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Home Bias, Wögerbauer und Matejka (Christian Drastil)

Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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17.08.2020, 4286 Zeichen

Zur Orientierung: Der ATX lag mit den Schlusskursen von gestern ytd bei -29,51 Prozent, der DAX bei -2,62 Prozent und der Dow Jones bei -2,13ProzentWie sich der Abstand zwischen ATX und DAX im 2. Halbjahr in Prozentpunkten verhält, sieht man HIER.
ATX ( Akt. Indikation:  2236,80 /2237,00, -0,42%)
DAX ( Akt. Indikation:  12918,50 /12918,50, 0,13%)

Die Sache mit dem Home Bias. Grundsätzlich ist ja die Wiener Börse eine, die eigentlich gerne im 2. Halbjahr aufholt, im Juli/August hat sich aber der Rückstand auf en DAX weiter vergrössert.

Jetzt hole ich ein wenig aus. Bei Finanzmedien gibt es - anders als in anderen Nischen der Medienwelt - mehrere Möglichkeiten, wie man die Sache angehen kann. Ich meine damit nicht „Print vs. Online vs. TV vs. Radio vs. App“, sondern eher „klassische Finanzberichterstattung vs. Börsenbrief“. Letzterer, der Börsenbrief (wie der #gabb), ist in der Regel empfehlend und hat zudem ein Musterdepot dabei, das noch einmal eine Nische in der Nische (Finanzmarkt ist ja hierzulande Nische) bedient. Das können zB Öko-Aktien sein, wie es Max Deml mit Öko-Invest seit Jahrzehnten hervorragend macht, das können Zertifikate sein, wie es zB Christian Scheid hervorragend macht. Oder aber auch Austro-Aktien, wie es zB der Austria-Börsenbrief ebenso über die Jahre top hingekriegt hat. Und ich glaube, wir tun das mit unserem empfehlenden Österreich-Teil seit Jahren ebenso. Mir ist nach wie vor kein Österreich-Portfolio bekannt (egal, ob Fonds, Börsenbrief oder auch Social Trading), das seit 2002 den Einsatz ca. ver9-fachen konnte, wie wir das schafften. Freilich: Die jüngsten fünf Heftrücken des Börse Social Magazine zeigen die tiefsten ATX-Werte seit Jahren und da kann man nicht zaubern. Da geht es allen gleich, ob Austro-Fondsmanager oder Börsenbrief mit Österreich-Depot. Man liegt im Minus und dass man weit weniger als der ATX verloren hat, ist in Zeiten, in denen man mit internationalen Aktien (zb Covid-Profiteuren) auch in diesem Horror-Jahr Gewinne machen kann, kein Trost. Man sieht mit seinem „Home Bias“ einfach sehr, sehr alt aus (tu ich eh, aber mit Home Bias heuer noch älter).

Ich steh aber zu meinem Home Bias und dem Real Money Musterdepot, das war immer schon Part of the Game im eigenen herausgeberischen Konzept. Es ist durchaus Geschmacksfrage aus der Sicht des Lesers: Die einen mögen Finanzmagazine, die über die ganze Welt schreiben, dies mit verstreuten Tipps spicken und so natürlich viel eher auf Megatrends eingehen können, was einfach eine gute Sache ist, wenngleich die Empfehlungen dann nicht weiterverfolgt werden. Ich selbst habe den Home Bias und das Weiterverfolgen gewählt, weil es sportlich ist und „more unique“ sowieso. Ein Gesamtprodukt wie das Börse Social Network ist somit auch nicht kopierbar, es ist zu massgeschneidert, was kommerziell viele Vorteile „Marke Nische in der Nische“ hat. Also bewusst kein Klassiker.

Matejka vs Wögerbauer. Zwei Leute finde ich in der Kommunikation dieser schwierigen Home-Bias-Sache sehr inspirierend: Wolfgang Matejka und Alois Wögerbauer, beide betreuen Fonds, die aufgrund der Beipackzettel selbiger Home Bias haben müssen. Das steht am Zettel drauf, das muss drin sein. Während Matejka so wie ich gerne ein bissl ankreidet (ugs.: jammert, raunzt), was man alles besser machen könne, ist Wögerbauer eher einer, der seinen Österreich-Fonds im Gesamtkontext einreiht. Er nimmt in der Asset Allokation seiner KAG einen Platz ein, der einen gewissen Home Bias für die vorwiegend österreichischen Kunden berücksichtigt, die Gewichtung aber trotzdem bei eher „pimperl“ belässt. In den Berichten rund um die Fonds selbst geht es um nichts anderes als das, was am Beipackzettel draufsteht. Ein Österreich-Fonds ist ein Österreich-Fonds bleibt ein Österreich-Fonds. Da kann man keine Tesla reinkaufen. Ich weiß nicht, wie Matejka und Wögerbauer, obwohl ich mich beide durchaus privat als „Freunde“ bezeichnen traue, selbst veranlagen. Wenn wir privat mal über Aktien plaudern, dann über österreichische. Das ist der Home Bias. Ich gehe davon aus, dass privat beide mehr internationale Aktien beigemischt haben als ich. Ich habe ca. 2/3 Österreich. Und (leider) auch kaum Gold im Veranlagungsmix.

(Der Input von Christian Drastil für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 17.08.)


(17.08.2020)

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