10.03.2026, 4140 Zeichen
Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns hat sich 2025 fast halbiert. Doch ein überraschend hoher Cashflow von sechs Milliarden Euro entfacht nun einen erbitterten Machtkampf zwischen Vorstand und Betriebsrat – just vor den wichtigen Betriebsratswahlen Mitte März. Für die Belegschaft könnte der Konflikt zum Lackmustest für die Zukunft des deutschen Mitbestimmungsmodells werden.
Gewinneinbruch bei schwieriger Transformation
Die Bilanzpressekonferenz in Wolfsburg brachte am Dienstag ernüchternde Zahlen ans Licht. Der Konzerngewinn nach Steuern brach um 44 Prozent ein, von 12,4 auf 6,9 Milliarden Euro. Der Umsatz sank leicht auf knapp 322 Milliarden Euro. Verantwortlich sind US-Importzölle, ein brutaler Preiskampf in China und schwindende Margen bei den Premiummarken Audi und Porsche.
Anzeige
Angesichts der bevorstehenden Wahlen bei Volkswagen zeigt dieser Ratgeber, wie Arbeitnehmervertreter den gesamten Wahlprozess rechtssicher und erfolgreich gestalten. Kompletten Fahrplan für die Betriebsratswahl kostenlos sichern
Doch ein Posten sticht heraus: Der Netto-Cashflow lag bei sechs Milliarden Euro – weit über der Prognose von null. Analysten führen dies auf radikale Kostenensenkungen, Lagerabbau und verschobene Investitionen zurück. Genau diese Liquidität wird nun zum Zündstoff.
Der Zankapfel: Wer profitiert vom Cashflow?
Denn die Bonuszahlungen für den Vorstand sind eng an die Cashflow-Kennzahl gekoppelt. Ein Überschuss könnte also hohe Prämien für die Führungsetage bedeuten. Die Belegschaft hingegen sieht sich mit Lohnzurückhaltung und Jobunsicherheit konfrontiert.
Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo fordert daher einen Mitarbeiterbonus aus den Überschussmitteln. Die Belegschaft habe die Last der Sparprogramme getragen und habe einen Anteil an der unerwarteten Liquidität verdient. Der Vorstand lehnt dies kategorisch ab – mit einem juristischen Kniff.
Rechtsgutachten als taktisches Manöver?
Die Konzernführung beruft sich auf ein externes Rechtsgutachten. Dieses besagt, dass eine Bonuszahlung kurz vor den anstehenden Betriebsratswahlen gegen die Neutralitätspflicht des Arbeitgebers verstoßen würde. Das Betriebsverfassungsgesetz verbietet es, in den Wahlkampf einzugreifen.
Betriebsratsseite wertet dies als durchsichtiges Manöver. Man wolle den Beschäftigten ihren Anteil vorenthalten, während die Vorstände ihre Boni kassierten. Der Streit eskaliert damit zum Prinzipienkonflikt um die Deutungshoheit über das Mitbestimmungsrecht.
Anzeige
Der aktuelle Konflikt um Mitbestimmungsrechte verdeutlicht, wie entscheidend die genaue Kenntnis des Betriebsverfassungsgesetzes für eine starke Belegschaftsvertretung ist. Kostenloses E-Book zu den Mitbestimmungsrechten nach § 87 BetrVG herunterladen
Droht der soziale Frieden?
Der Konflikt trifft auf eine ohnehin angespannte Lage. Im Dezember 2024 einigten sich Konzern und IG Metall zwar auf einen Kündigungsschutz bis 2030. Dennoch sollen über 35.000 Stellen wegfallen, vor allem durch Altersteilzeit und Abfindungen.
Jetzt kommt ein neues, gewaltiges Sparziel hinzu: Bis 2028 sollen die Kosten um 20 Prozent – das entspricht 60 Milliarden Euro – gesenkt werden. Für Werke wie Zwickau, Emden oder Wolfsburg, die bereits mit Unterauslastung kämpfen, erhöht dies den Druck massiv. Könnten die finanziellen Probleme anhalten, rückt sogar die Schwelle für betriebsbedingte Kündigungen wieder in den Fokus.
