24.03.2026, 3339 Zeichen
Der Google-Mutterkonzern Alphabet gerät gleich an zwei wichtigen Fronten unter juristischen Druck. Während in den USA ein wegweisender Prozess um die angebliche Suchtgefahr von YouTube auf der Kippe steht, formiert sich in Europa massiver Widerstand gegen das Betriebssystem Android TV. Beide Auseinandersetzungen bergen erhebliche Risiken für das operative Geschäft des Tech-Giganten.
In Los Angeles ringen die Geschworenen seit über einer Woche um ein Urteil gegen Google und Meta. Im Zentrum steht der Vorwurf einer jungen Klägerin, die Algorithmen von Plattformen wie YouTube hätten bei ihr eine schwere Abhängigkeit und Depressionen ausgelöst. Die Klägerseite argumentiert, dass das auf maximale Verweildauer ausgerichtete Design der Apps schädliches Verhalten gezielt fördert.
Alphabet beruft sich dagegen auf ein US-Gesetz von 1996, das Online-Plattformen von der Haftung für nutzergenerierte Inhalte befreit. Ein Scheitern der Jury-Beratungen könnte einen neuen Prozess mit anderen Geschworenen erzwingen. Das finanzielle und strategische Risiko für Alphabet ist immens, da mehr als 2.000 weitere Klagen direkt von dem Ausgang dieses zivilrechtlichen Verfahrens abhängen.
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Zeitgleich droht in Brüssel neues Ungemach. Ein Bündnis großer europäischer Rundfunkanstalten, darunter RTL, Sky und Walt Disney, fordert ein hartes Vorgehen gegen Smart-TV-Betriebssysteme. In einem Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin verlangen die Sender, Android TV als sogenannten "Gatekeeper" nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) einzustufen.
Die Sender verweisen auf eine Marktstudie von 2025, die das wachsende Gewicht der Tech-Konzerne bei TV-Betriebssystemen belegt:
- Samsung Tizen OS: 24 Prozent Marktanteil
- Android TV: 23 Prozent Marktanteil (Anstieg von 16 Prozent seit 2019)
- Amazon Fire OS: 12 Prozent Marktanteil (Anstieg von 5 Prozent seit 2019)
Die Beschwerdeführer befürchten, dass diese Plattformen und die integrierten KI-Assistenten zunehmend kontrollieren, wie Zuschauer Medieninhalte konsumieren. Selbst wenn die strengen quantitativen Nutzerzahlen des DMA nicht erreicht werden, fordern die Sender eine strenge Regulierung auf Basis des qualitativen Einflusses.
Die juristischen Auseinandersetzungen belasten die aktuelle Kursentwicklung spürbar. Der Titel notiert bei 260,15 Euro und hat damit seinen 50-Tage-Durchschnitt bei 270,26 Euro nach unten durchbrochen. Ein endgültiges Scheitern der Jury-Beratungen in den USA würde einen komplett neuen Prozess nach sich ziehen und die rechtliche Unsicherheit für Alphabet auf unbestimmte Zeit verlängern. In Europa liegt der Ball nun bei der EU-Kommission, die auf Basis der eingereichten Beschwerde über die Einleitung einer formellen DMA-Untersuchung gegen Android TV entscheiden muss.
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