08.06.2026, 2136 Zeichen
Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Der Wiener Aktienmarkt hat am Freitag einen wechselhaften Handel in der Verlustzone beendet. Hatte er sich zunächst noch in einem Erholungsversuch bis unmittelbar an das Rekordhoch der Vorwoche herangewagt, ging der ATX letztlich 0,53 Prozent tiefer bei 6.084,17 Punkten aus dem Tag. Gegenwind kam am Nachmittag durch überraschend robuste US-Arbeitsmarktdaten, welche die Erwartung verfestigten, dass die US-Notenbank im Laufe des Jahres ihren Leitzins anheben könnte. Auf Wochensicht verlor der ATX 1,1 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,54 Prozent auf 3.004,41 Zähler hinab. Auch das europäische Umfeld schloss überwiegend im Minus. Mit Blick auf den seit Monaten marktbestimmenden Nahostkonflikt blieb die Meldungslage inzwischen vergleichsweise ruhig. Die Ölpreise gaben zuletzt dennoch etwas nach.
In den USA lag die Arbeitslosenquote im Mai zwar wie erwartet bei 4,3 Prozent, das Stellenwachstum übertraf die Analystenprognosen aber deutlich. Die Zinserhöhungserwartungen für das laufende Jahr wurden am Markt als Folge hochgeschraubt. Viele Ökonomen sind aber aktuell noch zurückhaltender und rechnen für 2026 mit stabilen Leitzinsen.
Größere Verluste im ATX verhinderten die schwer gewichteten Erste-Aktien, die als bester Wert um 1,6 Prozent anzogen. Belastet wurde das Barometer dagegen von teils klaren Verlusten bei Industrie- und Bautiteln, wobei die Anleger wohl auch bei einigen zuletzt gut gelaufenen Aktien Kasse machten. Andritz , Voestalpine und Porr gaben etwa zwischen 1,8 und 4,8 Prozent ab. Noch deutlicher büßten AT&S 6,3 Prozent ein und folgten so dem schwachen europäischen Branchentrend. Marktbeobachter begründeten die Gewinnmitnahmen bei vielen Halbleiterwerten mit Nachwirkungen des am Mittwochabend veröffentlichten Broadcom-Ausblicks, der die hohen Erwartungen nicht erfüllt hatte. Außerhalb des Leitindex schlossen Semperit-Aktien ein Prozent höher auf 15,20 Euro. B&C-Geschäftsführer Patrick Lackenbucher kündigte im APA-Interview an, das Übernahmeangebot für die Semperit weder zu verlängern, noch das Angebot von 15 Euro je Aktie anzupassen."
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