06.03.2015, 4409 Zeichen
Seit Anfang des Jahres beobachten wir, dass europäische Aktien besser laufen als amerikanische Titel und das – währungsmäßig betrachtet – sowohl auf lokaler als auch auf Euro-Basis. Nicht einmal ein Anstieg des US-Dollar gegenüber dem Euro von 8% konnte daran etwas ändern. Woher kommt dieser Optimismus für Europa? Schließlich entwickelt sich die US-Wirtschaft deutlicher besser als der Euro-Raum. Ebenso verhält es sich mit US-Unternehmen, die Gewinnanstiege vorweisen, während die Gewinne in Europa zuletzt tendenziell eher gefallen sind. Dazu kommen die Unsicherheiten in Griechenland und in der Ukraine.
Börsen spiegeln die Zukunft wider
Börsen spiegeln selten die Gegenwart, sondern die Zukunft wider. Versuchen wir zu verstehen, was uns die Börsen mitteilen wollen? Beginnen wir mit der Gegenwart: In den USA sind die Gewinne seit den Tiefstständen nach der Lehman Krise um 177% gestiegen. In Zahlen ausgedrückt legte der US-Index etwas mehr als 187% zu. Alles in Allem ein fundamental gerechtfertigter Anstieg, der getrieben war durch die Gewinnanstiege. Ganz anders die Situation in Europa: Hier sind die Gewinne seit der Lehman Krise gerade einmal um 20% gestiegen. Vergleicht man diesen Wert mit der Gewinnsituation vor zehn Jahren, so kann man es in Europa so zusammenfassen: Nichts passiert, nichts versäumt. Obwohl sich die Gewinne seit der Lehman Krise kaum erholt haben, hat sich der Index im selben Zeitraum nahezu verdoppelt. Das hat zur Folge, dass sich die Aktienbewertung deutlich verteuert hat. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist fast doppelt so hoch wie vor sieben Jahren und liegt mit 20,5 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 15.
Umschichtungen von den USA nach Europa
Auf den ersten Blick sind Europas Börsen relativ teuer. Aber die Hoffnung auf steigende Gewinne in der Zukunft lässt eine Umschichtung von den USA nach Europa rechtfertigen, argumentieren Investoren. Bereits die letzte Berichtssaison in den USA hat gezeigt, dass der starke Dollar negative Auswirkungen auf amerikanische Unternehmen hat. Und daran wird sich nichts ändern, schließlich kommen 30% der Gewinne aus dem Ausland. Was für USA schlecht ist, ist für Europa gut. Der schwache Euro sollte einen Schlussstrich unter die negative Gewinnentwicklung setzen, die wir seit 2011 beobachten. Exportorientierte Unternehmen profitieren besonders von der der Euro-Schwäche und sollten als Erste einen Auftrieb spüren.
Unterstützung erhalten die Börsen Europas auch durch das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB), das im März 2015 beginnt und bis einschließlich September 2016 laufen soll. Der Markt wird mit monatlich 60 Milliarden Euro frisch gedruckten Euro geflutet. Die Anleihekäufe werden die Renditen niedrig halten. Das Kreditwachstum soll steigen, die Währung schwach bleiben. Perfekte Zutaten, um einen deutlichen Impuls für die Euro-Wirtschaft auszulösen, so zumindest die Theorie. Damit sollten – nein – müssen die Gewinne in Europa endlich steigen. Ein Teil dieser Entwicklung wird von den Börsen gerade vorweggenommen. Ein Anstieg der Gewinne um 25% ist eingepreist. Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht? Weltweit sind die Gewinne bereits um mehr als 10% über dem Vor-Lehman Niveau. Damit das in Europa passiert, müssen sich die Gewinne vom jetzigen Stand verdoppeln! Die Welt außerhalb von Europa hat es vorgemacht und bewiesen, dass es möglich ist. Investoren setzen derzeit darauf, dass Europa einen Teil dieser Entwicklung – unterstützt durch eine schwache Währung und durch ein QE-Programm – nachholen kann.
2,7% Dividendenrendite anstatt 0% Sparzinsen
Trifft das zu, stehen wir erst am Beginn eines längeren Aufschwungs an den europäischen Börsen. Europäische Titel haben eine Dividendenrendite von 2,7% – nicht schlecht im derzeitigen Umfeld, wo Renditen gerade dabei sind auszusterben.