Alles hängt an den Betriebsratswahlen
Die anstehenden Wahlen Mitte März werden zur Richtungsentscheidung. Die Frustration über den Gewinneinbruch, das gigantische Sparprogramm und den verwehrten Bonus schürt die Unzufriedenheit. Sollten alternative Arbeitnehmerlisten in Stammwerken wie Wolfsburg stark zulegen, könnte dies die etablierte IG Metall zu einer konfrontativeren Haltung zwingen.
Der neu gewählte Betriebsrat muss dann die Umsetzung der Sparvorgaben verhandeln. Die Personalvorstände stehen vor der Herkulesaufgabe, den Strukturwandel ohne lähmende Arbeitskämpfe zu gestalten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Wandel bei Volkswagen sozialverträglich gelingt – oder ob das Unternehmen auf einen historischen Konflikt mit seiner Belegschaft zusteuert.
Wiener Börse Party #1112: ATX etwas schwächer, AT&S erneut vorne, Chance für interne Porr-Believer, Frequentis Early Bird Chance
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:CPI Europe AG, Wienerberger, RHI Magnesita, EuroTeleSites AG, Agrana, Telekom Austria, Austriacard Holdings AG, Gurktaler AG VZ, Hutter & Schrantz Stahlbau, Hutter & Schrantz, Linz Textil Holding, Josef Manner & Comp. AG, Stadlauer Malzfabrik AG, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Kapsch TrafficCom, DO&CO, FACC, Polytec Group, SBO, Verbund, voestalpine, Amag, CA Immo, Flughafen Wien, Österreichische Post.
Random Partner
FACC
Die FACC ist führend in der Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen aus Composite-Materialien. Die FACC Leichtbaulösungen sorgen in Verkehrs-, Fracht-, Businessflugzeugen und Hubschraubern für Sicherheit und Gewichtsersparnis, aber auch Schallreduktion. Zu den Kunden zählen u.a. wichtige Flugzeug- und Triebwerkshersteller.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreich-Depots: Etwas schwächer (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 11.3.: Extremes zu Uniqa (Börse Geschichte) (BörseGeschi...
» Nachlese: Peter Thier, Deadline by Thalia (audio cd.at)
» Maersk Aktie: China macht Druck ( Finanztrends)
» Tulasee Bio-ethanol Aktie: Warnsignale ( Finanztrends)
» Datenschutz 2026: Warum Chefs jetzt handeln müssen ( Finanztrends)
» US-Regierung will zum globalen Gatekeeper für KI-Hardware werden ( Finan...
» PIR-News: Research zu Palfinger, News zu Porr und Dad.at, neue Aktie für...
» Crypto Blockchain Industries Aktie: Sektor-Erholung ( Finanztrends)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Österreich-Depots: Etwas schwächer (Depot Kommentar)
- Börsegeschichte 11.3.: Extremes zu Uniqa (Börse G...
- Nachlese: Peter Thier, Deadline by Thalia (audio ...
- Tulasee Bio-ethanol Aktie: Warnsignale ( Finanztr...
- Maersk Aktie: China macht Druck ( Finanztrends)
- US-Regierung will zum globalen Gatekeeper für KI-...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1105: Iran bringt schwachen März-Start auch im ATX, irre Volumina, Verbund gesucht und ein Prost mit mir auf den ATX
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Man Ray
Photographie n'est pas L'Art
1937
GLM
Michael Rathmayr
Remedy
2025
Nearest Truth
Otto Wagner
Moderne Architektur
1902
Anton Schroll
Tehching Hsieh
One Year Performance 1978–1979
2025
Void
Olga Ignatovich
In the Shadow of the Big Brother
2025
Arthur Bondar Collection WWII
