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Warum ist die Wiener Börse besonders schwach? (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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04.10.2011, 3079 Zeichen

Das beschreibt Alois Wögerbauer von der 3-Banken-Generali-KAG in seinem "Fondsjournal Oktober 2011" sehr gut. Für mich kommt noch die Kapitalmarktfeindlichkeit der Regierung (ex Fekter) als markanter Punkt dazu. Wögerbauer schreibt:

"Mit einem Minus von mehr als 30 % zählt die Wiener Börse zu den Enttäuschungen des Jahres 2011. Was sind die Gründe dafür, wo doch unstrittig ist, dass die Zentren der aktuellen Schulden- und Finanzkrise nicht in unseren Breitengraden liegen?

Grundsätzlich ist diese Entwicklung nicht neu. Der heimische Markt neigt dazu, internationale Trends überproportional nachzuvollziehen, in beide Richtungen. 2008 etwa fiel die Wiener Börse im globalen Vergleich deutlich stärker; 2009 war dafür der Anstieg auch wesentlich höher.

Es gibt an den Aktienmärkten immer wieder Phasen, in denen die Kapitalströme die Kurse prägen und nicht die fundamentale Situation. Steigt die Ri- sikoaversion, so kommen kleinere Börsen oder we- niger liquidere Märkte stärker unter Druck. Vor allem US--Investoren haben zuletzt aufgrund der Staatschuldendiskussion in Europa Kapital eher wieder am Heimmarkt angelegt. US-Investoren haben zuletzt aufgrund der Staat- schuldendiskussion in Europa Kapital eher wieder am Heimatmarkt angelegt. Dazu kommt auch die strukturelle Zusammenset- zung des Markets. Finanzwerte (ca. 25 % des ATX- Index) und konjunkturabhängige Unternehmen ma- chen einen wesentlichen Teil der Börsenkapitalisierung aus. Beide Segmente waren zuletzt global be- trachtet stark unter Druck. Dagegen sind defensive Bereiche wie Nahrung oder Pharma in Wien kaum vertreten. Wie erwähnt wissen wir, dass solche Phasen an den Börsen vorkommen. Wir wissen aber auch, dass sich auf Sicht die fundamentalen Daten immer wieder durchsetzen. Dies wird auch diesmal so sein. Der Markt notiert derzeit im Schnitt unter dem Buchwert des Eigenkapitals. Dies kam in den vergangenen 15 Jahren nur ein Mal vor – nach der Lehman-Pleite im Herbst 2008.

Betrachtet man die sich aktuell im 3 Banken Österreich-Fonds befindlichen Aktien, so ergibt sich fol- gendes Kennzahlenbild. Im Schnitt notieren die Un- ternehmen um etwa 15 % unter dem Buchwert des Eigenkapitals. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Ba- sis der Gewinnerwartungen für 2011 liegt deutlich unter 10 und die Dividendenrendite bei über 3 %. Mag sein, dass manche Gewinnerwartung nach un- ten revidiert werden muss. Das Bewertungsniveau ist dennoch im historischen Vergleich nahezu ein- zigartig attraktiv.

Strategisch schätzen wir weiterhin wenig konjunkturabhängige Unternehmen mit globaler Marktstellung. Beispiele dafür sind etwa Kapsch TrafficCom oder Lenzing.

FAZIT

Wien ist derzeit kein Markt für kurzfristig orientierte Anleger. Wien ist aber sehr wohl ein Markt für strategische Investoren. Wie auch 2008 werden viele heimische Unternehmen vergleichsweise besser durch die Krise kommen. Wie auch 2008 wird dies der Markt mittelfristig honorieren. Wir wissen nur nicht wann. Gerade diese langfristige Tragfähigkeit der Geschäftsmodelle bildet die Ba- sis für die Aktienauswahl im 3 Banken Österreich- Fonds."


(04.10.2011)

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