25.03.2026, 3204 Zeichen
Barclays hat seine Meinung zu Evonik innerhalb von vier Monaten komplett gedreht — und begründet das mit einer Marktverschiebung, die der Konzern kaum hätte besser planen können. Noch im November 2025 stufte die britische Bank die Aktie auf „Equal Weight" herab und kappte das Kursziel von 25 auf 16 Euro. Gestern bekräftigte Barclays nun das bereits am 19. März ausgesprochene Upgrade auf „Overweight" mit Kursziel 17 Euro.
Geopolitik dreht den Methionin-Markt
Der Schlüssel liegt im Futtermittelzusatz Methionin. Analyst Anil Shenoy hatte den Preisverfall bei diesem Produkt noch als zentralen Belastungsfaktor genannt. Versorgungsengpässe infolge des Nahost-Konflikts haben das Bild seither grundlegend verändert: Asiatische Produzenten geraten unter Druck, globale Abnehmer weichen auf nicht-asiatische Quellen aus — und genau dort ist Evonik besonders gut positioniert.
Asien steht für 64 Prozent der weltweiten Methionin-Kapazität, China allein für 35 Prozent. Evonik hält 44 Prozent der Kapazität außerhalb Asiens und ist damit der größte Nicht-Asien-Produzent weltweit. Barclays revidierte seine Annahme zum Netto-Preiseffekt von minus 105 Millionen Euro auf null und hob die EBITDA-Schätzung für 2026 auf 1,89 Milliarden Euro an — drei Prozent über dem Bloomberg-Konsens und innerhalb der unternehmenseigenen Guidance von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro.
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Hinzu kommt: Evonik hat rund 80 Prozent seines Energiebedarfs über vorab vereinbarte Verträge abgesichert, deutlich mehr als der Branchendurchschnitt. Das dämpft den Einfluss hoher Gaspreise und verschafft eine Ertragsstabilität, die viele Wettbewerber derzeit vermissen.
Tarifpoker und offener CFO-Posten
Das positive Bild hat jedoch zwei konkrete Schwachstellen. Seit September 2025 ist der CFO-Posten vakant; die Besetzung soll bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 erfolgen, auf der auch über die Dividende abgestimmt wird.
Gleichzeitig laufen die Chemie-Tarifverhandlungen zwischen IGBCE und BAVC — gestern und heute in Bad Breisig, bereits die dritte Runde ohne bisherige Einigung. Evonik will bis Ende 2026 rund 400 Millionen Euro jährlich einsparen; ein höherer Tarifabschluss würde direkt in dieses Kostenziel eingreifen. Die Arbeitgeber verweisen auf Energiepreise, Konjunkturflaute und US-Zölle, die Gewerkschaft hält das bisherige Angebot für unzureichend.
Die Aktie notiert mit einem RSI von knapp 29 im überverkauften Bereich und handelt mit rund 14,81 Euro nahe ihrem 52-Wochen-Tief. Ob die gestiegenen Methionin-Preise bereits im Zahlenwerk ankommen, zeigt sich am 8. Mai, wenn Evonik die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegt. Das Ergebnis der laufenden Tarifrunde dürfte vorher einen ersten Hinweis liefern, wie belastbar das Sparprogramm wirklich ist.
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Börsepeople im Podcast S24/11: Eva Reuter
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