04.12.2018, 6234 Zeichen
Die Börsen Europas haben am Montag von Entspannungssignalen im Handelsstreit profitiert. Allerdings büßten die wichtigsten Aktienindizes im Handelsverlauf einen Teil ihrer deutlichen Gewinne wieder ein. Im frühen Handel hatte der Aufschub der für Januar angekündigten US-Strafzölle auf chinesische Warenimporte geradezu für Euphorie unter den Anlegern gesorgt. Ab Januar soll es zumindest für 90 Tage keine weiteren Zölle geben. Vor allem die zuletzt arg gebeutelten Bergbaubranche, die Stahlhersteller sowie die Automobilerzeuger konnten von der Erholung profitieren und teils kräftige Gewinne bis zu rund 4,0% erzielen. Gesucht waren auch die Hersteller von Luxusgütern, Kering beeindruckte mit einem Kurssprung von 7,7%, Burberry schloss 4,6% stärker und auch Swatch konnte ein Plus von 4,5% einfahren. Unter der positiven Stimmung litten die defensiven Titel, der Immobiliensektor beispielsweise musste rund 1,5% abgeben. Signify (vormals Philips Lightning) sackte in Amsterdam mehr als 6,9% ab, nachdem JPMorgan das Chance-Risiko-Profil des Titels als unattraktiv bezeichnet hatte. GlaxoSmithKline will den amerikanischen Onkologie-Spezialisten Tesaro übernehmen, die Investoren waren von diesem Zukauf wenig begeistert und schickten die Aktie 7,6% nach Süden. Der Chemiekonzern BASF erwägt anscheinend eine milliardenschwere Kooperation mit dem Finanzinvestor CVC. Es soll ein vereinigter Anbieter von Fugenmassen und Dichtstoffen geschaffen werden, das brachte die Aktie 1,5% nach oben. Kali und Salz kann die Kaliproduktion trotz Niedrigwasser an drei Standorten aufrechterhalten und erwartet ein positives Geschäft mit Auftausalzen, dadurch konnte der Titel 5,1% Zugewinn erzielen.
Klar im Plus schliessen konnte auch die Börse in Wien, der ATX stieg um knapp 1,2%. Ein besonderer Profiteur der Deeskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA war AT & S, der stark in China engagierte Leiterplattenhersteller konnte ein Plus von 3,6% erzielen. Gesucht waren auch Ölaktien, die von den deutlich steigenden Rohstoffpreisen profitierten. Schoeller-Bleckmann verzeichnete ein Plus von 3,1%, auch OMV konnte um 1,3% anziehen. Sehr gesucht war auch voestalpine , der in letzter Zeit stark unter Druck geratene Stahlkonzern meldete sich mit einem Tagesplus von 2,2% eindrucksvoll zurück. Sehr positiv verlief der erste Handelstag der Woche für die Banken, die Bawag legte 3,6% zu, die Raiffeisen konnte 3,0% höher schliessen und auch die Erste Group konnte ein Plus von 0,8% in den Börsenschluss mitnehmen. Bei Do&Co kam es nach den beeindruckenden Zuwächsen der letzten Tage zu Gewinnmitnahmen, der Caterer musste gestern ein Minus von 3,3% hinnehmen. Von den Immobilienwerten wurde lediglich die Immofinanz von der europaweiten Schwäche des Sektors betroffen und schloss 2,5% schwächer, s Immo hingegen konnte ein deutliches Plus von 3,0% erzielen. Nur kurz währte die Erholung Ende letzter Woche bei Semperit , gestern ging es für das Gummiunternehmen wieder 1,4% nach unten. Sehr gesucht war gestern auch noch Polytec , der Autozulieferer konnte dank der Stärke des Autosektors eine 3,4% höhere Schlussnotierung verbuchen.
Erleichterung herrschte auch in den USA nach der Entspannung im Handelsstreit mit China, allerdings mussten auch hier die zwischenzeitlich erzielten Zuwächse teilweise wieder abgegeben werden. Dennoch reichte es noch für ein sattes Plus bei allen drei wichtigen Indices. Mit Blick auf Einzelunternehmen zogen Übernahmen das Interesse auf sich. Der Onkologiespezialist Tesaro konnte dank der Übernahme durch GlaxoSmithKline einen Kurssprung von 58,5% erreichen. Tribune Media gewann 11,7% dazu. Die Aktie des Medienunternehmens profitierte von Übernahmeplänen durch den Fernsehsender Nexstar Media, der ein Plus von 6,9% erreichen konnte. Zudem befindet sich Altria einem Bericht zufolge in Gesprächen zum Kauf des Cannabisunternehmens Cronos. Dieser Titel machte einen Sprung von 11,2% nach oben, Altria konnte um 1,6% anziehen. Bestes Unternehmen im Dow Jones Index war Boeing mit einem Tagesgewinn von 3,8%. Am Ende des Index rangierte Verizon nach einem skeptischen Analystenkommentar mit einer Abgabe von 3,6%. Das Rennen um den Titel des wertvollsten US-Unternehmens zwischen Apple , Microsoft und Amazon geht munter weiter, zwischenzeitlich hatte Amazon die Nase vorn, am Ende konnte jedoch Apple den ersten Platz behaupten.
