Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Deutschland bleibt Schlusslicht bei Wohneigentum ( Finanztrends)

12.03.2026, 4785 Zeichen

Die Bundesregierung bestätigt mit ihrem aktuellen Wohnungsmarktbericht eine dramatische Lage. Trotz eines riesigen Nachfrageüberhangs können sich immer weniger Menschen ein Eigenheim leisten. Deutschland hält mit einer Quote von nur 47,4 Prozent weiter die rote Laterne in Europa.

Regierungsbericht zeigt dramatische Entwicklung

Der fünfte Bericht der Bundesregierung zur Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zeichnet ein klares Bild: Die Eigentumsbildung gerät massiv unter Druck. Zwar wächst der Wohnungsbestand langfristig, doch der Traum von den eigenen vier Wänden rückt in weite Ferne.

Anzeige

Angesichts steigender Kosten und knappen Wohnraums müssen Vermieter bei der Bewirtschaftung ihrer Immobilien heute besonders präzise kalkulieren. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in nur 5 Minuten, wie Sie alle umlagefähigen Betriebskosten rechtssicher abrechnen und keine Beträge verschenken. Kostenlosen Betriebskosten-Report 2025 herunterladen

Aktuell stehen laut Bericht rund 43,1 Millionen Wohnungen in Deutschland nur etwa 17,8 Millionen selbstgenutzten Eigentumswohnungen und -häusern gegenüber. Zwischen 2018 und 2021 konnten jährlich noch über 387.000 Haushalte Eigentum bilden. Heute fehlen nach Berechnungen des Pestel-Instituts bereits 1,4 Millionen Wohnungen. Das Analysehaus Empirica warnt vor einem historischen Tiefstand bei den Baufertigstellungen.

Schlusslicht in Europa – mit Abstand

Mit einer Wohneigentumsquote von 47,4 Prozent bildet Deutschland das absolute Schlusslicht in der Europäischen Union. Der EU-Durchschnitt liegt bei etwa 70 Prozent. In einigen osteuropäischen Staaten besitzen sogar über 90 Prozent der Haushalte ihre Immobilie.

Warum hinkt Deutschland so hinterher? Ein Hauptgrund sind die enormen Erwerbsnebenkosten. Die Grunderwerbsteuer schlägt je nach Bundesland mit 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises zu Buche. Dazu kommen hohe Notar- und Maklerkosten. Zudem klafft ein extremes regionales Gefälle: Im Saarland liegt die Quote bei 60 Prozent, in Berlin besitzen nur rund 16 Prozent der Haushalte ihr Zuhause.

KfW senkt Zinsen auf Rekordtief

Als Antwort auf die Krise hat der Bund neue finanzielle Anreize geschaffen. Seit Anfang März gelten bei der staatlichen KfW-Bank drastisch gesenkte Zinsen für klimafreundlichen Neubau.

Für Projekte im Standard „Effizienzhaus 55“ liegt der effektive Jahreszins jetzt bei 1,0 Prozent. Noch strengere „Effizienzhaus 40“-Bauten profitieren sogar von Sätzen ab 0,6 Prozent. Diese Subventionen sind dringend nötig, denn reguläre Bauzinsen verharren am Markt bei 3,4 bis 4,0 Prozent.

DZ HYP-Studie: Nachfrageüberhang in Metropolen

Eine parallel veröffentlichte Marktstudie der DZ HYP untermauert die angespannte Lage. Demnach herrscht in den sieben größten deutschen Städten nach wie vor ein klarer Nachfrageüberhang – besonders in München, Frankfurt und Hamburg.

Die Preise haben sich nach leichten Rückgängen in den Vorjahren stabilisiert. Für energetisch hochwertige Immobilien verzeichnen die Indizes sogar wieder leichte Anstiege. Das Preisniveau bleibt für Durchschnittsverdiener ohne nennenswertes Eigenkapital jedoch eine unüberwindbare Hürde.

Gesellschaftliche Folgen: Vermögenslücke und blockierter Mietmarkt

Die anhaltende Schwäche bei der Eigentumsbildung hat weitreichende Konsequenzen. Immobilienbesitz ist in Deutschland der wichtigste Faktor für privaten Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Eine sinkende Quote verschärft langfristig die Vermögensungleichheit.

