.55%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Strabag(1), OMV(1)

      Featured Partner Video

      Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Irre Statistiken zum März-Verfall starring ATX, Mayr-Melnhof, Palfinger, Strabag, Erste - dazu drei Spoiler

      Gestern war März-Verfall: Dazu irre Statistiken mit den Hauptdarstellern Mayr-Melnhof (nicht an der Indexumstellung beteiligt), Palfinger, Strabag (sehr wohl), Erste Group. Aber leider Jahreslow. U...

      Books josefchladek.com

      Daido Moriyama
      A Hunter (English Version
      2019
      Getsuyosha, bookshop M

      Livio Piatti
      zooreal
      2003
      Kontrast Verlag

      Jan Tschichold
      Typografische Entwurfstechnik
      1932
      Akadem. Verlag Dr. Fr. Wedekind & Co

      Pia Paulina Guilmoth & Jesse Bull Saffire
      Fishworm
      2025
      Void

      Stephen Shore
      Uncommon Places
      1982
      Aperture