13.01.2018, 5972 Zeichen
Andreas Kern" data-udi="umb://media/6dc0a03189d846a88cd0b6381a4e183f" />
Per Saldo freundlich starteten die Aktienmärkte in das neue Jahr. Die Stimmung bleibt von verhaltenem Optimismus geprägt. Optimismus, weil es nach wie vor an überzeugenden Alternativen zur Aktie fehlt – verhalten, weil viele Marktteilnehmer immer stärker das Gefühl beschleicht, dass es so nicht ewig wird weitergehen können. Beim DAX kommen wir nun immerhin ins neunte Jahr des Kursaufschwungs, sofern man als Startpunkt das Tief aus dem Frühjahr 2009 annimmt. Allerdings hellt sich aktuell sogar das politische Umfeld etwas auf, also genau jener Bereich, in dem etliche Marktteilnehmer neben der Zinspolitik die größten Risiken für die Märkte sehen: Mit der angekündigten Olympia-Teilnahme Nordkoreas scheint aus einem der aktuell heißesten globalen Konfliktherde etwas Dampf abgelassen zu werden. Und sogar Deutschland könnte schon bald wieder eine neue Regierung haben, und das wäre – Überraschung! – im Wesentlichen die alte.
Frisch an den Start

Was die ersten Handelstage eines neuen Jahres so interessant macht, ist der Umstand, dass die Marktteilnehmer ihre Bücher nun wieder frisch geöffnet haben. Die Anlageentscheidungen sind jetzt sehr viel mehr von den tatsächlichen Chance-/Risiko-Einschätzungen geprägt als von taktischen Ausweisfragen zum Jahresultimo. Das betrifft natürlich insbesondere Großanleger, die jedoch auch genau jene sind, die die Märkte bewegen. Weil sich die Perspektive durch den Jahreswechsel schlagartig verschiebt, kann es in dieser Zeit auch zu relativ abrupten Trendwechseln kommen, die ansonsten kaum rational zu erklären sind. Für den gewinnorientierten Beobachter ist aber weniger dieses Phänomen von Interesse, sondern die Frage, welche Aktien vom Start weg eine überdurchschnittliche Performance zeigen. Die dahinter stehenden Themen sollte man für den weiteren Jahresverlauf definitiv im Auge behalten.
Satte Performance aus der zweiten Reihe
Beispielsweise das Thema „Nebenwerte“, das sich auch im neuen Jahr kraftvoll nach vorne entwickelt, nachdem bereits das Jahr 2017 ein ausgesprochenes Nebenwerte-Jahr gewesen war. Einer, der sich in diesem Bereich besonders gut auskennt, ist Trader „Rangekong1“, der mit seinem wikifolio „Echte Nebenwerte=>Gute Chancen“ im abgelaufenen Jahr eine Performance von stattlichen 63,7% erzielte. Damit ließ er den DAX um Längen hinter sich. Aber auch nach dem Jahreswechsel ging es munter weiter nach oben, denn in den ersten Handelstagen des Jahres 2018 stand bereits ein weiteres Plus von knapp 5% auf der Uhr. Trotz der bereits erfolgten Kurssteigerungen in diesem Bereich ist Rangekong1 zuversichtlich, die Aktienindizes auch dieses Jahr mit seiner Nebenwerte-Auswahl schlagen zu können.
Dabei stützt er sich auf seinen fundamental ausgerichteten und langfristig orientierten Ansatz, wobei er jene Titel meidet, die schon heiß diskutiert werden.
Lokale Struktur trifft globale Nische
Ebenfalls eine Vorliebe für Titel, die noch nicht durch jedes Börsenmagazin gereicht wurden, hat Trader „hzenger“. Sogenannte Hidden Champions bilden den Schwerpunkt seines wikifolios „Deutscher Mittelstand“. Dabei handelt es sich um Unternehmen, „die aufbauend auf soliden lokalen Unternehmensstrukturen internationale Marktführerschaft in technologischen Nischenmärkten anstreben“. Auch die Herangehensweise von „hzenger“ ist fundamentaler Natur und langfristig ausgerichtet. So kann es passieren, dass einzelne Titel auch über Jahre im wikifolio verweilen. Von der Prognose kurzfristiger Bewegungen hält er ohnehin nicht viel.
Bislang gibt ihm der Erfolg jedenfalls Recht: Seit Auflegung konnte er mit seinem wikifolio in jedem einzelnen Jahr eine zweistellige Rendite erzielen und den DAX schlagen.
Silberstreif auf leisen Sohlen
Während die Trends in Nebenwerten und Mittelstandsaktien schon länger laufen, scheint sich bei den Edelmetallen nun etwas Neues anzukündigen: Gold und Silber zogen – weitgehend unbeachtet von der auf Kryptogelder fixierten Öffentlichkeit – langsam an und ließen sogar die meisten Aktienindizes hinter sich. Noch vor Monatsfrist waren sie stark vernachlässigt und selbst langjährige Goldbullen rechneten erst einmal mit tieferen Kursen – ideale Voraussetzungen, wenn man so will. Überhaupt scheint der gesamte Rohstoffsektor wieder in Bewegung zu kommen, Im Vorjahr waren es vor allem Rohöl und einige Basismetalle, die für Furore sorgten. Das wikifolio „Rohstoffwerte“ fokussiert sich genau auf diese Trends, präziser gesagt auf Aktien aus diesen Bereichen. Wie geschickt Trader „TeDel“ dabei agiert, zeigt eine Performance von mehr als 225% seit Anfang 2016.
Bei einer solchen Zahl lässt sich auch die für den Rohstoffbereich typischerweise etwas höhere Schwankungsanfälligkeit gut verschmerzen.
Was kommt?
Das sollten Anleger in der kommenden Woche im Auge behalten
So langsam füllt sich auch wieder der Kalender der volkswirtschaftlichen Daten: Nächste Woche veröffentlichen Deutschland (Dienstag) und die Eurozone (Mittwoch) die Zahlen zur Jahresteuerung. Das Überraschungspotenzial ist hier allerdings gering.
Spannend dürfte es dagegen gleich am Montag werden, wenn China die BIP-Daten meldet. Bei wenigen Zahlen kommt es so sehr auf die Kunst an, zwischen den Zeilen zu lesen: Was will Peking kommunizieren und welche Rückschlüsse lassen sich daraus auf die tatsächliche Lage ziehen?
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