22.03.2026, 3733 Zeichen
Zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens war vergangene Woche nicht die Stammaktie die wichtigste Finanzierungsquelle für Bitcoin-Käufe — sondern die Vorzugsaktie STRC. Ein struktureller Wandel, der Strategys Kapitalmodell grundlegend verändert.
Der Schwenk zu STRC
In der vergangenen Woche generierte Strategy durch STRC-Emissionen rund 1,18 Milliarden US-Dollar — deutlich mehr als die 396 Millionen Dollar aus Stammaktienverkäufen. Das frische Kapital floss direkt in den Kauf von 22.337 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 70.194 Dollar pro Coin. Damit hält das Unternehmen nun insgesamt 761.068 Bitcoin. Es war der zwölfte Kauf in Folge und der fünftgrößte Wochenkauf der Unternehmensgeschichte.
Der Grund für den Schwenk liegt auf der Hand: Die Stammaktie hat seit ihrem Hoch mehr als 70 Prozent verloren. Weitere Verwässerung durch Stammaktienemissionen wäre bei diesen Kursniveaus kaum attraktiv. STRC hingegen ermöglicht Kapitalaufnahme, ohne neue Stammaktien auszugeben.
Wachsende Dividendenlast
Mit der zunehmenden Nutzung von STRC steigen allerdings die fixen Verpflichtungen. Bei einem aktuellen Dividendensatz von 11,5 Prozent erzeugt allein die jüngste Emission von 1,18 Milliarden Dollar jährliche Dividendenzahlungen von rund 135 Millionen Dollar. Die gesamte jährliche Dividendenlast des Unternehmens übersteigt damit die Marke von einer Milliarde Dollar. Als Puffer hat Strategy nach eigenen Angaben rund 2,25 Milliarden Dollar in USD-Reserven zurückgelegt.
Gleichzeitig zeigt das Instrument erste Belastungszeichen: STRC handelt seit drei aufeinanderfolgenden Tagen unterhalb seines Nennwerts von 100 Dollar — ein Signal, das Strategy dazu veranlassen könnte, den Dividendensatz um weitere 25 Basispunkte anzuheben. Seit dem Start im Juli 2025 mit einer Anfangsrendite von 9 Prozent wurde der Satz bereits sieben Mal erhöht.
Unrealisierte Verluste und das mNAV-Problem
Trotz der anhaltenden Käufe steht der Bitcoin-Schatz des Unternehmens rechnerisch im Minus. Die Gesamtanschaffungskosten von 57,6 Milliarden Dollar übersteigen den aktuellen Marktwert der gehaltenen Bitcoin — daraus resultieren geschätzte unrealisierte Verluste von 1,7 Milliarden Dollar (Stand: 15. März).
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Strukturell kritisch wird es, wenn das sogenannte mNAV — das Verhältnis von Marktkapitalisierung zum Nettoinventarwert der Bitcoin-Bestände — unter 1,0 fällt. In diesem Zustand verlieren die ATM-Emissionen ihren wertschöpfenden Charakter. Genau das ist im März 2026 eingetreten. Kritiker warnen, dass die hohe Dividendenlast aus Vorzugsaktien bei einem anhaltenden Bitcoin-Rückgang strukturell untragbar werden könnte.
Ziel: Eine Million Bitcoin bis Ende 2026
Strategy hält an seinem erklärten Ziel fest, bis Ende 2026 eine Million Bitcoin zu halten. Das übergeordnete „42/42"-Kapitalplan sieht bis 2027 Eigenkapital- und Wandelanleiheemissionen im Gesamtvolumen von 84 Milliarden Dollar vor. Noch verfügbar sind 6,3 Milliarden Dollar aus dem MSTR-ATM-Programm sowie 1,96 Milliarden Dollar aus dem STRC-Programm.
Ob das Modell trägt, hängt nun vor allem von drei Variablen ab: dem Bitcoin-Kurs, der Stabilität des STRC-Preises oberhalb des Nennwerts und der Fähigkeit, die wachsende Dividendenlast aus laufenden Einnahmen oder Reserven zu bedienen.
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