20.03.2026, 3506 Zeichen
Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank haben dem Goldpreis einen spürbaren Dämpfer verpasst. Nachdem beide Institutionen ihre Leitzinsen unverändert ließen und Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen dämpften, rutschte das Edelmetall deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 5.000 US-Dollar. Zwar deutet sich zum Wochenausklang eine leichte Stabilisierung an, allerdings hat sich das makroökonomische Umfeld für das unverzinste Asset spürbar eingetrübt.
Verantwortlich für die jüngste Korrektur sind die geldpolitischen Entscheidungen der vergangenen 24 Stunden. Die US-Notenbank Fed beließ den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Besonders der neue "Dot-Plot" sorgte an den Märkten für Ernüchterung: Für das laufende Jahr 2026 stellen die Währungshüter nur noch eine einzige Zinssenkung um 25 Basispunkte in Aussicht. Zuvor hatten viele Anleger mit zwei Schritten gerechnet. Auch die Europäische Zentralbank hält an ihrem Einlagensatz von 2,0 Prozent fest.
Fed-Chef Jerome Powell verwies in seinen Ausführungen explizit auf gestiegene Energiepreise. Diese könnten den Inflationsdruck kurzfristig hoch halten und schränken den Spielraum für eine lockerere Geldpolitik ein.
Die Inflationssorgen werden direkt durch die geopolitischen Spannungen im Iran-Konflikt befeuert. Der Preis für Brent-Öl kletterte zeitweise auf bis zu 114 US-Dollar pro Barrel. Höhere Energiekosten zwingen die Zentralbanken zu einem restriktiveren Kurs, was wiederum die Renditen von Staatsanleihen stützt. In diesem Umfeld verliert das unverzinste Gold an Attraktivität.
Gleichzeitig profitiert der US-Dollar als alternative Krisenwährung von der angespannten Weltlage und den robusten US-Zinsen. Die starke US-Währung macht das in Dollar gehandelte Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer und belastet den Kurs zusätzlich.
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Der fundamentale Gegenwind hinterlässt deutliche Spuren im Chartbild. Erstmals seit Februar ist Gold unter die 50-Tage-Linie gefallen und pendelt sich aktuell bei rund 4.833 US-Dollar ein. Trotz des jüngsten Rücksetzers vom Zwischenhoch bei 5.184 US-Dollar steht seit Jahresbeginn weiterhin ein Plus von rund 15 Prozent zu Buche.
Für die kurzfristige Ausrichtung rücken nun folgende technische Marken in den Fokus:
* Widerstandszone: 4.970 bis 4.980 US-Dollar
* Lokales Zwischentief (Februar): 4.850 US-Dollar (bereits unterschritten)
* Nächste starke Unterstützung: 4.655 US-Dollar
Ein wichtiges Datum für die weitere Preisentwicklung ist der 29. April 2026. An diesem Tag steht die nächste Zinsentscheidung der Fed an, bevor ab Mai der designierte Powell-Nachfolger Kevin Warsh die Führung der Zentralbank übernimmt. Bis dahin preisen die Futures-Märkte eine Pattsituation ein: Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bis Jahresende liegt bei 41 Prozent, während 40 Prozent der Marktteilnehmer keine weiteren Schritte erwarten.
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