Nach den starken Anstiegen der vergangen Wochen muss mit Korrekturen am Markt gerechnet werden. Das könnte aber die Gelegenheit sein sich mit europäischen Titeln einzudecken, um am neuen Trend der europäischen Outperformance zu partizipieren. Im Gegensatz zum aktuellen KGV zeigt das Shiller PE (stellt den Kurs einer Aktie zum Gewinn-Durchschnitt der letzten 10 Jahre in Relation) durchaus Potential nach oben.
Quelle: MSCI, Thomson Reuters Datastream
Der Beitrag Europäische Aktien – lohnt sich ein Einstieg noch? erschien zuerst auf Erste Asset Management Blog.
Autor:
Harald Egger
Zertifikate Party Österreich: ZFA-Kommunikator und Filmstar Bernhard Grabmayr (noch 11 Tage bis zum 20. Zertifikate Award 2026)
Bildnachweis
1.
Europa
>> Öffnen auf photaq.com
Aktien auf dem Radar:Austriacard Holdings AG, Mayr-Melnhof, Bajaj Mobility AG, Zumtobel, Amag, Agrana, Porr, Semperit, Polytec Group, Kapsch TrafficCom, Verbund, DO&CO, FACC, Frauenthal, Frequentis, Reploid Group AG, CPI Europe AG, Linz Textil Holding, RBI, Uniqa, VIG, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Zalando, Microsoft, IBM, salesforce.com, Fresenius Medical Care, Merck KGaA, Airbus Group.
Random Partner
RWT AG
Die Firma RWT Hornegger & Thor GmbH wurde 1999 von den beiden Geschäftsführern Hannes Hornegger und Reinhard Thor gegründet. Seitdem ist das Unternehmen kontinuierlich, auf einen derzeitigen Stand von ca. 30 Mitarbeitern, gewachsen. Das Unternehmen ist in den Bereichen Werkzeugbau, Formenbau, Prototypenbau und Baugruppenfertigung tätig und stellt des Weiteren moderne Motorkomponenten und Präzisionsteile her.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Bernhard Grabmayr: Der Mann hinter 20 Jahren Zertifikate-Kommunikation i...
» LinkedIn-NL: Monthly Main Event #2 und 10x ZFA-Countdown
» Vom Punk-Rock zum Fondsmanagement: Bernhard Haas und die Kunst des öster...
» Börsepeople im Podcast S25/06: Bernhard Haas
» AT&S: Wie Glass Core und KI-Substrate den österreichischen Technologiefü...
» 20 Jahre Zertifikate-Forum Austria: Wie Vontobel den österreichischen Ma...
» Österreich-Depots: Beide auf Rekord (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 29.5.: CPI Europe, VIG (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Marianne Kögel Raiffeisen Zertifikate, Jason Turner, Alex Schü...
» PIR-News: Zahlen von Uniqa, CPI Europe, News zu Strabag, BKS, Research z...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Bernhard Grabmayr: Der Mann hinter 20 Jahren Zert...
- LinkedIn-NL: Monthly Main Event #2 und 10x ZFA-Co...
- 21st Austria weekly - Uniqa, CPI (29/05/2026)
- 21st Austria weekly - Andritz, Vienna Insurance G...
- 21st Austria weekly - Porr (27/05/2026)
- 21st Austria weekly - Andritz (26/05/2026)
Featured Partner Video
SportWoche ÖTV-Spitzentennis Podcast: Neuer 2026er-Punkterekord unserer Top10 und Nico Hipfl zeigt sich an der Nebenfront
Woche 20 brachte einen weiteren Rekord im Punkte-Ranking, dafür sorgten Lilli Tagger und Lukas Neumayer. win2day-Spieler der Woche ist erstmals jemand von ausserhalb der Top1000.
SportWoc...
Books josefchladek.com
Lisette Model
Lisette Model
1979
Aperture
Daido Moriyama
Ligh and Shadow (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
Daido Moriyama
Japan, A Photo Theater (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M
Daido Moriyama
A Hunter (English Version
2019
Getsuyosha, bookshop M
Yusuf Sevinçli
Tumult
2024
Galerist & Galerie Filles du Calvaire
