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ATX-Trends: FACC, voestalpine, Addiko ...

25.05.2020, 8210 Zeichen

Kaum verändert endeten die europäischen Börsen zum Wochenausklang, der EuroStoxx 50 konnte ein hauchdünnes Plus von 0,02% in den Schluss retten, was aber auf Wochensicht ein stolzes Plus von 4,9% bedeutete. Ebenfalls kaum Veränderung gab es für den CAC 40, der Dax konnte sich marginal um 0,1% verbessern, nur in London ging es für den FTSE 100 mit einem Minus von 0,4% etwas deutlicher nach unten. Hier drückten vor allem die Sorgen um ein Wiederaufflammen der Proteste in Hong Kong auf die Stimmung, nachdem die chinesische Regierung Pläne zu einem neuen Sicherheitsgesetz speziell für diese Region verfolgt. Vor allem die stark in Fernost engagierten Unternehmen mussten abgeben, der Lebensversicherer Prudential rutschte um 9,3% ab, HSBC fiel um 5,0%. In Frankreich rutschte der Autohersteller Renault mit einem Minus von 2,9% ans Ende des CAC 40, nachdem der französische Wirtschafts- und Finanzminister das Unternehmen in einer schweren Krise sieht. Lufthansa musste in Deutschland 1,2% abgeben, die zunächst noch euphorisch begrüßte Rettung des Luftfahrtunternehmens wird zunehmend auch kritisch gesehen, so äußerte ein Analyst Bedenken, dass durch die hohe Schuldenlast, den hohen Zinsaufwendungen und eine mögliche staatliche Einmischung in die Unternehmensführung die Restrukturierung behindert werden könnte. Im deutschen Immobiliensektor bahnt sich eine Fusion an, LEG Immobilien und TAG Immobilien wollen sich zusammenschließen, das brachte für TAG ein Tagesplus von 8,6%, LEG konnte sich um 0,8% verbessern, hatte aber seit Mitte März schon kräftig zugelegt. Der Autovermieter Sixt konnte um 4,3% zulegen, nachdem das Bankhaus Metzler auf Grund der Reiseerleichterungen in vielen Ländern für die Aktie durchaus optimistisch eingestellt ist und diese zum Kaufen empfohlen hat. Bei den sonstigen Nebenwerten konnten zwei Krisengewinner ein neues Rekordhoch erzielen, und zwar der Spezialsoftware-Anbieter TeamViewer und der Online-Modehändler Zalando.

Für heute werden in Deutschland die Zahlen zum BIP im ersten Quartal erwartet, zusätzlich gibt es den ifo-Index für Deutschland. Morgen folgt der gfk-Konsumentenvertrauensindex für Deutschland, am Mittwoch das Konsumentenvertrauen in Frankreich, am Donnerstag dann das Konsumentenvertrauen in der Eurozone sowie die Inflation in Deutschland und Spanien und am Freitag noch die Inflation in Frankreich, Italien und der Eurozone. Die Berichtssaison bei den europäischen Unternehmen ist schon wieder so gut wie vorüber, Ergebnispräsentationen stehen heute von Lufthansa, morgen von Panalpina, am Mittwoch von British Land, Kingfisher und Leroy Seafood auf dem Programm.

Zulegen konnte der heimische Markt, der ATX ging mit einem Plus von 1,3% in das Wochenende. Gesucht waren vor allem Bankentitel und Immobilienunternehmen. Die Bawag kletterte um 2,8% nach oben, die Raiffeisen ging 0,5% höher aus dem Handel und auch die Erste Group konnte sich um 0,2% verbessern. Das kleinste Unternehmen in dem Sektor, die Addiko Bank, erzielte ein Plus von 1,9%, nachdem bekannt wurden, dass der Finanzvorstand der Bank von seiner Funktion als Vorstandsmitglied zurücktreten will. Ergebnisse wurden von uniqa vorgelegt, das Versicherungsunternehmen rutschte im ersten Quartal mit dem Vorsteuerergebnis und dem Nettogewinn ins Minus, vor allem weil hohe Rückstellungen im Zuge der Covid-19-Krise gebildet wurden, die Prämieneinnahmen konnten gesteigert werden. Der Titel endete 0,3% tiefer, der Konkurrent Vienna Insurance Group konnte sich hingegen um 2,7% verbessern. 2,6% abgeben musste der Flughafen Wien, nachdem bekannt wurde, dass die Ryanair-Tochter Laudamotion ihre Basis in Wien mit Ende Mai schliessen wird, zudem senkte HSBC das Kursziel von 33,0 Euro auf 31,0 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Die Raiffeisen Centro Bank erhöhte das Kursziel für Wienerberger von 19,0 Euro auf 20,0 Euro und bekräftigte die Kaufempfehlung, was für den Ziegelkonzern eine Verbesserung von 3,1% brachte. Für FACC hingegen wurde das Kursziel von 14,5 Euro auf 7,0 Euro zurückgenommen und gleichzeitig die Einstufung von „Buy“ auf „Hold“ reduziert, der Luftfahrtzulieferer war mit einem Rückgang von 4,6% schwächster Titel des Handelstages. Credit Suisse liess sowohl das Kursziel von 22,0 Euro als auch die Einstufung „Underperform“ für voestalpine unverändert, der Stahlkonzern konnte sich dennoch um 2,3% verbessern. Stärkster Titel des Handelstages war die Österreichische Post, das Logistikunternehmen konnte um 4,4% zulegen, auch Do&Co war gesucht, für den Caterer ging es um 3,7% nach oben. In gleichem Ausmass zulegen konnte auch die Telekom Austria, Lenzing wurde ebenfalls gekauft, der Faserhersteller beendete den Tag mit einem Aufschlag von 3,2%. Schwächster Titel nach FACC war die Amag, der Aluminiumhersteller musste zum Wochenausklang 3,3% nachgeben, auch Frequentis erlitt einen Rückgang in nahezu demselben Ausmaß. Morgen berichten CA Immo, Marinomed, s Immo und UBM Development, am Mittwoch Immofinanz und Porr und am Donnerstag EVN, Strabag und Warimpex.

