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Quickcheck EEII AG (Daniel Koinegg)

08.01.2015, 5238 Zeichen

Das Unternehmen, mit dem ich mich heute morgen kurz und oberflächlich beschäftigt habe, ist die EEII AG (CH0007162958)1 und meine ersten Erkenntnisse möchte ich mit der Bargain-Leserschaft teilen.

Das Kürzel im Firmennamen steht für Eastern Energy and Infrastructure Invest AG. Die Gesellschaft ist ein in der Schweiz ansässiges Beteiligungsunternehmen und konzentriert sich auf den Erwerb von Aktienpaketen an börsenotierten Unternehmen aus dem Bereich der Energieversorger und Rohstoffe (v.a. Öl). Der geographische Fokus liegt vor allem auf der Ukraine, Kasachstan sowie in geringerem Ausmaß Russland. Da das allesamt offenkundige Krisen- und teilweise sogar Kriegsregionen sind, zahlt es sich sicherlich aus, mal genauer hinzusehen, was sich hinter diesem Unternehmen verbirgt.

Die Bilanzkennzahlen zur finanziellen Stabilitiät, die ich aus dem letzten Zwischenabschluss2 (30.06.2014) ermitteln konnte, sind alle ziemlich gut. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens beträgt 88%. Goodwill oder ähnliche intangibles auf Ebene der Gesellschaft ist nicht vorhanden. Finanzschulden hat das Unternehmen keine aufgenommen, weshalb natürlich auch eine net cash Situation vorliegt. Dementsprechend besteht auch ein Überschuss des Umlaufvermögens über die Gesamtverbindlichkeiten.

Laut dem genannten Zwischenabschluss besitzt das Unternehmen Beteiligungen an den folgenden Aktiengesellschaften. Die Kurse, die ich verwendet habe, waren die aktuellsten, die ich in den verfügbaren Datenbanken von finanzen.net, onvista und teilweise marketwatch gefunden habe. Im Laufe des dritten Quartals hat das Unternehmen laut dem zugehörigen Zwischenbericht3 50.000 Aktien an Kazakhmys verkauft. Diese Transaktion habe ich im aktuellen Aktienstand bereits berücksichtigt.

 

Titel Stück Kurs Währung Wechselk.* Wert
Centrenergo 141,000 7.63 UAH 15.57 69,096.34
Dniproenergo 1,380 595 UAH 15.57 52,736.03
Donbasenergo 11,400 32.75 UAH 15.57 23,978.81
Kievenergo 13,400 11.5 UAH 15.57 9,897.24
Zakhidenergo 9,800 148 UAH 15.57 93,153.50
Ukrnafta 302,701 207.6 UAH 15.57 4,036,013.33
Cherkasyoblenergo 1,139,044 1.2 UAH 15.57 87,787.59
Dniprooblenergo 1,250 61 UAH 15.57 4,897.24
Krimenergo 155,000 1.97 UAH 15.57 19,611.43
Volynobelenergo 2,085,000 0.29 UAH 15.57 38,834.30
Zhytomyroblenergo 552,204 1.99 UAH 15.57 70,577.13
Gazprom ADR 742,800 3.91 EUR 1.2 3,485,217.60
Kazakhmys 81,517 3.16 EUR 1.2 309,112.46
Summe         8,300,913.00
*Umrechnung erfolgt jeweils auf CHF        

 

Wie hoch das restliche Umlaufvermögen (v.a. Cash) in der Gesellschaft genau ist, kann ich nicht sagen, allerdings gibt der Bericht zum Q3 einen Hinweis. Zum 30.9.2014 wurden die „net current assets“ mit 0,8 Mio. CHF angegeben. Vorbehaltlich anderer Transaktionen möchte ich vorerst diesen Betrag, vermindert um die anteilig pro Quartal zuzuordnenden laufenden Kosten in der Gesellschaft (150 TCHF, siehe außerdem weiter unten), ansetzen. Als Nettoumlaufvermögen rechne ich also 650 TCHF zum Portfoliowert dazu und komme insgesamt auf ca. 9 Mio. CHF NAV. Aufgeteilt auf die 1,527 Mio. Aktien, die im Umlauf stehen, ergibt sich ein Nettoinventarwert von 5,90 CHF pro Aktie. Dieser deckt sich in etwa auch mit dem Wert, den das Unternehmen selbst zum Ende des Jahres 2014 gemeldet hat4. Verglichen mit dem Aktienkurs von ungefähr 4,80 CHF derzeit könnte man das Unternehmen mit einem nicht unwesentlichen Abschlag auf den (aufgrund der Krisensituation in den Ländern, auf denen der Fokus liegt, ohnehin deutlich unter Druck befindlichen) NAV erwerben. Zusätzlich profitieren könnte man, wenn die ukrainische Währung in Relation zum Schweizer Franken wieder an Wert gewinnt (natürlich ist das keine Einbahnstraße).

Was mich vorerst allerdings definitiv von einem Investment absehen lässt, ist die Kostenstruktur der Gesellschaft. Im HJ 1 2014 wurden insgesamt rund 325 TCHF als Kosten verrechnet. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr wären das knapp 650 TCHF. Der größte Teil davon entfällt auf ein Management Fee (220 TCHF p.a., performance-unabhängig), sowie auf Beratungskosten, Gehälter für die Unternehmensleitung, etc. Negative Einmaleffekte habe ich hier auf die Schnelle keine gefunden. Wenn man also davon ausgeht, dass die so ermittelten 650 TCFH Jahr für Jahr als laufende Kosten anfallen, wären das bezogen auf die momentan im Portfolio befindlichen Assets über 7% p.a. an Kosten, Gebühren und Overhead anfallen. Ich kann mich nur sehr schwer mit der Idee anfreunden, dass das Management dauerhaft eine derartige outperformance mit ukrainischen, russischen und kasachischen Aktien schafft, um einen solch überdimensionierten overhead in Relation zum Portfoliowert rechtfertigen zu können.

Vorläufiges Fazit

Ich werde das Unternehmen von Zeit zu Zeit weiter beobachten und vor allem nachprüfen, ob sich möglicherweise bei den Kosten etwas nach unten hin tut. Immerhin hat es erst vor kurzem eine nicht unwesentliche Kapitalherabsetzung gegeben, sodass vielleicht die Managementgebühren auch noch gekürzt werden. In dieser Höhe sind sie jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Hierfür ist zumindest der nächste Jahresabschluss abzuwarten.

 

1 http://www.six-swiss-exchange.com/shares/security_info_de.html?id=CH0007162958CHF4

2 aufrufbar unter http://www.eeii.ch/reports/2014.html

3 aufrufbar ebenfalls dort

4 http://www.eeii.ch/home.html

 

 

Der Beitrag Quickcheck EEII AG erschien zuerst auf Bargain.


(08.01.2015)

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