11.03.2026, 3206 Zeichen
Die Scandinavian Tobacco Group hat ein turbulentes Geschäftsjahr 2025 hinter sich, das von einem deutlichen Gewinnrückgang und operativen Hürden geprägt war. Neben einem schwierigen Marktumfeld in Nordamerika sorgten vor allem interne IT-Umstellungen für eine unerwartete Lücke in der Kasse. Nun setzt das Management auf ein Stabilisierungsjahr, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Margendruck und IT-Probleme
Der Nettogewinn des dänischen Tabakkonzerns sank im Jahr 2025 um fast 29 Prozent auf 669 Millionen Dänische Kronen. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang waren neben Währungsschwankungen vor allem geringere Margen im vierten Quartal. In Nordamerika belasteten verstärkte Werbeausgaben und eine Verschiebung des Produktmixes hin zu Nikotinbeuteln das Ergebnis.
Zusätzlich erschwerte die Einführung eines neuen ERP-Systems in Europa das operative Geschäft. Aufgrund von Verzögerungen bei der Forderungseintreibung fiel der freie Cashflow um über 200 Millionen Kronen niedriger aus als ursprünglich prognostiziert. Laut Unternehmen ist dieses Problem mittlerweile behoben, was im ersten Halbjahr 2026 zu positiven Nachholeffekten beim Cashflow führen soll.
Lichtblick Nikotinbeutel und neue Strategie
Trotz der Schwäche im Kerngeschäft mit klassischen Tabakwaren verzeichnete das Segment der Nikotinbeutel ein zweistelliges organisches Wachstum. Besonders die Marke XS stach mit einem Plus von 55 Prozent hervor. Dieser Bereich soll künftig neben handgerollten Zigarren ein zentraler Wachstumspfeiler werden.
Mit der Strategie „Focus2030“ plant der Konzern zudem, die Kapitalrendite bis zum Ende des Jahrzehnts von aktuell 7,9 auf über 11 Prozent zu steigern. Ein begleitendes Kostensenkungsprogramm soll in den kommenden Jahren rund 200 Millionen Kronen einsparen. Kann die neue Strategie das Ruder rechtzeitig herumreißen?
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Ausblick und finanzielle Disziplin
Für das laufende Jahr 2026 gibt sich das Management vorsichtig und prognostiziert ein Umsatzwachstum zwischen minus zwei und plus zwei Prozent. Die Priorität liegt klar auf dem Schuldenabbau, da die Verschuldungsquote mit dem Dreifachen des EBITDA aktuell über dem Zielwert von 2,5 liegt. Aus diesem Grund wird es 2026 voraussichtlich keine weiteren Aktienrückkäufe geben.
Anleger reagierten verstimmt auf die Nachrichten: Die Aktie notiert aktuell bei 9,19 Euro, was einem Tagesverlust von rund drei Prozent entspricht und den Titel nahe an sein 52-Wochen-Tief bringt. Die vorgeschlagene Dividende von 4,50 Kronen pro Aktie bleibt zwar stabil, doch der Fokus des Marktes liegt nun auf der angekündigten Erholung des Cashflows im ersten Halbjahr 2026.
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