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Der Umgang mit Kursverlusten (Michael Plos)

Bild: © www.shutterstock.com, Gegenteil, Gewinn, Verlust, Profit, Loss, http://www.shutterstock.com/de/pic-246452491/stock-photo-p...

27.03.2018, 4469 Zeichen

Kursverluste nehme ich mittlerweile einigermaßen gleichmütig zur Kenntnis. Sie fühlen sich zwar nicht zwingend angenehm an – die Faktenlage ist aber eindeutig. Am besten helfen aber praktische Erfahrungen. Die sind am Ende des Tages durch nichts zu ersetzen. Dabei könnte es so einfach sein. Man müsste nur eine Schwäche zur Stärke machen.

Wie bitte?

Die allermeisten Menschen interessieren sich nicht für Geldanlage. Ein Fehler. Denn nur, wenn man die Chancen der Aktienmärkte kennt, kann man richtig wirkungsvoll vorsorgen. Legt man das Desinteresse ab und überwindet sich dazu, die eigenen Spargewohnheiten zu ändern, steht langfristigen finanziellem Erfolg nichts mehr im Weg.

Wenn das Interesse zum Problem wird

Das Problem: Sobald man sich für die Geldanlage interessiert, interessiert man sich für die Geldanlage. Das bringt – zumindest in den ersten Monaten und Jahren – mit sich, dass man viel zu oft schaut, was die Märkte gerade so machen.

Und selbst wenn man das eigentlich nicht will, wird man (meistens von den Massenmedien) daran erinnert. Ein Fehler. Denn berichtenswert sind in der Regel negative Nachrichten. Ein Beispiel gefällig?

Die Facebook-Aktie steht seit dem jüngsten Datenskandal gehörig unter Druck. Das wissen mittlerweile selbst die Uninteressiertesten. Doch wie hat sich die Aktie eigentlich seit dem Börsenstart vor knapp 6 Jahren entwickelt? Tja, der Aktienkurs ist in den ersten Monaten zunächst auf rund 15 US-Dollar gefallen. Danach ging es aber „relativ“ stark bergauf.

Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Co werden ja immer reicher, weil die Beteiligung an ihren Unternehmen immer weiter im Wert steigen

Wie stark? Naja, von 15 US-Dollar auf bis zu 190 US-Dollar. Der Kurs hat sich mal so eben mehr als ver-ZWÖLFfacht.

Wer darüber berichtet? Naja, eigentlich niemand. Mit ein bisschen Geschick könnte man es aber aus der Berichterstattung über die immer reicher werdenden Reichen ableiten. Denn Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Co werden ja immer reicher, weil die Beteiligung an ihren Unternehmen immer weiter im Wert steigen. Eigentlich gar nicht so kompliziert.

Die Schwäche zur Stärke machen

Doch was hat das alles mit der eingangs erwähnten Schwäche zu tun?

Als routinierter Börsianer entwickelt man eine (unterschiedlich stark ausgeprägte) Gleichgültigkeit gegenüber Kursentwicklungen. Das ist insbesondere dann einfach, wenn man breit aufgestellt in breite Aktienkörbe investiert.

Während es einen Facebook-Aktionär natürlich stark interessiert, was im Unternehmen (bzw. beim Aktienkurs) gerade so passiert, ist das bei Anlegern, die auf Hunderte oder Tausende Unternehmen gleichzeitig setzen, fast schon vernachlässigbar.

Allen Börsenanfängern, die vielleicht gerade in den letzten Wochen gestartet haben, möchte ich zwei Dinge mit auf den Weg geben.

  1. Herzlich Glückwunsch! Du hast alles richtig gemacht, indem du JETZT angefangen hast. Denn kein besserer Zeitpunkt wird kommen.
  2. Versuche die aktuellen Turbulenzen (wohin auch immer sie führen werden) so gut es geht zu ignorieren.
  3. Wenn du die aktuellen Turbulenzen nicht ignorieren kannst, dann mache dir bewusst, dass Kursrückgänge am Anfang der finanziellen Reise besonders wertvoll sind.

Kurze Anmerkung zu Punkt 3. Warum sind die Kursrückgänge gerade jetzt besonders wertvoll? Das hat zwei Gründe: Erstens leidet die bisher angesparte Substanz nur schwach (weil es absolut betrachtet kleine Beträge sind). Und zweitens führen niedrigere Kurse natürlich dazu, dass man mit dem gleichen Sparbetrag mehr Anteile erhält.

Ein Beispiel

Jemand spart 50 Euro im Monat. Der besparte ETF/Fond/Aktie steht bei 50 Euro. Entsprechend wird ein Fondsanteil pro Monat gekauft.

Nun fällt der Preis auf 25 Euro. Gespart werden weiterhin 50 Euro. Um diesen Betrag können nun aber zwei Fondsanteile (2 x 25 Euro = 50 Euro) gekauft werden.

Rechnerisch wird das freilich niemand anzweifeln. Psychisch ist es aber schwer umzusetzen. Und deshalb empfiehlt es sich, das Kaufen auszulagern. Am besten an einen Sparplan (meine Gedanken hierzu: http://michaelplos.com/2018/03/19/sparplan-nicht-perfekt-aber-alternativlos/ ).

Wer sich bisher nicht für die Börse interessiert hat, kann sich dieses Desinteresse bis zu einem gewissen Grad beibehalten. Natürlich erst sobald der Sparplan eigerichtet ist.

Und wer sich vom Thema Börse ganz einfach nicht losreißen kann (was ich nur zu gut verstehe), der sollte sich in Gleichmut üben. Eine mitunter harte Übung. Das gebe ich zu.

Im Original hier erschienen: Der Umgang mit Kursverlusten


(27.03.2018)

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Wiener Börse Party #1081: ATX deutlich über den alten Rekorden, Big Day für Strabag und auch Addiko Bank, 25.000 bei Boris Nemsic




 

Bildnachweis

1. Gegenteil, Gewinn, Verlust, Profit, Loss, http://www.shutterstock.com/de/pic-246452491/stock-photo-profit-versus-loss-red-and-white-street-signs-with-words-profit-and-loss-with-stormy-sky-background.html , (© www.shutterstock.com)   >> Öffnen auf photaq.com

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    Kursverluste nehme ich mittlerweile einigermaßen gleichmütig zur Kenntnis. Sie fühlen sich zwar nicht zwingend angenehm an – die Faktenlage ist aber eindeutig. Am besten helfen aber praktische Erfahrungen. Die sind am Ende des Tages durch nichts zu ersetzen. Dabei könnte es so einfach sein. Man müsste nur eine Schwäche zur Stärke machen.

    Wie bitte?

    Die allermeisten Menschen interessieren sich nicht für Geldanlage. Ein Fehler. Denn nur, wenn man die Chancen der Aktienmärkte kennt, kann man richtig wirkungsvoll vorsorgen. Legt man das Desinteresse ab und überwindet sich dazu, die eigenen Spargewohnheiten zu ändern, steht langfristigen finanziellem Erfolg nichts mehr im Weg.

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