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Quickcheck Athens Water and Sewerage Co (Daniel Koinegg)

Bild: © Dietmar Scherf, "Aqua (Reflections)", Wasser (2013)

02.07.2015, 3514 Zeichen

Im heutigen Quick-Check geht es um ein anderes griechisches Unternehmen mit dem Firmennamen Athens Water and Sewerage Co SA (ISIN GRS359353000), welches ich den Lesern des Bargain Magazines in einigen Sätzen vorstellen möchte.

Die allgemeinen Anmerkungen und Risikohinweise, welche ich bereits im jüngsten Quickcheck zur Stelios Kanakis verfasst habe, gelten hier natürlich ebenfalls. Lest Euch das also bitte durch und macht Eure eigenen Recherchen über diese kurze Einführung hinausgehend!

Die Gesellschaft existiert seit 1980 und ist der mit Abstand größte Wasser- und Abwasserversorger in Griechenland. Man betreibt ein Versorgungsnetz mit einer Länge von 9500km und versorgt insgesamt 4,3 Millionen Anschlüsse (hauptsächlich rund um Athen).

Die Aktionärsstruktur per 31.12.2014 stellt sich so dar, dass rund 34% der Aktien direkt vom griechischen Staat gehalten werden. Weitere 27,3% werden vom HRDF, einer Art griechischen Staatsholding in Form des Hellenic Republic (Asset) Development Fund gehalten. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz bei natürlichen und juristischen Personen.

Bilanztechnisch sieht das Unternehmen wie folgt aus: die Eigenkapitalquote beträgt 60%. Es existieren kaum immaterielle Vermögenswerte. Das Umlaufvermögen in Höhe von rund 500 Mio. Euro (davon rund 240 Mio. Euro liquide Mittel) deckt die Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von knapp 600 Mio. Euro bereits fast zur Gänze ab. In Bezug auf liquide Mittel und Forderungen könnte man wahrscheinlich einen nicht unwesentlichen Teil diskontieren, da sicherlich nicht alles werthaltig sein wird. Der mit rund 950 Mio. Euro größte Bilanzposten sind aber die „tangible assets“, die sich logischerweise vor allem aus dem Versorgungsnetz, den Leitungen und entsprechenden Gebäuden zusammensetzen. Ich bin jetzt zwar kein Techniker und mir fehlen weiterführende Informationen, aber rein aus dem Bauch heraus würde ich die Reproduktionskosten für ein Versorgungsnetz mit derartigen Dimensionen wesentlich höher einschätzen, als den hier angegebenen Buchwert. Stark vereinfachend will ich jetzt davon ausgehen, dass im Anlagevermögen die eine oder andere stille Reserve versteckt ist, gleichzeitig aber am Umlaufvermögen die eine oder andere Wertberichtigung wahrscheinlich wird und sich dementsprechend diese beiden Dinge gegenseitig neutralisieren. Somit betrachte ich vorerst den Buchwert in Höhe von rund 920 Mio. Euro als einigermaßen brauchbar.

Die momentane Marktkapitalisierung liegt bei gut 600 Mio. Euro, natürlich je nachdem, wie sich der Kurs bei Wiedereröffnung der Athener Börse entwickelt. Das Besondere an einem Unternehmen wie der Athens Water and Sewerage Co ist jedenfalls seine Wettbewerbssituation und die damit zusammenhängenden Eintrittsbarrieren. Es ist kaum davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit jemand mal so über Nacht ein anderes Versorgungsnetz in Athen und Umgebung verlegt und somit in Konkurrenz zu diesem Unternehmen tritt. Dieses Unternehmen könnte also ähnlich wie die Stelios Kanakis – zumindest für jene Value Investoren, die einen Ansatz a la Graham und Schloss pflegen – durchaus einen näheren Blick wert sein.

Verwendete Quellen:

https://www.eydap.gr/en/TheCompany/CompanyProfile/ (Unternehmensprofil)

https://www.eydap.gr/en/Investors/ShareMakeup/ (Aktionärsstruktur)

http://www.hradf.com/en/portfolio (Portfolio-Seite des HRDF)

https://www.eydap.gr/en/Investors/EconomicResults/ (Downloadcenter für Geschäftsberichte)

 

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(02.07.2015)

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