Gold als wirksame Medizin, auch 2012 (Christian Drastil)
30.12.2011, 3479 Zeichen
Die (Finanz)Welt ist weiterhin reich an Fragen, aber arm an Antworten. Gold ist unserer Meinung eine der richtigen Antworten in Zeiten chronischer Unsicherheit. Es heißt “Vertrauen ist eine zarte Pflanze; ist es zerstört, so kommt es sobald nicht wieder”. Wir gehen davon aus, dass der Vertrauensverlust der letzten Jahre nicht rasch gutgemacht werden kann und sich noch weiter intensivieren wird. Die Eurozone befindet sich in einer Zerreissprobe, der US-Dollar büßt langsam seinen Status als Weltleitwährung ein.
Die globale Geldmengenausweitung sollte weiterhin ein positives Umfeld für Goldinvestments garantieren. Die Reaktion auf die aktuelle Krise nährt bereits die nächste Krise. Eine Krise, die durch expansive Geldpolitik entstanden ist, mit denselben Mitteln lösen zu wollen, erscheint naiv. Die treibenden Kräfte des Wohlstands sind Sparen und Investition, nicht Konsum und Verschuldung.
Eine falsche Diagnose der Ursachen führt zu falschen Lösungsansätzen. Das systemische Problem liegt nicht im zu geringen Steueraufkommen, sondern vielmehr in zu hohen Aufwendungen. Weitere Steuererhöhungen können niemals eine nachhaltige Sanierung der Staatsfinanzen bewirken. Lediglich strukturelle Ausgabenreformen können dies bewirken.
Gemäß Schlesinger heißt es, dass heutiges Sparen der Verzicht auf Gegenwartskonsum in der Erwartung vermehrter Konsummöglichkeiten in der Zukunft ist. Beim Kredit verhält es sich umgekehrt, hier steht dem Vorteil heute ein Nachteil morgen gegenüber. Dieser Nachteil scheint jedoch weitgehend ausgeblendet und an die nächsten Generationen weitergegeben zu werden. Obwohl wir mit der höchsten Staatsverschuldung in Friedenszeiten konfrontiert sind, steht eine tiefgreifende Konsolidierung der Staatshaushalte scheinbar nicht zur Diskussion. Die erforderlichen gravierenden Einschnitte werden aufgeschoben, die Politik des “muddling through” munter fortgesetzt. Eine schmerzlose Therapie der Probleme scheint es nicht zu geben. Wir glauben, dass Gold eine wirksame Medizin ist.
Gold bleibt als Antagonist ungedeckter Papiergeldwährungen ein exzellenter Hedge gegen Worst Case Szenarien. Das perfekte Umfeld für Gold bedeutet niedriges Realzinsniveau sowie hohes Counterparty-Risiko. Beides ist derzeit klar vorhanden und wir gehen davon aus, dass dies auch weiterhin anhalten wird. Gold ist bei aktuellem Realzinsniveau eine klare Alternative zu kurzlaufenden Staatsanleihen, Girokonto bzw.Termingeld. Nach vielen Jahren chronischer Niedrigzinspolitik, glauben wir nicht, dass Zinsen “á la Paul Volcker” (ohne einen Systemkollaps) möglich wären. Insofern dürfte der Goldbullenmarkt aus anderen Gründen enden, als zu Beginn der 1980er Jahre.
Nachdem ein Großteil der Schulden weder getilgt noch abgeschrieben, sondern vielmehr transferiert wurde, ist das Überschuldungsproblem weiterhin nicht gelöst. Was die Stimmungslage betrifft, so sehen wir bei Gold definitiv keine Euphorie-Levels. Skepsis, Angst und Panik sind nie der Endpunkt einer Hausse. Deshalb glauben wir, dass sich unser vor einigen Jahren formuliertes Langfrist-Ziel von USD 2.300 je Unze als konservativ erweisen könnte.
Ronald-Peter Stöferle, CMT, CFTe
Erste Group Bank AG
(Fotos von Minenbesuchen unter http://www.christian-drastil.com/2011/12/30... )
Unter "Buddy-Blog" bringe ich auf http://www.christian-drastil.com/category/b... Beiträge langjähriger Freunde und Wegbegleiter. Dabei wird es meistens nicht um die Börse gehen. Wenn doch, bringe ich das natürlich auch auf be24.at .Wiener Börse Sommerparty: Deuber/Matejka nach ATX-Höhentraining vorsichtig bzgl. 2.HJ - Drastil irritiert über Par.14 und Shareholder-ID
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