Einen regelrechten Kurssprung nach oben gab es bei den Ölpreisen, teilweise durch die geplanten Förderungskürzungen in den OPEC-Plus-Ländern ausgelöst. ,Brent schloss 5,1% stärker, bei WTI betrug der Zuwachs 4,0%. Gold konnte über den gesamten Handelsverlauf leicht zulegen und wurde gegen Abend bei einem Wert von rund 1.231 US-Dollar für die Feinunze gehandelt. Der Handel zwischen Euro und US-Dollar verlief vergleichsweise volatil, nach einigem Auf und Ab pendelte sich das Währungspaar am späten Abend bei einem Wert von rund 1,135 nahezu unverändert zum Freitag ein.
Die europ. Börsen sind leicht negativ indiziert. Die asiatischen Märkte schließen mehrheitlich im Minus. Von der Unternehmensseite hat Zumtobel Ergebnisse (Details siehe unten) veröffentlicht. Von der Makroseite ist es relativ ruhig.
Zumtobel
Der heimische Lichttechnikproduzent Zumtobel präsentierte heute seine Q2/2018/19 Zahlen. Der Gruppenumsatz fiel im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich aufgrund eines weiterhin herausfordernden Marktumfelds, insbesondere in UK und negativen FX-Effekten um 1,7% auf €302 Mio.. Sowohl das EBIT als auch das Periodenergebnis konnten sich deutlich verbessern. Während die beiden Ergebniszahlen im Q2-17/18 negativ ausfielen, konnte man im Q2-18/19 mit €11,9 Mio. (EBIT) und €6,0 Mio.(Periodenergebnis) deutlich in den schwarzen Zahlen landen. Diese wurden durch Sparmaßnahmen bei Vertriebs-, Verwaltungs- und Entwicklungskosten positiv beeinflusst. Die Guidance für das aktuelle Geschäftsjahr wurde bestätigt. Demnach wird im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Verbesserung des bereinigten EBIT erwartet. Mittelfristig hat sich das Unternehmen eine EBIT-Marge von circa 6% bis zum Geschäftsjahr 2020/2021 zum Ziel gesetzt.
Q2-18/19: Umsatzerlöse: €302,0 Mio. (298,7e); EBITDA: €24,2 Mio. (Vj. 10,7); EBIT: €11,9 Mio. (11,2e); Periodenergebnis: €6,0 Mio. (5,6e)
Wiener Börse Party #1142: ATX leicht schwächer (mit aber), AT&S sorgt für irren Effekt, Auffälligkeit bei Semperit, KESt-Auflösung morgen
Amazon
Uhrzeit: 13:03:43
Veränderung zu letztem SK: -0.20%
Letzter SK: 225.40 ( 3.49%)
Apple
Uhrzeit: 13:03:43
Veränderung zu letztem SK: 0.23%
Letzter SK: 230.70 ( -0.87%)
ATX
Uhrzeit:
Veränderung zu letztem SK: 0.71%
Letzter SK: 5753.83 ( -1.03%)
BASF
Uhrzeit: 13:04:19
Veränderung zu letztem SK: 0.06%
Letzter SK: 54.32 ( 0.15%)
Boeing
Uhrzeit: 13:03:43
Veränderung zu letztem SK: 0.06%
Letzter SK: 198.18 ( -0.73%)
Dow Jones Letzter SK: 198.18 ( -0.16%)
GlaxoSmithKline
Uhrzeit: 21:33:15
Veränderung zu letztem SK: 0.06%
Letzter SK: 0.00 ( 0.00%)
Gold Letzter SK: 0.00 ( -0.28%)
Immofinanz
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 1.52%
Letzter SK: 15.16 ( 0.93%)
Microsoft
Uhrzeit: 13:03:43
Veränderung zu letztem SK: 0.37%
Letzter SK: 360.60 ( 2.13%)
OMV
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 0.52%
Letzter SK: 58.15 ( -0.51%)
Philips
Uhrzeit: 13:04:19
Veränderung zu letztem SK: 0.92%
Letzter SK: 23.29 ( -1.77%)
Polytec Group
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 0.13%
Letzter SK: 3.80 ( 0.80%)
S Immo Letzter SK: 3.80 ( 0.00%)
Semperit
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 0.17%
Letzter SK: 14.90 ( 0.00%)
Verizon
Uhrzeit: 13:03:43
Veränderung zu letztem SK: -1.38%
Letzter SK: 40.13 ( -1.78%)
voestalpine
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 0.29%
Letzter SK: 41.64 ( -3.34%)
Zumtobel
Uhrzeit: 13:04:33
Veränderung zu letztem SK: 0.27%
Letzter SK: 3.65 ( -1.08%)
Bildnachweis
1.
Aktien auf dem Radar:AT&S, UBM, Bajaj Mobility AG, Lenzing, EVN, Polytec Group, Verbund, VIG, Wienerberger, DO&CO, Erste Group, Mayr-Melnhof, Fabasoft, Bawag, FACC, Porr, Österreichische Post, voestalpine, Wolford, SW Umwelttechnik, Rosenbauer, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Flughafen Wien, Amag, CA Immo, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Kapsch TrafficCom, Semperit, Telekom Austria.
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