09.12.2015, 1933 Zeichen
Vor kurzem wurde in den Medien berichtet, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 99 Prozent seines geschätzten Vermögens von rund 450 Milliarden Dollar in eine gemeinnützige Stiftung einbringt. Es ist ein weiter Weg und dauert wohl sehr lange, bis dieser enorme Betrag letztendlich bei der Zielgruppe landet. Auch andere Superreiche kommen, vor allem wenn sie älter geworden sind, darauf, dass die Akkumulierung von Vermögen per se nicht erfüllend und befriedigend ist. Es geht u.a. um den Ruf, das Ansehen nach dem Tod und die Überzeugung, dass eine nicht selbst erarbeitete Vermögensmasse ab einer gewissen Größenordnung in den Händen der Erben für diese oft eine Belastung ist und eine Einengung der persönlichen Freiheit und Entwicklung bedeutet. Unglaubwürdig ist es, wenn dies nur ein Mittel zum Zweck wäre, um Steuern zu sparen. Facebook, wie auch andere, vor allem US- Konzerne, nützen die Vielfalt der Steuergesetzgebung geschickt aus.
Es ist begrüßenswert, wenn Persönlichkeiten wie Hanspeter Haselsteiner als Sponsor für soziale und kulturelle Aktivitäten sich öffentlich loben lassen. Nicht übersehen werden kann aber, dass durch einen zweimaligen Börsegang eine Umverteilung stattfand: seit Jahren bewegt sich die STRABAG auf einem Niveau von circa 50 Prozent des seinerzeitigen Ausgabekurses bei einer mickrigen Verzinsung. Peinlich ist, wenn Unternehmen von Kultursponsoren und Museumserrichtern wie Karlheinz Essl und Heinz J. Angerlehner in die Pleite rutschen. Bereits Dagobert Duck musste einsehen, dass Geld nicht glücklich macht, sondern bestenfalls geeignet ist, andere menschliche Bedürfnisse wie Macht, gesellschaftliche Anerkennung, Prestige indirekt zu befriedigen. Warum auch nicht? Als Mäzen in Erinnerung zu bleiben ist jedenfalls besser, als wie ein verbitterter, schrulliger Superreicher zu sterben, um dessen Erbe sich vor allem alle diejenigen lustvoll streiten können, die er zeitlebens frustriert hat.
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