Vor dem langen Wochenende, heute sind ja die Börsen auf Grund des Memorial Days geschlossen, hielten sich die Anleger in den USA etwas zurück, die drei großen Indices schlossen nur wenig verändert. Der Dow Jones erlitt ein marginales Minus von 0,04%, was aber auf Wochensicht dennoch einen Zuwachs von 3,3% bedeutete, der S&P 500konnte um 0,2% zulegen und für den Nasdaq 100 ging es um 0,4% nach oben. Generell drückte das sich weiter verschlechternde Verhältnis zwischen den USA und China auf die Stimmung. Unter den Einzelwerten rutschte Foot Locker um 8,5% ab, nachdem der Sportschuhhändler nicht nur ein schlechteres Ergebnis als erwartet gemeldet hatte, sondern auch über Lagerbestände in Rekordhöhe berichtete. Das brachte auch den Konkurrenten Under Armour unter Druck, der 4,2% abgeben musste, hier wirkte der Umstand zusätzlich erschwerend, dass das Unternehmen eine bereits bestehende Wandelanleihe aufgestockt hatte. Der chinesische Online-Händler Alibaba konnte im Gegensatz zu Konkurrenten nicht von der Krise profitieren sondern erlitt einen Umsatzrückgang, was von den Anlegern mit einem Kursverlust von 5,9% quittiert wurde. Der Landwirtschafts- und Baumaschinenhersteller John Deere musste anfängliche Gewinne wieder abgeben und schloss mit einem Minus von 1,5%, das Unternehmen hatte sich in der Krise besser als erwartet gehalten, warnte aber davor, dass in Zukunft die Erlöse als Folge der Pandemie fallen könnten.

In den USA warten morgen der Hauspreisindex, die Anzahl der verkauften neuen Eigenheime und das vom Conference Board ermittelte Konsumentenvertrauen, am Mittwoch wird das Beige Book der Fed veröffentlicht, am Donnerstag die Bestellungen für langlebige Wirtschaftsgüter, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die Zahl der schwebenden Hausverkäufe und Zahlen zum BIP im ersten Quartal und am Freitag noch Daten zu den persönlichen Einnahmen und Ausgaben und den Großhandelslagerbeständen sowie die von der Universität von Michigan ermittelte Stimmung unter den Verbrauchern. Unternehmensberichte gibt es diese Woche kaum, morgen von AutoZone und Keysight, am Mittwoch von HP Inc., Ralph Lauren und Toll Brothers, am Donnerstag von Costco, Dell, Dollar General, Dollar Tree und Marvell Technologies und am Freitag noch von Intelsat und Williams-Sonoma.

Leicht nach unten ging es zum Wochenausklang für die Ölpreise, bei Brent gab es ein Minus von 2,0%, für WTI ging es 1,4% nach Süden. Gold konnte sich leicht verbessern, die frühen Gewinne konnten gehalten werden und das Edelmetall pendelte sich im späten Handel bei einem Kurs von rund 1.735 US-Dollar ein. Der Euro musste leicht gegen den US-Dollar nachgeben, das Währungspaar beendete den Handel bei einem Kurs von knapp über 1,09.

Vorbörslich sind die Märkte in Europa heute Montag zum Wochenbeginn zur Eröffnung stärker indiziert. 


UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

Addiko Bank
Am Freitag gab die Addiko Bank bekannt, dass der Finanzvorstand (CFO), Herr Johannes Proksch, dem Aufsichtsrat seine Entscheidung mitgeteilt hat, von seiner Funktion als Vorstandsmitglied zurücktreten zu wollen. Die Entscheidung wurde aufgrund unterschiedlicher Ansichten getroffen. Details werden in den nächsten Tagen offiziell finalisiert.


(25.05.2020)

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Die DADAT Bank positioniert sich als moderne, zukunftsweisende Direktbank für Giro-Kunden, Sparer, Anleger und Trader. Alle Produkte und Dienstleistungen werden ausschließlich online angeboten. Die Bank mit Sitz in Salzburg beschäftigt rund 30 Mitarbeiter und ist als Marke der Bankhaus Schelhammer & Schattera AG Teil der GRAWE Bankengruppe.

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    Verlag Dr. H. Girsberger & Cie


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