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Der Ölmarkt im Gummiball-Modus (Hans Weitmayr)

Bild: © photaq/Martina Draper, Petra Lebersorger, Deutschland, rot, Bär, fallend, Ball, Abwehr

Autor:
Hans Weitmayr

Ansparen, investieren, Geld arbeiten lassen? Alles sehr hehre Ansinnen, die Frage stellt sich aber nach dem wie und dem wohin? Sparbuch, Fonds, Aktien? Alles entweder Null- und Negativertragbringer oder Einbahnstraßen, die nur dann funktionieren, wenn die Märkte nach oben schießen und die Erträge bei der nächsten Korrektur dahinschmelzen lassen wie ein Twinni in der Augustsonne. Tatsächlich gibt es aber Wege abseits der bekannten Pfade – um diese erfolgreich zu beschreiten, braucht man aber spezielle Informationen und Ideen. Wo Sie diese finden? Raten Sie einmal ...

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28.07.2016, 3329 Zeichen

 

Können Sie sich noch an die Opec erinnern? Das war dieses Kartell, dominiert von Saudi Arabien, das es wirklich hasste, Kartell genannt zu werden, obwohl man rund 80 Prozent der weltweiten Ölproduktion und damit die Preis bestimmte. Dies tat man auch offiziell, indem man sogenannte Preisbänder ausrief, etwa jenes, wonach sich Opec-Öl zwischen 25 und 28 US-Dollar je Barrel bewegen sollte.

 

Das ging einige Jahrzehnte gut, bis, ja bis der Opec passierte, was man im allgemeinen nur seinen Feinden wünscht: Ihr Wunsch ging in Erfüllung – es fiel nicht mehr ganz so leicht, die Bezeichnung "Kartell" für die Organisation zu verwenden. Dazu war ihr Verlust an Markmacht schlicht zu gravierend: Zunächst war da Russland, das mittels Erdgas immer stärker in den Markt für fossile Energieträge eindrang, dann kam dieses LNG, kanadisches Öl und schließlich die Schieferölwelle aus den USA, die die größte Volkswirtschaft der Welt de facto energieautark machte. Mit der Vielzahl der Produzenten, potenzierte sich dann auch noch die Zahl an Investmentmöglichkeiten, der Ölpreis schlug wild um sich, die Opec als Preisregulator verlor immer mehr an Bedeutung.

Kartellfreies Preisband

In jüngster Zeit, dürfte sich der Ölmarkt aber auch ohne OPEC wieder stabilisiert haben, was dem Kartell – ja, wir nennen sie trotzdem so – sicher den einen oder anderen emotionalen Schmerz zufügte. Den Verdacht auf ein neues, Opec-freies Preisband lässt zumindest dieser Chart aufkommen, der darauf hindeutet, dass sich die Nordsee-Sorte Brent in ein Markgleichgewicht hineinbegeben könnte, das zwischen 30 und 50 US-Dollar je Fass liegen könnte.

GRAFIK ÖLPREIS BRENT:

brent, ölpreis, opec, markt

Der Ölmarkt könnte sich auf ein neues, recht weit gefasstes Preisband zwischen 30 und 50 US-Dollar je Barrel hinbewegen. Ein derartiger Gummiball-Markt eröffnet kurzfristige Trading-Chancen

Zuletzt notierte das Barrel Brent bei 42 Dollar – damit stünden einem weiteren, bis zu 25-prozentigen Rückgang des Preises rein charttechnisch wenig im Weg. Auch aus fundamentalen Gründen spricht einiges für eine kurzfristige Schwäche. Diese könnte über die Bande kommen, denn. „das Überangebot am Benzinmarkt ist schlussendlich bei den Produzenten und Raffinerien zugeschlagen“, heißt es in einer Studie von Morgan Stanley. Bei den Raffinerien  in Asien und den USA haben sich Margen in der Folge und im Vergleich zum Vorjahr halbiert, entsprechend weniger Rohöl wird die Branche in den kommenden Wochen nachfragen.

Wie immer ist das Timing hier aber wichtig, denn diverse Beobachter gehen davon aus, dass sich im dritten Quartal eine Erholung der Ölpreise einstellen dürfte, dann würde es wieder gegen 50 US-Dollar gehen. Wer diesem Gummiball-Markt folgen will, kan dies über Long- und Short-Positionen (in diesem Fall das HSBC-Zertifikat mit der WKN TD4K34  tun. Der GuruInvest.at Opportunity legt sich zunächst eine kleine Short-Portion mit einem moderaten Hebel von 3,5 ins Portfolio. Ebenfalls im Visier bleibt aber auch der Call (in diesem Fall das HSBC-Zertifikat mit der WKN TD5AX3), den GuruInvestoren ebenfalls in der Liste weiter unten finden.

Zertifikat

WKN/Institut

Kurs

Spread

Hebel

K.O bei Kurs Basiswert

Kurs Basiswert

Brent Call*

TD5AX3

12,83

0,3 %

3,1

29,9

43,5

Brent Put**

TD4K34

10,63

0,3 %

3,7

55,6

43,5

*profitiert von Kursanstieg

**profitiert von Kursverfall

         

Im Original hier erschienen: Der Ölmarkt im Gummiball-Modus


(28.07.2016)

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1. Petra Lebersorger, Deutschland, rot, Bär, fallend, Ball, Abwehr , (© photaq/Martina Draper)   >> Öffnen auf photaq.com

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    Können Sie sich noch an die Opec erinnern? Das war dieses Kartell, dominiert von Saudi Arabien, das es wirklich hasste, Kartell genannt zu werden, obwohl man rund 80 Prozent der weltweiten Ölproduktion und damit die Preis bestimmte. Dies tat man auch offiziell, indem man sogenannte Preisbänder ausrief, etwa jenes, wonach sich Opec-Öl zwischen 25 und 28 US-Dollar je Barrel bewegen sollte.

     

    Das ging einige Jahrzehnte gut, bis, ja bis der Opec passierte, was man im allgemeinen nur seinen Feinden wünscht: Ihr Wunsch ging in Erfüllung – es fiel nicht mehr ganz so leicht, die Bezeichnung "Kartell" für die Organisation zu verwenden. Dazu war ihr Verlust an Markmacht schlicht zu gravierend: Zunächst war da Russland, das mittels Erdgas immer stärker in den Markt für fossile Energieträge eindrang, dann kam dieses LNG, kanadisches Öl und schließlich die Schieferölwelle aus den USA, die die größte Volkswirtschaft der Welt de facto energieautark machte. Mit der Vielzahl der Produzenten, potenzierte sich dann auch noch die Zahl an Investmentmöglichkeiten, der Ölpreis schlug wild um sich, die Opec als Preisregulator verlor immer mehr an Bedeutung.

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    12,83

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