Anzeige

Während Wohneigentum für viele unerreichbar bleibt, steigen die Anforderungen an eine marktgerechte und rechtssichere Mietgestaltung stetig an. Nutzen Sie diesen kostenlosen Report, um aktuelle Vergleichsmieten für Ihre Stadt zu prüfen und Mieterhöhungen 2025 fehlerfrei zu begründen. Gratis Mietspiegel-Analyse jetzt sichern

Gleichzeitig setzt der Mangel an bezahlbaren Eigentumswohnungen den Mietmarkt unter enormen Druck. Haushalte, die eigentlich kaufen würden, bleiben notgedrungen zur Miete wohnen. Das blockiert die sogenannte Sickerkette, bei der günstigerer Wohnraum für nachrückende Generationen frei werden sollte. Die durchschnittliche Nettokaltmiete lag 2024 bereits bei 7,62 Euro pro Quadratmeter.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Für das laufende Jahr rechnen Experten nicht mit einer raschen Besserung. Die massiven Rückgänge bei den Baugenehmigungen der vergangenen Jahre werden sich erst jetzt in den Fertigstellungszahlen niederschlagen. Das Angebot an neuen Häusern und Wohnungen wird vorerst auf historisch niedrigem Niveau verharren.

Ob die massiven KfW-Zinssenkungen einen spürbaren Bau- und Kaufboom auslösen können, muss sich erst zeigen. Klar ist: Solange das allgemeine Zinsniveau hoch bleibt und die Erwerbsnebenkosten nicht sinken, wird Deutschland seinen traurigen Spitzenplatz als Mieter-Nation wohl behalten.


(12.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S25/04: Jana Tiffner


 

Bildnachweis

1. Trading



Aktien auf dem Radar:AT&S, FACC, Infineon, Vonovia SE, Merck Co., Rosenbauer, EuroTeleSites AG, Semperit, Zumtobel, EVN, Bawag, ATX, ATX Prime, ATX TR, Bajaj Mobility AG, ATX NTR, Porr, Strabag, Austriacard Holdings AG, DO&CO, Erste Group, RBI, SBO, Wienerberger, Wolford, Wolftank-Adisa, BTV AG, BKS Bank Stamm, Athos Immobilien, Josef Manner & Comp. AG, Amag.


Random Partner

UBS
UBS bietet weltweit finanzielle Beratung und Lösungen für private, institutionelle und Firmenkunden als auch für private Kundinnen und Kunden in der Schweiz. UBS mit dem Hauptsitz in Zürich hat eine weltweite Präsenz in allen wichtigen Finanzmärkten.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


Trading


 Latest Blogs

» Wiener Börse zu Mittag nach Pfingstmontags-Rekorden leicht schwächer: FA...

» ATX-Trends: Bajaj Mobility, AT&S, DO & CO ...

» Börsepeople im Podcast S25/04: Jana Tiffner

» Österreich-Depots: Beide auf Rekord, das neue Austria 30 Private IR mit ...

» Börsegeschichte 25.5.: Herbert Stepic, AT&S, AUA, voestalpine (Börse Ges...

» Nachlese: 52 WM-Tipps aus der Finanzbranche, Ronald Nemec, Stephan Scopp...

» ATX und DAX am Pfingstmontag auf All-time-High-Kurs (Christian Drastil)

» Pfingstmontag beschert ATX und DAX kräftige Kursaufschläge – ATX deutlic...

» Wiener Börse Party #1162: Pfingstmontag bringt ATX und DAX grosse Aufsch...

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. 52 WM-Tipps aus der Finanzbranche, Zert...



Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr


PIR-Zeichnungsprodukte

Börse Social Club Board
>> mehr
    VaGroInvest zu FACC
    VaGroInvest zu FACC
    Star der Stunde: FACC 1.9%, Rutsch der Stunde: Palfinger -0.37%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 11-12: AT&S(2), Verbund(1), OMV(1), Lenzing(1)
    lukastrqding zu Wienerberger
    Star der Stunde: AT&S 1.5%, Rutsch der Stunde: Polytec Group -1.14%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: Wienerberger(2)
    xtrader zu VIG
    Star der Stunde: RHI Magnesita 1.37%, Rutsch der Stunde: AT&S -2.78%