23.03.2026, 2945 Zeichen
Zwei regulatorische Erfolge in Japan senden am heutigen Montag positive Signale für das Pharmageschäft von Bayer. Darunter befindet sich sogar eine weltweite Erstzulassung. Dennoch bleibt die Euphorie der Anleger stark gedämpft, denn die milliardenschweren juristischen Altlasten in den USA werfen weiterhin einen langen Schatten auf die Bilanz des Konzerns.
Weltpremiere in der Radiologie
Das japanische Gesundheitsministerium erteilte dem Unternehmen die weltweit erste Zulassung für das MRT-Kontrastmittel Ambelvist. Das Präparat der nächsten Generation kommt mit einer um 60 Prozent reduzierten Gadolinium-Dosis aus. Es soll die starke Marktposition von Bayer in der Radiologie weiter festigen. Diese Sparte generierte zuletzt einen Jahresumsatz von 2,1 Milliarden Euro. Zulassungsanträge für die USA, Europa und China laufen bereits.
Parallel dazu gab es grünes Licht für eine dritte Indikation des hochdosierten Augenmedikaments Eylea. Die 8-Milligramm-Version erspart Patienten durch längere Behandlungsintervalle häufige, unangenehme Injektionen in den Augapfel. Laut Studiendaten erreichen 60 Prozent der Behandelten ein Intervall von vier Monaten oder mehr.
Juristische Altlasten dominieren
Diese operativen Fortschritte stützen den Kurs am heutigen Handelstag und sorgen für ein moderates Plus von 1,66 Prozent auf 38,27 Euro. Ein Blick auf das übergeordnete Bild zeigt jedoch die anhaltende Skepsis der Märkte. Mit einem RSI-Wert von 16,5 gilt das Papier technisch als extrem überverkauft.
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Verantwortlich für diese tiefe fundamentale Schwäche sind die erdrückenden Rechtsstreitigkeiten in den USA. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 musste Bayer einen massiven Nettoverlust von 3,62 Milliarden Euro verbuchen. Die teuren Vergleiche im Roundup-Komplex werden voraussichtlich auch 2026 zu einem negativen freien Cashflow führen. Das operative Geschäft kann diese enormen Abflüsse derzeit nicht kompensieren.
Richtungsweisende Termine im April
Ende April stehen nun zwei konkrete Termine im Kalender, die neue Fakten schaffen. Auf der Hauptversammlung am 24. April stimmen die Aktionäre über die minimale Dividende von 0,11 Euro ab. Wesentlich relevanter für die langfristige Risikobewertung ist jedoch der 27. April. Dann findet die mündliche Verhandlung vor dem US-Supreme Court im Roundup-Verfahren statt. Eine endgültige Entscheidung der Richter, die Bayer für die zweite Junihälfte erwartet, wird den weiteren Handlungsspielraum des Konzerns maßgeblich definieren.
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