24.03.2026, 3345 Zeichen
Um die rasant wachsende Nachfrage nach Rechenleistung zu bedienen, nimmt der KI-Infrastrukturanbieter Nebius viel Geld in die Hand. Mit dem erfolgreichen Abschluss einer milliardenschweren Finanzierungsrunde sichert sich das Unternehmen nun die nötigen Mittel für den Bau neuer Rechenzentren. Der Fokus liegt dabei klar auf der neuesten Hardware-Generation, was ehrgeizige Investitionsziele für das laufende Jahr untermauert.
Gewaltiges Investitionsbudget für 2026
Am vergangenen Freitag schloss das Amsterdamer Unternehmen die Ausgabe von Wandelanleihen im Wert von rund 4,34 Milliarden US-Dollar ab. Wegen der hohen institutionellen Nachfrage fiel die Summe höher aus als ursprünglich geplant. Das frische Kapital ist ein wichtiger Baustein für das Investitionsbudget von 16 bis 20 Milliarden US-Dollar, das Nebius für 2026 anvisiert. Finanziert wird diese Expansion laut Management durch ein Hybridmodell: Etwa 60 Prozent der Kosten decken Vorauszahlungen von Großkunden wie Microsoft und Meta ab, den Rest stemmt das Unternehmen über Eigen- und Fremdkapital.
Die neu ausgegebenen Papiere teilen sich in zwei Tranchen auf, die mit deutlichen Aufschlägen zum aktuellen Kursniveau wandelbar sind:
* Wandelanleihe 2031: 2,58 Milliarden US-Dollar Volumen, 1,25 Prozent Zins, Wandlungspreis bei 183,22 US-Dollar.
* Wandelanleihe 2033: 1,75 Milliarden US-Dollar Volumen, 2,625 Prozent Zins, Wandlungspreis bei 180,31 US-Dollar.
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Diese Konditionen spiegeln das Vertrauen der institutionellen Investoren wider, zumal die Wandlungspreise einen Aufschlag von über 55 Prozent auf den Referenzkurs von Mitte März bedeuten.
Analysten bleiben optimistisch
An der Börse reagierten Anleger am Montag zunächst verhalten. Die Aktie gab um knapp drei Prozent auf 114,15 US-Dollar nach. Solche kurzfristigen Kursrückgänge sind bei der Ausgabe großer Wandelanleihen aufgrund der möglichen Verwässerungseffekte für Altaktionäre nicht ungewöhnlich. Analysten werten die operative Entwicklung deutlich positiver: BWS Financial und DA Davidson sehen das Kursziel bei 200 US-Dollar, während Citigroup die Abdeckung mit einem Ziel von 169 US-Dollar startete. Rückenwind liefert das Kerngeschäft. Im Schlussquartal 2025 verzeichnete die Sparte für KI-Cloud-Dienste ein Umsatzwachstum von 830 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mit den gesicherten Milliarden treibt Nebius nun die Installation von Nvidias kommenden Blackwell-Ultra- und Vera-Rubin-Systemen voran. Die ersten Kapazitäten aus diesen Anlagen sollen Anfang 2027 an Kunden ausgeliefert werden. Flankiert wird dieser technologische Ausbau durch eine geografische Expansion in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum, wo kürzlich die Genehmigung für eine erste KI-Fabrik im Gigawatt-Maßstab erteilt wurde. Das Unternehmen hält an seiner Prognose fest, bis Ende 2026 eine annualisierte Umsatzrate von 7 bis 9 Milliarden US-Dollar zu erreichen.
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